Spießer Alfons: Deutsche Post — stolzer Verlierer
Die Deutsche Post baut seit Jahren ab: Postämter, Briefkästen, Personal. Und damit Service. Bekam der Spießer seine Post früher mal am Morgen zugestellt, so ist Alfons heute froh, wenn der Zusteller überhaupt noch vor dem Mittagessen kommt.
Und nun schreibt der Gelbe Riese nach einem Dutzend schwarzer Jahre wieder rote Zahlen. Der weltweite Ausflug hat das Unternehmen in ein Milliardenloch gestürzt. Darum soll jetzt eine Kehrtwendung in der postalischen Strategie erfolgen: Das Posthorn bläst zum Rückzug aus den USA. Und Menschen Mitarbeiter bleiben auf der Strecke. Ein Halali, das Aktionäre bekanntlich immer gern hören.
Und nun zur Werbung. Die Deutsche Post zeigt uns einen ihrer inländischen Zusteller, dessen Fahrrad von acht Helfershelfern gewartet wird. Acht Monteure für ein Dienstrad! Verständlich, dass die unerkannt bleiben möchten. Und darüber steht geschrieben: „Deutsche Post. Stolzer Partner der DTM.“ — siehe die Abbildung!
Wer nicht weiß, was DTM bedeutet, der kann sich ja informieren – allerdings nicht im Anzeigentext. Bei Google bekommt man sehr unterschiedliche Auskünfte: DTM steht für Dual Transfer Mode. Und für Device Type Manager genauso wie für: Deutsche Texte des Mittelalters. Außerdem: Distance To Mate. Und last but not least: Deutschland Touristik Marketing.
Der Anzeige der Post könnte man entnehmen: DTM steht für Deutsches Technikmuseum in Berlin, wo neben alten Telegrafen aus der Postkutschenzeit auch antike Fahrräder (siehe Abbildung!) zu besichtigen sind. (Spießiger Hinweis: Der Anzeigentexter hätte in solchem Falle geschlafen, weil er ein „der“ schrieb, wo ein „des“ stehen muss!)
Soweit der erste Bericht von Spießer Alfons. Es folgt noch eine Ergänzung:
Regelmäßige Leser der Beiträge von Spießer Alfons wissen natürlich, dass der Schreiber nicht über die Intelligenz verfügt, die er Außenstehenden immer vorzugaukeln versucht. Darum weist otr an dieser Stelle darauf hin: DTM stand früher einmal für Deutsche Tourenwagen Meisterschaft. Und heute — man fährt ja mit der Zeit — steht DTM für: Deutsche Tourenwagen-Masters. Also Autorennen.
Die Deutsche Post zeigt demnach an: Bei der DTM nimmt ein Postzusteller auf seinem Dienstfahrrad teil, um zu demonstrieren, dass die Post im Zeitalter der Technik immer noch die alte Tretmühle fährt. Weshalb die Post wirklich stolz sein kann, Partner der DTM zu sein, auch wenn der Zusteller immer als Letzter ankommt.
Würde die Post dagegen mit Hilfe ihrer riesigen Portokasse lediglich als zahlender Spender der DTM auftreten, dann wäre die Anzeige mit dem “stolzen Partner” ja wohl eine echte Verarsche. Von Postkunden genauso wie von Mitarbeitern der Post. Und darauf kann die Deutsche Post ja wohl kaum stolz sein, oder…!?
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Hat Deutsche Post World Net nicht gerade über ein eigenes umfangreiches Umweltschutzprogramm gesprochen? Siehe hier: http://tinyurl.com/64ejpf
Ich nehme an, dass man sich deshalb als Partner der DTM für alternative Anntriebe einsetzen wird und die DTM bald für “Deutsche Tretrad Masters” steht – siehe die Anzeige.
In der Schlossstadt gibt es noch täglich Post? Das ist in Lachstadt, vor allem im Westen, längst eingestellt worden. Wer Glück hat erhält zweimal die Woche Besuch vom Mann in Blau-Gelb [ich habe hier noch nie 'ne Frau gesehen]; mancher eher nur zweimal im Monat.
Jetzt weiß ich, Dank sei Alfons, dass es an den Pit-stops liegt! statt die Schrauber als Boten einzusetzen, sitzen die den halben Tag lang in der Garage und warten auf den völlig abgekämpften Austräger, der über 700 kg Briefe und Päckchen am Tag zustellen soll.
Post VOR dem Mittagessen? Also wenns gut läuft, gibts die Post in Bad Vilbel vor dem Nachmittagskaffee. Päkchen und Pakete lass ich an meinen Arbeitsplatz liefern, da die Paketpost eh nur noch die Karten in den Briefkasten wirft.
Jaja, die Post
Früher kamen die Pakete um 14 Uhr, jetzt ist 19 Uhr, ich weiß dass 2 Pakete heute kommen sollen auf die ich zwecks Arbeitsmaterial warte und mittlerweile gehe ich davon aus, dass ich morgen zur Poststelle mit den grauenhaften Öffnungszeiten laufen darf, um mir zwei Päckchen abzuholen die niemals auch nur ansatzweise zugestellt wurden. Manchmal fragt man sich, wie weit die Stellenkürzungen noch gehen sollen. Wenn DHL und DBP so weiter machen, landen die Pakete demnächst vollautomatisch in einer Packstation und man darf einen Tag später hin um sie zu holen…
@Jens
Die Idee mit den Packstationen ist aber noch halbwegs sinnvoll, da gehen zwar wieder Arbeitsplätze verloren, aber man kann die Pakete direkt nach Einlieferung abholen und das rund um die Uhr… und an der flächendeckenden Verfügbarkeit von Packstationen arbeitet die Post ja schon kräftig.
Die Idee fand ich nie schlecht, die Fächer sind aber recht klein. Nur kann ich nicht angeben, dass ein solches Paket direkt in die Packstation geladen wird sondern habe generell nur einen Tag später Zugriff auf meine Ladung. Da ist mir Hermes mit dem 2-Zeiten-System (Mittags und Abends nach 18 Uhr) lieber.
Und zu meinen zwei Paketen erfahre ich nun nur: “Aus unvorhersehbaren Gründen mußte die Zustellung abgebrochen werden.”
Das ist die nichtssagendste Meldung die ich seit langem gesehen habe. Laut diversen Foren heißt das nur:
1.: Der Zusteller hatte keine Lust mehr
2.: Ein Unfall des Fahrzeuges
3.: Ein Unfall des Zustellers
Und natürlich kann ich nicht nachfragen, ob das Paket dann am nächsten Tag zugestellt wird…
4. der Zusteller hat die 10 Stunden Grenze der Arbeitszeit überschritten und darf nicht länger arbeiten.
Im übrigen zeigt deas Bild kein nostalgisches Postbike, sondern das aktuellste Modell.
Gut anscheinend hat die Veröffentlichung eines Spieleaddons für World of Warcraft die Post überlastet… Aber da sieht man meiner Meinung nach, wozu so massive Stellenstreichungen kürzen. Ich bin es leider auch mittlerweile gewohnt, dass, wenn ich ausnahmsweise mal zur Lieferzeit der Post anwesend bin, ohne Klingeln eine Abwesenheitskarte eingeworfen wird. Und dabei hab ich ihn noch gesehen, war nur leider zu spät an der Tür…
was will uns der spießer mit dieser werbesendung sagen? weiss er wahrscheinlich selbst nicht, ausser vielleicht, dass er die post scheisse findet. deswegen aber zu bequengeln, dass die post mit, zitat “antiken fahrrädern“ arbeitet, ist daneben. der spießer könnte wissen, dass es im innerstädtischen bereich kein schnelleres, und, ja, moderneres verkehrsmittel als eben fahrräder gibt. antik ist es leider auch nicht, es handelt sich um eins der aktuellen, eigens für die post neu konstruierten fahrräder. (oops, hat dirk auch schon geschrieben. na, doppelt hält besser)
moderneres verkehrsmittel? Wie wärs mit nem segway?
mit modern meine ich hier jetzt mal nicht technik-schnickschnack-modern, sondern nachhaltig-energie-bilanz-günstig-modern.
Zu dem Einwand von OlafKolbrueck ” Wie wärs mit nem segway?” dies könnte, abgesehen von miethirn´s Aussage, an den fehlenden öffentlichen Zulassungen mancher Orts liegen. Siehe -> http://www.segway.de/zulassung.php