Spießer Alfons: Post an Wagner (15)
den heutigen Brief schreiben Euer Merkwürden an Prinz Charles, den englischen Thronfolger, der heute 60 Jahre alt wird. Und dieses Euer Schriftstück ist ein Miststück Meisterstück aus Häme, Ignoranz und Verunglimpfung einer Person, die sich — wie Ihr wohl wisst — nicht wehren wird, weil das Englische Königshaus zu erhaben ist, um sich mit journalistischen Schmierfinken Falschmeldungen abzugeben. (Hättet Ihr Eure Schmäh über einen Ehemann aus Monaco ausgeschüttet, dann hättet Ihr einen Prinzen am Hals, nämlich den Sohn Eures ehemaligen Chefredakteurs!)
So stellt Ihr in Eurem öffentlichen Brief den englischen Thronerben dar als Arbeitslosen, der nur darauf wartet, den Job seiner Mutter zu übernehmen. Und Ihr macht Euch lustig darüber, dass Charles seine Klos mit Regenwasser spült und mit Pflanzen spricht. (Spießig bemerkt: Das eine müssten eigentlich alle vernünftigen Menschen tun, das andere tun viele — bestimmt auch viele BILD-Leserinnen.) Und Euer Merkwürden geben dem Prinzen Tipps, dass er hätte Unternehmer werden können, Schriftsteller und grüner Politiker. Also genau das, was er bereits ist und praktiziert. Doch Ihr, Dichterfürst der Gosse, schreibt: „Aber das durften Sie alles nicht werden.“ Und das Ende Eures Briefes an den englischen Prinzen lautet: „Was für ein Scheißleben, wenn man darauf wartet, dass die eigene Mutter stirbt.“
Gossen-Goethe, der Sprung in Eurer Marmel scheint deutlich größer geworden zu sein. Vielleicht solltet Ihr mal Euren Psychodoktor Betriebsarzt konsultieren…? Im Vergleich zu Prinz Charles ist Franz Josef Wagner der größte Faulpelz, der frei herumsäuft herumläuft. Auf Seite 16 der heutigen BILD-Zeitung ist zu lesen, dass Prinz Charles jeden Morgen um 7 Uhr 30 geweckt wird — also zu der Zeit, wenn Franz Josef Wagner von der Paris-Bar heimkommt und ins Bett torkelt geht. Dass der Prinz ein gewaltiges Pensum zu erledigen hat mit öffentlichen Repräsentationen und nicht zuletzt auch mit seinem Landgut, mit dem er rund 19 Millionen Euro erwirtschaftet — das weiß auch der dümmste BILD-Leser. Heute liest er zudem in seinem BILDungsblatt über Prinz Charles: „Eine seiner größten Lebensleistungen ist der Erfolg seiner Prince’s Trust, mit dem er seit 1976 über einer halben Million ehemaliger Jugendlichen Straftätern die Ausbildung finanziert hat.”
Frage: Was haben Euer Merkwürden eigentlich neben Eurer Schreiberei gemacht? Und was an guten Taten vollbracht? Vielleicht einem Bettler mal einen Euro in den Hut geworfen…? Apropos Schreiberei: Prinz Charles hat eine Reihe von Büchern geschrieben. Über Architektur, Städteplanung, Garten und sogar ein Kinderbuch: „The old Man of Lochnagar“.
Okay, okay, großer Gossen-Goethe, auch Ihr habt schon Bücher geschrieben. Und gesungen habt Ihr dermaleinst im Chor der Regensburger Domspatzen. Doch Ihr solltet in Zukunft mal das 8. Gebot beherzigen, welches lautet: “Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider Deinen Nächsten.”
Schmerzlichst
Euer
Spießer Alfons
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Mal wieder vorzüglich getroffen. Herzlichen Dank, lieber Spießer!
Zum Thema “Scheißleben”: Glaubt dieser Gossengoethe tatsächlich, dass alle Kinder, die mal eine Erbschaft antreten werden, nur darauf warten, dass ihre Eltern sterben? Der Wagner sollte nicht immer von sich auf andere schließen!
„Aber das dürften Sie alles nicht werden.“ Durften, nicht dürften.
Ansonsten, sehr schöne Replik. Mal wieder ein starkes Stück von unser aller FJW.
@ Der Postillon
Danke schön! Ist schon berichtigt!
“also zu der Zeit, wenn Franz Josef Wagner von der Paris-Bar heimkommt und ins Bett”
Ich bin seit über dreißig Jahren und noch heute Paris-Bar-Besucher und habe den Betreffenden dort noch NIE gesehen. Also bitte nicht permanent eine alte Mär erneuern, nur weil der Betreffende irgendwann mal die “Paris-Bar” erwähnt hat.
@ Jeeves
Da ich mir nicht vorstellen kann, dass es in Berlin zwei Bars dieses Namens gibt, müssen sich eben alle anderen Leute, die FJW dort ständig gesehen haben wollen, geirrt haben.
…tja, diese Wagner-Pestspiele in BILD sind zum Kotzen – wie so vieles, was in Deustchlands größter Pullewahrzeitung steht! Wie schön, dass Spießer Alfons mal wieder als außerredaktionelle Opposition auftritt und es wagt, den Wagner wegen vorsätzli-
cher Dummheit anzuprangern!
Kniefel K.
Als ich die ersten Male Bild gelesen hab, las ich immer “Wagners Pest”. Irgendwann ist mir aufgefallen, des heißt ja Post.
Aber nachdem ich den Inhalt sah, war meine erste Annahme doch richtig.
Bravo, ein meisterlich pointiertes Schriftstück über die verstörenden Mentalzuckungen einer trümmersenilen Fußnote deutscher Journalistengeschichte, die ihr Gnadenbrot bei der BILDumm durch intellektuelle Prostitution erwirbt, da sie sich auch für den niedersten Beweggrund der parasitären Abhängigkeit am totalen Schwachsinn feilbietet!
Ich dachte zu FJ Wagner braucht man schon nichts mehr zu sagen…aber das hier war mal wieder ein weiterer Teifpunkt. Wie man mit so wenig Wissen und Gewissen so “weit” im Springer Verlag kommen kann, das spricht ja eigentlich für sich…
wagner hat den geilsten job der welt. für triviale texte, die selbst für die wände einer bahnhoftoilette zu säuisch wären, darf er pro wort 1000 euro kassieren.
Sohn, nicht Bruder! Matthias Prinz ist der Sohn des Ex-BILD-Chefredakteurs Günther Prinz.
Anmerkung von Spießer Alfons:
Danke schön für den Hinweis – natürlich Sohn! Habe es gleich berichtigt!
@ Jeeves
Zum Glück hatt der FJW Hausverbot im Goldenen Handschuh auf der St. Pauli.
Ansonsten kann ich nur dem FJW nur zu rufen, dass der Kai; der Diekmann, viel jünger ist als er selbst und es daher sehr unwahrscheinlich ist, dass er jemals ihn beerben wird.
Ich versteh die Aufregung nicht. Ich glaube nicht, dass Wagner Prinz Charles verunglimpfen sondern lediglich auf die Schicksalshaftigkeit seines Monarchenstatus hinweisen wollte. Er hatte doch wirklich nicht die Möglichkeit sich einer Lebensaufgabe zu widmen, wenn der werdegang auf dieses Königsdings abgestimmt ist. Prinz Charles hat evtl. dennoch viele Möglichkeiten genutzt hat und sich in diesem Rahmen selbst verwirklicht. Aber das wäre eben ein Thema für eine andere Wagner-Kolummne.
Simon Schmidt
@ Simon Schmidt
Du glaubst also, dass Prince Charles ein schwer vermittelbarer Arbeitsloser ist, der ein Scheißleben führt, weil er nur auf den Tod seiner Mutter wartet…?
kann das mal jemand (am besten jörsch vom 17.Nov) glaubhaft bestätigen, dass der FJW für seinen unterhaltsamen dreck soviel asche abkassiert und sich trotzdem erdreistet, den moralapostel für Deutschlands gosse zu geben?
Nachtrag:
wir wollen doch FucktenFuckten Fuckten,
sonst erwirkt der noch ne einstweilige Verfügung….
Danke für diesen grandiosen Beitrag!
Schade nur, dass FJW ihn nicht lesen wird, und er somit auch in Zukunft nur noch schwachsinnige Texte verfassen wird, anstatt klugerweise in Rente zu gehen, um nicht wie bisher, das Volk zu verdummen (Vorsätzlichkeit schließe ich aus, das wäre dann doch zu erbärmlich!)