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Spießer Alfons: Golfer haben für einen guten Zweck geschuftet!

18. November 2008
von

Hallo, liebe otr-Lesergemeinde — ist vielleicht der eine oder andere Golfer unter Euch? Im Falle, dass ja — bitte klärt den Spießer auf, der zwar in der Nähe eines Golfplatzes wohnt, aber noch nie darauf gestanden hat.

Golfherz.jpgAlso: In seiner Lieblingszeitung las der Spießer heute den nebenstehenden Beitrag, dem er entnimmt, dass 370 Golfer übers Wochenende nach Portugal gejettet sind, dort bei 20 Grad im lauen Lüftchen und bei Sonnenschein in der Luxusherberge “Robinson-Club Quinta da Ria“ (achtet bitte auf Schleichwerbung!) gewohnt und Golf gespielt haben. Kommentar BILD: „Herbst-Träumchen? Nö-chen!“

Denn: Die Golfer haben die weißen Kugeln nicht etwa aus eigenem Vergnügen gedroschen — oh nein! Sondern beim geselligen Beisammensein bei harter Arbeit „kloppten sie die Bälle für den guten Zweck: 500.000 Euro wurden gesammelt. 70 000 davon gehen an ‚Ein Herz für Kinder’, 25 000 an Katja Ebsteins (63) Kinderstiftung.“ Und das vermutlich gegen Spenden-Quittungen.

Achso-chen, dann ist ja alles Wölkchen. Jedenfalls für die PR-Kampagne von BILD. Und nur ein Spießer wie Alfons kann da noch dumme Fragen stellen. Zum Beispiel:

Was ist mit den restlichen 405.000 Euro-chen passiert? Und: Wenn das doch keine “Herbst-Träumchen” von den Golfern gewesen sind: Warum haben die sich solche Strapaze angetan? Warum sind sie nicht besser entspannt zu Hause geblieben und haben das Geld für Flug und Hotel direkt für einen guten Zweck gespendet…? Und: Warum wurden nicht alle 370 Golfer in BILD abgebildet, sondern nur die, die immer schon in BILD abgebildet werden? Sind nur prominente Golfer gute Menschen…?

Letzte Frage: Warum soll der normale BILD-Leser, der kein Golf-Klopper ist, jetzt noch für die Aktion “Ein Herz für Kinder” aus eigener Tasche spenden…?

Spießige Ergänzung: Gegolft wurde um den “Hermes Präsidenten Cup”, weshalb auch Hermes-Chef Hanjo Schneider dabei war. Heutiger Aufmacher vom “Hamburger Abendblatt”: “Hamburg: Bei Otto sind 2000 Jobs in Gefahr”. Weiter: “Bei den Logistikmitarbeitern des Hamburger Versandhandelskonzerns Otto geht die Angst um. Das Unternehmen stellt alle 15 Standorte seiner Lagerlogistik-Tochter Hermes Warehousing Solutions (HWS) auf den Prüfstand, die für die Auslieferung aller Bestellungen und Retouren zuständig ist. Allein in Hamburg sind bis zu 2000 Arbeitsplätze in Gefahr. Im hessischen Hanau bangen 500 Mitarbeiter um ihre Jobs, im österreichischen Graz 150.”

Und der Hermes-Chef? Der hat sich beim Golf in Portugal gesonnt und strahlt heute in BILD über alle vier Backen.

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Kommentar zu “ Spießer Alfons: Golfer haben für einen guten Zweck geschuftet! ”

  1. Joewe am 18. November 2008 um 19:16 Uhr

    Der kleine Rest von 405k Euronen ist wohl für Flüge, Unterkunft etc verbraten – nicht für die Spieler der unteren Ränge, sondern eher für die mirtreisende Journaillle, vermute ich mal…

    Das für Herrn Schneider und seinesgleichen Mitarbeiter zunehmend Kostenfaktoren sind, und nicht die Menschen, die sein Gehalt erst erwirtschaften, haben wir uns leider mitlerweile gewöhnt

ivw