Adidas macht eine dicke Party
Adidas als Lifestyle-Marke habe ich so richtig erst verstanden, als ich vor einem guten Jahrzehnt nach einem Konzert mit Run DMC im Viper Room in Los Angeles mit einem Adidas-T-Shirt zurück ins Hotel ging. Run DMC, vielleicht so etwas wie der Türöffner des Adidas-Lifestyles, ist auch in einem Spot mit dabei, in dem sich der Textilhersteller als Partymarke feiert.
Ein Spot, wie gewohnt bei Adidas, mit hoher Promi-Dichte: Russell Simmons, Ilie Nastase, David Beckham, Estelle, Missy Elliott undundund feiern eine House-Party mit 70er oder 80er-Jahre-Touch. Schön zu sehen, dass Adidas für die Linie Originals hier genauso wie bei der Sportler-Werbung das Bild einer großen gemeinschaftlichen Markenwelt zelebriert. Nur anders als beispielsweise bei den Ballspielen der Kicker-Stars, bleibt ein mattes Gefühl zurück. Ein wenig wirkt der Spot (Agentur: Sid Lee, Montreal) als feierten alle nur selbstverliebt das eigene Ego.
2009 dürfte ein spannendes Jahr für das Unternehmen werden. Adidas Originals startet eine neue Kollektion, die auch die eigene Tradition in den Fokus rückt. Im kommenden Jahr wird der 60.Geburtstag der drei Streifen gefeiert. Motto: „60 Years of Soles and Stripes“. Es soll die größte weltweite Marketing-Kampagane aller Zeiten für die Marke werden.























Ich finde die Werbung einfach nur langweilig.
Fettes Fragezeichen:
Gezeigt wird ‘ne High-society-schickimicki-party, der Spot endet mit der Aufforderung Ursprünglichkeit zu zelebrieren. Wenn ich das zusammenbringe, kommt dabei raus:
Adidas war ursprünglich ein beliebter Schneider für gut betuchte Festgäste und ist erst später zum Sport gekommen!?
Also auch mit viel schlechten Willen kann ich da keine High-Society Party endecken, sorry. Wenn man es den Stars nicht abnimmt, verstehe ich es. Aber die Umsätzung finde ich absolut gut, im Besonderen die Version von “Beggin’”. Freue mich auf die 2009er Kampagne.
Tja, das hat man auch schon einmal besser und frischer gesehen, ob man auf diese Party unbedingt freiwillig gehen würde?
“Well, don’t get me wrong, I won’t hurt myself
Back in the 80’s, straight off the shelves
I even enrolled in the old school of cool
But how quickly I learned to be nobody’s fool
Don’t wanna live in an adidas world
With the adidas boys and the adidas girls”
Edwyn Collins
@nilsn: Wie würdest Du eine Party mit so viel Prominenz denn sonst nennen? Wenn Du einen Begriff hast, setz ihn für “High Society” ein ;o)
Den 80iger Bezug verstehe ich nicht so richtig. Ist halt eine Party in adidas-Outfits mit nettem Soundtrack und vielen Promis die Spaß haben. Ob das jetzt nun nur wegen den Promis gleich mit Highsociety assoziert wird?!? Ich find nicht. Ich halte den Look für cool, authentisch, nicht abgehoben und zur Marke adidas Originals passend (<< !!! – Originals hat adidas schon immer im klaren Unterschied zur “normalen” Sportmarke positioniert).
Vielleicht ist ja eine kleine Marktforschung hier nötig um die Meinungsunterschiede zu erklären. Wie alt seit ihr denn so?
Mein Bild von adidas wird seit max. 21 Jahre geprägt.
adidas muss aufhören die 70er und 80er zu zitieren. das kann nicht mehr lange gutgehen.
@ Olaf Kolbrück
Die Adidas-Produkte der Sport Heritage Division, die eine Verschmelzung von sportlicher Authentizität und internationalem Streetstyle darstellen, wurde im Jahr 2000 gegründet. Ziel: die Sportmarke als Lifestyle-Marke zu positionieren.
Aber Sie haben das schon “vor einem guten Jahrzehnt verstanden” bevor sich Adidas behaupt mit diesem Marketingziel auseinander gesetzt hat… Mein Respekt
Der Song “My Adidas” von Run DMC ist auf er 86er “Raising hell”. Und Run DMC waren meiner Erinnerung nach damals nicht die einzigen, die 3streifen zum lifestyle-emblem erkoren.
Das konzert im viper room, ein new-years-gig, war übrigens 1997.
Da hat Herzogenaurach in der Tat verdammt lange gebraucht, um sich über sich selbst endgültig klar zu werden.
Auch die HipHop-Formation Beastie Boys und der Rapper Q-Tip haben bereits in den späten 80igern Adidas-Klamotten getragen… Aber niemand hat das so stylisch gemacht bzw. “präsentiert” wie RunDMC — ganz in schwarz gekleidet und weiße Adidas-Schuhe! Auf dem Konzert wäre ich auch gerne gewesen…