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Facebook macht mit Connect den Crossover zu Geld

3. Dezember 2008
von Olaf Kolbrück

fbconnect2.jpgIch lehne mich jetzt mal weit aus dem Fenster: Der Dienst „Facebook Connect“ wird nicht nur zu einer neuen Generation des Social Networking führen, sondern Facebook, mit 120 Millionen Mitgliedern der globale Community-Weltmarktführer, mittelfristig auch zum Google der Social-Media-Welt machen. Mit etwas Rückenwind wird Connect zudem endlich einen Weg zur Monetarisierung des Social Graph bieten.

Worum geht es bei Connect? Nutzer des Netzwerks können sich mit ihrem Facebook-Account nun auch auf Drittseiten einloggen. Die dortigen Aktivitäten können dann ans eigene Netzwerk bei Facebook zurückgespielt werden. Zum Start sollen Anbieter wie Discovery Channel, The San Francisco Chronicle, Digg, und Hulu mit dabei sein.

Ein Beispiel, wie es sein könnte: Ein Nutzer sieht sich bei Spiegel Online die jüngste Ausgabe vom Videoblog von Mathias Matussek an. Diese Aktion wird an seine Freunde bei Facebook übertragen, die er nun beispielsweise einladen kann, sich den Clip gemeinsam anzusehen und darüber zu diskutieren. Womöglich sieht er auch, wer aus seinem Freundeskreis gerade auf der Seite surft.

Zunächst einmal macht Facebook das Web damit noch ein Stück weit durchlässiger. Künftig kann ich mein Netzwerk überall im Netz mit dabei haben und bin zur Kommunikation nicht mehr vollständig an die Plattform gebunden. Stattdessen können die Gespräche mit den Freunden in meinem Netzwerk nun auch jenseits dieses Netzwerkes stattfinden.

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Ein Stück weit wird damit auch die bisherige Politik umgepolt. Bislang konnten Medien ihre Inhalte, die „New York Times“ beispielsweise einen Newsfeed oder Bilder in Facebook einstellen. Nun setzt sich Facebook quasi den Originalquellen auf den Schoß. Was Facebook-Nutzer also bislang bei Facebook getan haben, könnten sie dann in weiten Teilen auch auf der Website der „FAZ“ machen. In dem Facebook so die Zäune des Walled Garden einreißt, erhöht es damit auf einen Schlag seine Reichweite und Marktmacht.

Where is the beef?

Die Hoffnung: So lässt sich der Social Graph in Erlöse verwandeln.
Die Grundidee: Facebook kennt die Vorlieben seiner Nutzer und ihren Freundeskreis: Mit derefbconnect34_1.jpgn Zustimmung könnte das dann mit Connect für besser platzierte Werbung auf den Seiten der Partner genutzt werden. Gleichzeitig könnten die Facebook-Grüppchen auf den Websites der Partner mehr, andere oder teurere Werbung möglich machen, weil hier gleich eine klar erkennbare spezifische Konsumentengruppe angesprochen wird.
Vorteil für Facebook: Es bekommt mehr Informationen über seine Nutzer und erfährt genauer was diese jenseits des webzwonulligen Vereinshauses treiben. Und Information ist Geld.

Die Idee ist mehr als vielversprechend, weil sie die Kommunikation, die bislang abgeschlossen in der Community stattfand oder über Umwege wie Friendfeed, Twitter lief, enorm vereinfacht. Und der Bedarf ist da. Das belegen allein über 5 Millionen Twitter-Nutzer. Für die Medien lohnt es sich zudem aus Werbesicht allein schon, weil so die Verweildauer auf der Site deutlich erhöht werden kann.

Soweit die Theorie:
Wettbewerbskonzepte wie Open ID (unterstützt von Google) oder Power.com denken in eine ähnliche Richtung der offenen Datenverteilung, sind aber von einer massentauglichen Umsetzung noch ebenso entfernt wie von einer Beantwortung aller Datenschutzfragen.

Auch Facebook ist in Sachen Datenschutz ein gebranntes Kind. Doch scheint sich das Netzwerk sehr viel von Connect zu versprechen. Dafür spricht wie vorsichtig und sensibel Gründer Marc Zuckerberg bei der Umsetzung angesichts der Datenschutz-Problematik vorgeht.
Die Partner werden zum Start quasi handverlesen. Fehler wie beim Social-Ad-Tool Beacon, das massive Proteste auslöste und seitdem kaum Fett ansetzt, sollen wohl vermieden werden. Denn letztlich ist Connect nichts anderes als Beacon 2.0.

(Für Facebook-Mitglieder: Sites mit Connect-Funktionalität)

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Kommentare zu “ Facebook macht mit Connect den Crossover zu Geld ”

  1. mark793 am 3. Dezember 2008 um 18:37 Uhr

    So richtig ich die Idee finde, das Network mit seinen Funktionen auch woanders nutzbar zu machen, so skeptisch bleibe ich, ob dem Versuch mit Beacon 2.0 mehr Erfolg und Erlös zuteil wird.

    Dass die Nutzer auf die vage Aussicht hin, mit vielleicht nicht ganz so unpassend-nerviger Werbung zugemüllt werden, massenweise “hier” rufen und die Hosen bereitwillig runterlassen, sehe ich irgendwie nicht.

    Aber vielleicht ist das nur meine Wahrnehmung. Und vielleicht widerlegen mich Zillionen Nutzer, die nichts dabei finden, ihre Kontakte und ihren “social graph” dem social-network-Anbieter als Vermarktungsvariable hinterherzutragen. Aber drauf wetten würde ich nicht unbedingt.

  2. OlafKolbrueck am 3. Dezember 2008 um 19:57 Uhr

    @mark793
    Die Nutzer werden es nicht wegen passender werbung tun. Sie werden es tun, glaube ich, weil ihnen die form der echtszeitkommuninkiation mit dem netzwerk auf drittseiten, die ja dann noch schnellere selbstdarstellung und egobefriedigung ist, schlicht gefällt. Seitdem ich studivz, myspace (nicht negativ gemeint) und co und die art der selbstdarstellung dort kenne, halte ich einiges für möglich.

  3. raoul am 4. Dezember 2008 um 10:03 Uhr

    wo ist der unterschied zu sozial media browsern wie flock?

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