StudiVZ vernichtet eine Milliarde Klicks
Die StudiVZ-Truppe verliert wieder einmal rund 1 Milliarde Page Impressions. Das ist ein gutes Zeichen. Nicht, weil es StudiVZ schwächt, sondern weil es ein weiterer Sargnagel für den PI-Wahn im deutschen Web ist.
Es zeigt, und sollte es vor allem Mediaplanern begreiflich machen, wie sehr PIs auch technikgetrieben sind. Denn StudiVZ verliert die Klicks aufgrund des Plauderkastens, der vor wenigen Wochen in der VZ-Familie eingeführt wurde. Das Chat-System macht bestehende PI-trächtige Kommunikationswege im Netzwerk überflüssig.
StudiVZ-Boss Clemens Riedl erwartet nun beispielsweise einen Rückgang der Page Impressions bei StudiVZ um rund 8 Prozent, bei SchülerVZ erwartet er ein Minus von 17 Prozent gegenüber dem Vormonat.
Mehr Service also, selbst auf die Gefahr hin, den immer stärker werdenden Konkurrenten Wer-kennt-wen nun in Sachen Pis bei der IVW-Ausweisung an StudiVZ vorbeiziehen zu sehen.
Wer-kennt-wen, das mit dem Image des Allerweltsnetzwerks daherkommt, hatte schon im Ende Oktober 4,1 Milliarden Page Impressions. StudiVZ damals 4,2 Milliarden Page Impressions. Wenn nichts unerwartetes passiert, ist WKW also bei der IVW-Ausweisung für November, die in Kürze veröffentlicht werden dürfte, vorbei. MeinVZ holte damals 1,5 Milliarden Page Impressions, SchülerVZ 6 Milliarden PIs.
Aber in der Fußball-Bundesliga holt ja auch nicht derjenige den Titel, der die meisten Ballkontakte hat, sondern jener mit den meisten Toren. Und Toren sind Nutzer, Unique User, Aktivität und Verweildauer. Und hier liegen die VZler wohl weiter vorn. Gegenwärtig zählt das VZ-Netzwerk insgesamt 12,3 Millionen Nutzer. StudiVZ allein hatte zuletzt 5,6 Millionen registrierte Mitglieder. Die RTL-Beteiligung Wer-kennt-wen bringt es inzwischen auf beachtliche 4,5 Millionen Mitglieder.
Die Frage aber wird in Zukunft und mit dem weiteren Wachstumm von WKW sein, ob zumindest ein Großteil der Werbungtreibenden auch VZ als eine Größe sieht, oder ob sie die VZ-Familie schon mit Blick auf Preisverhandlungen auseinanderdividieren werden. Immerhin kann auch MeinVZ mit Wachstum Hoffnung machen. Von 1,8 Millionen Nutzer im Oktober auf 2,1 Millionen Nutzer Ende November. Die Steigerungsraten sind konstant zweistellig. Dabei überwiegen inzwischen die Neuregistrierungen. Von StudiVZ kommen aber immer noch rund 45 Prozent der neuen MeinVZler.

Der Wettbewerb bleibt spannend. Beim Kampf um den Pokal aber wird es nicht auf Ballkontakte ankommen, sondern auf verwandelte Chancen beim Nutzer. Hier hat StudiVZ mit dem Plauderkasten im Moment die Nase vorn. Und auch die spezielle iPhone-Aktion für Mitglieder von MeinVZ, die zumindest sehr günstig wirkt, sieht mir nach einem starken Kundengenerierungs- und Kundenbindungselement aus. WKW bietet derzeit auf der Startseite nur Werbung für die Freundschaftspreise von Brands4friends. Die aber kennt man schon aus der Kooperation mit StudiVZ. Ein klarer Wettbewerbsvorteil für den schnell wachsenden Newcomer sieht anders aus.
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