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Spießer Alfons: Kreatiefe Energie durch Nasebohren

18. Dezember 2008
von

Karstadtbenzin.jpgVor drei Wochen las Alfons in einer Anzeige von KarstadtQuelle Versicherungen: „Sprit wird immer teurer. Dafür wird meine Kfz-Versicherung billiger!“

Stattdessen ist Sprit immer billiger geworden. Frage des Spießers: Bedeutet das im Umkehrschluss, dass die Kfz-Versicherung bei KarstadtQuelle immer teurer wird…?

Und nun ist eine ganzseitige Zeitungsanzeige von Evonik erschienen. Dort ist eine Frau abgebildet, die sich in der Nase bohrt. Headline: „Wir sorgen dafür, dass Autos in Zukunft mit Strom fahren. Es muss also nicht mehr überall nach Öl gebohrt werden.“

evoniknase.jpgJa, und deshalb bohrt die Frau dort in der Nase — ist das nicht irre komisch? Ein Gag auf Kindergarten-Niveau, um nicht zu sagen: Könnte von Mario Barth stammen, wobei der sich allerdings im After bohren würde.

Dabei hätte die Idee durchaus witzig ins Bild umgesetzt werden können, indem man ein paar Ölscheichs beim Nasebohren gezeigt hätte. Aber da hat wohl jemand Muffensausen bekommen vor einem möglichen Vergeltungsschlag vom Schmierölkartell, oder…?

Wie schrieb doch schon der berühmte Dichter Nebel ins Fahrtenbuch seines Solarautos? Er schrieb:

„Hab Sonne im Herzen und Solarbatterien statt Tank,
die Umwelt gesundet, und die Ölscheichs, die ärgern sich krank!“

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Kommentare zu “ Spießer Alfons: Kreatiefe Energie durch Nasebohren ”

  1. Kowalski am 18. Dezember 2008 um 19:34 Uhr

    Es gibt eben Werbekreative, die ziehen sich das letzte bisschen Kreativität aus der Nase. Und niemand erwartet ja, dass eine derartige Anzeige auch Wirkung erzielt wie z. B. eine ganzseitige Anzeige von Aldi.

  2. vader am 18. Dezember 2008 um 20:21 Uhr

    Wie Du vieleicht merkst, bester Spießer, bin ich zur Zeit ungewöhnlich krittelig. Dvon gleich wieder ein Kostprobe …

    Wäre es wirklich witziger, wenn das Klischee von “Ölscheich” auch noch reproduziert würde?

    Zweifelnd — Vader.

  3. Spießer Alfons am 18. Dezember 2008 um 21:17 Uhr

    @ vader

    Ich freue mich über jede Kritik, gibt sie mir doch Gelegenheit, mich mit meinen Lesern auseinanderzusetzen.

    Ich denke nicht, dass es ein Klischee ist, dass Ölscheichs in der Nase bohren. Bei kleinen Kindern – okay, da ist es als Klischee bekannt. So viel ich gehört habe, lassen Ölscheichs bohren, und zwar im Wüstensand. Oder…? Und wenn ihnen das Öl keiner mehr abnehmen wird, dann könnte man ihnen empfehlen, doch in der eigenen Nase zu bohren stattdessen. Ich jedenfalls fände das witzig. ;) Aber weil es auch naheliegend ist, vermute ich, dass es dieses Bild schon gegeben hat in der Werbung.

  4. vader am 18. Dezember 2008 um 21:31 Uhr

    Es ist, bester Spießer, leider zu naheliegend. Und wie Du sicher weisst, meine ich die Assoziation von Öl mit Scheich, nicht das Nasebohren.

  5. Spießer Alfons am 18. Dezember 2008 um 21:42 Uhr

    @ vader

    Und ich meine nicht Öl & Scheich, sondern: Scheich & Nasebohren!

  6. Dierk am 18. Dezember 2008 um 22:32 Uhr

    Manchmal, ja, manchmal da stimmen Klischees. In Saudi-Arabien z.B, immerhin einer der größeren Ölproduzenten. Außerdem, ein Klischee ist bekannt und damit vom potenziellen Kunden schnell verstanden. Solange es nicht direkt beleidigend oder rassistisch ist.

    Warum nochmal bohrt die Frau in ihrer Nase nach Öl, wenn sie doch den billigen Strom für ihr Auto … hm, die Anzeige ist nicht gut, glaube ich.

ivw