VW sammelt Geschichten

Nun ist sie also online, die große ehrgeizige Community zum 60.Geburtstag von VW. Sie hat, immerhin geht es um einen Volumenmarkt, die Chance, die größte Community eines Autoherstellers zu werden. Geschichten, Bilder und Videos zur Marke sollen die Fans von Volkswagen dort horten. Das wirkt recht bunt. Doch die Community erinnert auch stark an einige Markenaspekte von VW: Seriös, bieder und vielleicht auch ein wenig langweilig. Denn vor allem feiert die Marke mit dem Auftritt sich selbst.
Warum also soll man als VW-Fahrer da überhaupt mitmachen, zumal es bereits etliche Fan-Gemeinden im Web gibt?
Gut, ein Gewinnspiels schafft ein paar Anreize. Man kann die Beiträge auch kommentieren. Doch außer einem kleinen Profil gibt es wenig, das den Reiz der Selbstdarstellung stützt. Zwar gibt es einen Hinweis auf die beliebteste Geschichte, doch kein darüber hinaus gehendes Ranking das mit Gaming-Mechanismen Aktivität motiviert.
Ebenso fehlt eine Option sich beispielsweise alle Beiträge zu einem Fahrzeugtyp anzeigen zu lassen. So wirkt die Community wie eine Kiste, in der man unsortiert alle alten Erinnerungsfotos sammelt. Es fehlt denn auch die Chance, sich mit anderen Nutzern zu verknüpfen. Eine Community ist das also nicht. VW selbst spricht wohl deshalb auch schlicht von einer Plattform und einem Online-Fanclub. Doch selbst dort gibt es mehr Chancen zum Austausch der Fans untereinander.
Volkwagen, sagt Ralf Maltzen, Leiter Customer Relationship Management und Internetmarketing, will damit den emotionalen Kontakt zwischen Autos und Kunden hervorheben. Das klingt recht passiv. Das hört sich noch nicht einmal nach einem sonst so gerne von Marketern zitierten Markenerlebnis an. So dürfte die Plattform zum 60.Geburtstag vor allem eines sein: Eine Art Museum, das ungefähr so lebendig ist wie die Schaustücke im Senckenberg-Museum.
Allerdings ist es dort am Wochenende immer recht voll. Vielleicht also reicht der Ansatz für einen Volumenhersteller völlig aus.
Hinweis: Auf der Plattform gibt es auch eine Geschichte von mir unter dem Label off-the-record.



















„Olaf, zunächst viel Dank für Deine „Ob-la-di, ob-la-da“-Geschichte auf http://www.volkswagen-60-Jahre.de , sehr schön! Wir sind froh, dass bisher schon eine ganze Menge Menschen ihre Geschichten hochgeladen haben. Die Seite wird sich in den nächsten Wochen und Monaten stetig entwickeln. Die hier angesprochenen Punkte spielen dabei sicherlich eine wichtige Rolle. Vom Museum zu einem lebendigen Austauschort, wir dürfen gespannt sein.“
Ich bin gespannt auf die weitere Entwicklung. Wenn noch mehr Leben reinkommt, revidiere ich gern mein Urteil.
Ich finde das Projekt VW60Jahre vollkommen daneben! 1. gab es die Geschichte schon einmal, 2. interessiert sich kein Mensch dafür, da eben schon 102829 Communities den gleichen Gedanken weitaus gekonnter umsetzen!
Wenn dann auch noch zu guten Sendezeiten diese Community beworben wird und man lediglich rund 450 Geschichten aufweisen kann, der verbrennt Geld, eine Menge Geld (und das in dieser Zeit)!
Hoffentlich denkt VW mal darüber nach seine Aktionen mit etwas Nachhaltigkeit zu kontrollieren und einen Mehrwert im Netz zu schaffen!
Mehr Autos werden dadurch nicht verkauft, das Image nicht maßgeblich verbessert und die Bekanntheit nicht erhöht!
Dagegen war der Schlämmerblog (zwar auch kein Nutzen, außer sinnbefreite Unterhaltung) ein Meisterstück!
Sorry für die harte Beurteilung…
…in der tat, harte worte, aber man kann da schon einen gewissen wahrheitsgehalt entnehmen! ehre den bisherigen privatleuten, die ihre geschichten in den zahlreichen blogs und foren dargestellt haben!