2009: Wie et kütt…
Während die Medienwelt in diesen Tagen fleißig Prognosen* für das Jahr 2009 abliefert, die dem Muster folgen „Wenn der Hahn kräht auf dem Mist, ändert sich das Wetter, oder es bleibt wie’s ist“, gibt es bei Off-the-record schon den Jahresrückblick auf zentrale Randerscheinungen in Werbung, Medien und Web 2.0.
Januar:
Online schluckt Offline:
Amazon kauft Karstadt für einen Euro. Die Warenhäuser sollen in stationäre Marketplaces verwandelt werden. In den Häusern will Amazon künftig ganzjährig Trödelmärkte für Gebrauchtwaren installieren.
Februar:
Kritiker als TV-Star:
Stefan Niggemeier hat in dem ZDF-Krimi „Tod eines Fernsehkritikers“ seine erste tragende Fernsehrolle. Veronica Ferres tritt als Andrea Kiewel auf — oder umgekehrt. Anke Engelke spielt die Kommissarin. Brainpool produziert, natürlich.
März:
Investition:
Zwei Wuppertaler Studenten gründen das Web-Startup W.A.S.T.E. Es will mit dem Müll im Internet aufräumen. Die Samwer-Brüder steigen mit einem Investment in unbekannter Höhe ein. Unklar ist, ob die Beteiligung kalter Kaffee ist oder die üblichen 5 Euro für die Kaffeekasse.
April:
Werbung:
Bei Spiegel-Online erscheint die erste nicht-klickbare Bannerwerbung.
Mai:
Datenskandal:
Im Internet tauchen die Kassenbons aller Lidl-Kunden auf.
Juni:
Datenskandal II:
Die Kassenbons bei Lidl machen deutlich, dass auch etliche Vorstandsmitglieder des Markenverbands beim Discounter einkaufen.
Juli:
Medien:
Der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) fordert von der Bundesregierung die Finanzierung eines kostenloses Abos für alle Wahlberechtigten als Teil des Konjunkturpakets.
August:
Web:
SZ-Online bringt eine 120-teilige Bildergalerie zum Sommerloch.
September:
Google:
Google kündigt das Projekt TV-Suche an und will künftig alle jemals ausgestrahlten TV-Sendungen einscannen und durchsuchbar machen.
Oktober:
Twitter:
Bei den Twitter-Votes zur Bundestagswahl gewinnt @helmutschmidt
November:
Web:
Welt-Online bringt eine 120-teilige Bildergalerie mit November-Grau-Farbtönen.
Dezember:
Mobile:
Für Mobile Marketing soll 2010 der Durchbruch kommen.
*Eine ernsthafte Prognose gibt es hier am Mittwoch.
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Danke, das hier dürfte schon nicht mehr zu schlagen sein. Selten so gut in einen Montag gestartet.
So fängt das Jahr gut an. Allerdings könnte ich schwören, die SZ-Bildergalerie zum Sommerloch gab es schon 2008.
Wunderbar. Denke aber, im August gibt es eine 120-teilige Bilder-Klick-Serie zur Leichtathletik-WM. Was aber in etwa das Gleich ist, wie ein Sommerloch.
Wie jetzt, die ernsthafte Prognose kommt erst morgen? Und ich dachte, das wär sie schon gewesen.
…became a fan of “nicht-klickbare Bannerwerbung”.
endlich mal wieder ein Lidl-Skandal – ist ja schon recht langweilig geworden
“Für Mobile Marketing soll 2010 der Durchbruch kommen.”… ganz großes Kino!
Super! Ein schöner Seitenhieb auf so manche Orakel-Artikel. Besonders schön: Nicht-klickbare Bannerwerbung und Zeitungsabos als Konjunkturprogramm. Das brauchen wir wirklich!