Spießer Alfons: Schmarotzertum an fremder Tafel
In vielen Städten unseres Landes werden Tafeln gedeckt für Menschen, die ihren Hunger nicht aus eigener Tasche stillen können. So auch in Düsseldorf, wo die Mitarbeiter der Düsseldorfer Tafel ihre ehrenamtliche Tätigkeit ausüben und den Armen und Obdachlosen mit übrig gebliebenen Nahrungsmitteln das schwere Leben ein bisschen erträglicher machen.
Und die Düsseldorfer Tafel hat Werbung gemacht, weil die Spendenbereitschaft deutlich zurückgegangen war. So hingen im Jahre 2003 in Düsseldorf rund 200 Plakate, auf denen Menü-Tafeln vor Abfallbehältern standen und darauf aufmerksam gemacht haben, dass ein „Resteessen“ aus dem Container alles andere als menschenwürdig ist. Agentur: Ogilvy & Mather.![]()
Nun hat die Frankfurter Tafel die Werbeidee aufgegriffen und umgesetzt — wenn Ihr das Motiv bitte mal vergleichen wollt mit den Plakaten der Düsseldorfer!
Es ist unverkennbar, dass es sich hier um ein Plagiat handelt. Das wäre nicht einmal verwerflich, wenn die Frankfurter (Agentur: McCann-Erickson) sich mit ihren Düsseldorfer Gleichgesinnten in Verbindung gesetzt haben, um die Idee zu übernehmen. Wenn. Der Spießer vermutet aber, dass sich hier die Frankfurter Agentur kreativ in Szene setzen wollte mit dem Geistesgut aus Düsseldorf. Und so was ist ausgesprochen unfein.
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Ach, ich vermute dahinter da gar kein mutwilliges Handeln. Da hat sich einfach nur McCann-Erickson gedacht, 2009 auch mal im Award-Zirkus mitzuturnen und hat eine halbgeile Idee ausgeworfen — ohne vorher einen Gedanken daran zu verschwenden, ob’s das nicht vielleicht schon mal gab. Leider ist das eigene Denken nicht immer einzigartig.
Was ich viel merkwürdiger finde, ist der hier angewandte Trick 17: Für eine so mickrige Awardidee eine pompöse Pressemitteilung rausschicken — und wenn die Rechnung aufgeht, haben die Kategorien VKF und Media eine Arbeit mit offiziellem Glanz mehr an der Wand.