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Spießer Alfons: Post an Wagner (23)

12. Januar 2009
von Spießer Alfons

Dz.jpgLieber Gossen-Goethe,

die Woche fängt ja gut an. Was leider ironisch gemeint ist, da die Woche mit Eurer heutigen Kolumne beginnt. Diese richten Euer Merkwürden an „Liebes Deutschland“; und weil Spießer Alfons dazugehört, fühlt er sich angesprochen, Euch zu entgegnen.

Ihr schreibt in pauschaler Feststellung, dass im „Dschungelcamp“ von RTL „absolute Verlierer“ sitzen, die Ihr als „Ex-Menschen aus dem Showgeschäft“ bezeichnet. Frage: Was haben wir BILD-Leser unter „Ex-Menschen“ zu verstehen…? Und Ihr schreibt, großer Dichterfürst, dass „die im Dschungelcamp … das Letzte“ sind, denn „böse Ameisen piken sie“. Was den Spießer nachdenklich macht, denn böse Ameisen haben Alfons auch schon mal gepikt, als er ihnen in seinem Garten begegnet ist.

An dieser Stelle die Frage des Spießers: Warum berichtet Euer Boulevard-Organ genauso ausführlich wie genüsslich (heute sogar auf der Titelseite) über die RTL-Show mit den Ex-Menschen, die das Letzte sind…? Der beachtliche Erfolg derWagnerdeutschland.jpg Sendung rührt nicht zuletzt von der BILD-Berichterstattung her. Und Nutznießer der Berichte über “stinkende Fischabfälle” ist natürlich auch das Blatt, für das Ihr Eure Feder führt.

Von den letzten Ex-Menschen im Dschungel kommt Ihr, Goethe der Gosse, auf die Dresdner Bank in Deutschland zu sprechen, wo Ihr Euer Gehaltskonto habt. Damit habt Ihr etwas gemeinsam mit Spießer Alfons. Was den Spießer und den Goethe der Gosse jedoch unterscheidet: Während Ihr 80.000 Euro im Haben stehen habt, gibt’s beim Spießer nur Euro, die im Soll verbucht sind. Was für Alfons den Vorteil hat: Während Franz Josef Wagner nicht mehr schlafen kann aus Sorge um sein Angespartes, schläft Spießer Alfons sehr ruhig, denn wo nichts ist, kann er gar nichts verlieren.

Ihr, großer Gossen-Goethe, übrigens auch nicht. Es sei denn, die Dresdner hat Euer Vermögen in windige Spekulationsgeschäfte angelegt. Und böse ist, was Ihr mit Eurer heutigen Kolumne angerichtet habt. Denn Ihr schürt damit die Angst bei allen primitiven privaten Anlegern, die nun befürchten, dass sie ihr Gespartes bei der Dresdner Bank verlieren könnten. Und wer-weiß-wieviele BILD-Leser werden daraufhin zu ihrer Dresdner-Filiale eilen, um ihre Kröten ans rettende Ufer, nämlich unter die eigene Matratze, zu bringen. Womit Ihr der Bank einen erheblichen Schaden zugefügt habt. (Passt bloß auf, dass die Dresdner Banker Eurer Gespartes nicht an Eure Gläubiger Leser, die Euren Worten glauben, auszahlen!)

Statt dass Ihr, werter Gossen-Goethe, Eure 80.000 Euro heimlich von der Dresdner Bank abholt und in Euren Sparstrumpf oder — besser — in die Wirtschaft steckt, schürt Ihr die Angst bei Millionen Bürgern und helft auf diese Weise tatkräftig mit, unser braves Deutschland in ein böses Dschungelcamp zu verwandeln.

Schmerzlichst
Euer
Spießer Alfons

Nachtrag: Spießer Alfons würde sich wahnsinnig freuen, wenn Franz Josef Wagner im nächsten “Dschungelcamp” mitten drin wäre!!!

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Kommentare zu “ Spießer Alfons: Post an Wagner (23) ”

  1. tutnichtszursache am 12. Januar 2009 um 15:45 Uhr

    lieber spießer,
    wie oft kann man wohl die bezeichnung “gossen-goethe”
    verwenden bevor es dem leser zum hals raushängt?

    rat halt mal..^^

  2. alterjakob am 12. Januar 2009 um 18:09 Uhr

    Grundsaetzlich kann ich die (bisher wohl) 23 mal gut aushalten, zumal der Herr Wagner ja auch gerne im Dreck ander Leute wuehlt. Da passt der Name recht gut. Aber man koennte ja auch variieren. Aus der Huefte geschossen kommen mir z.B. Kloaken-Kafka oder Odel-Orwell in den Sinn. Sind sogar ebenfalls Alliterationen…

  3. Spießer Alfons am 12. Januar 2009 um 18:40 Uhr

    Hinweis: Der Name “Gossen-Goethe” stammt nicht von mir, den hat Wagner irgendwann von einem Medium verliehen bekommen. Wie ich hörte, hat er ihn dankbar angenommen, so dass er so etwas wie ein Künstlername ist.

  4. alterjakob am 12. Januar 2009 um 18:46 Uhr

    Ich meine den Namen zuerst in Gerhard Henschels Buch “der Gossenreport” gelesen zu haben. Das Buch ist aber weg (“verliehen”), insofern kann ich nicht nachsehen und bin mir daher auch nicht sicher.

  5. vader am 13. Januar 2009 um 01:21 Uhr

    Naja, Spiesser — auch mit Soll kann man verlieren: Bei einer Deflation ;-) .

  6. Spießer Alfons am 13. Januar 2009 um 07:44 Uhr

    @ vader

    :)

  7. Fuxbeck am 13. Januar 2009 um 09:55 Uhr

    @ vader
    Ja, genau, die Jungfernhaut.

  8. Polemikus am 13. Januar 2009 um 10:14 Uhr

    Passen wären übrigens auch:
    - Schlamm (oder Schmutz)-Schiller
    - Hanebüch-Homer (oder noch besser: Hane-Büchner?) und
    - Po-Poe (der ist fast schon was flach).

  9. puck of pook's hill am 13. Januar 2009 um 12:00 Uhr

    “Womit Ihr der Bank einen erheblichen Schaden zugefügt habt.”

    http://www.heise.de/newsticker.....ung/121562

  10. Schmierwurst am 13. Januar 2009 um 19:12 Uhr

    Mich tät mal interessieren, ob Du eigentlich schon mal Antwort von Wagner auf Deine offenen Briefe bekommen hast?

  11. Spießer Alfons am 13. Januar 2009 um 19:15 Uhr

    @ Schmierwurst

    Um es kurz zu beantworten: nö. Was sollte er auch antworten…?!?

  12. Klaus Baum am 14. Januar 2009 um 12:28 Uhr

    Ich dachte bis heute, Spießer Alfons wäre der Franzose mit deutschem Akzent vom Saarländischen Fernsehen. Wieder etwas dazu gelernt. Die häufige Wiederholung der Wortkombination Gossen-Goethe hat mich nicht gestört. Was mich stört, ist Herr Wagner.

  13. LuckyStrikes am 17. Januar 2009 um 22:11 Uhr

    Wer sich über den Namen “Gossen-Goethe” echauffiert, sollte sich mehr über Herrn Wagner selbst wundern, anstatt über den Kolumnisten, der das übermaßige Zurschaustellen des Brüstens eines fremdverliehenen (?) Namens (der einen sauer Aufstossen lässt, sofern man sich auch nur bedingt mit Literatur beschäftigt) kommentiert. Ich denke, daher auch die “oftmalige” Wiederholung des Selben im Artikel. Zumindest wenn ich mich nicht irre ^^
    Ich finds gut :)
    Ich selbst kenne zwar nur die Selbstbezeichnung Wagners als eben jener “Gossen-Goethe”, habe mich aber mit der Materie nicht beschäftigt, wohl aufgrund der mangelnden Bedeutung des Subjektes *g* Auch mit dem Präfix ists für mich schlicht ein typischer Wagner, oder einfach: maßlos.

    Mit freundlichen Grüßen, einem “Weiter so!” …

    und einem P.S: Entschuldigt meinen Hang zu Schachtelsätzen o:) Ist schon spät.

ivw