Spießer Alfons: Post an Wagner (24)
heute schreibt Ihr an „liebe Winter-Fans“. Obwohl Alfons der Spießer nicht dazu gehört, muss er dennoch auf Euren Brief antworten, da Ihr Euch darinnen auf biblischen Pfaden bewegt und dabei durch ein ziemlich seichtes Gewässer schreitet.
So schreibt Ihr, großer Dichter des Volkes: „Schade, dass Jesus nie Schnee und Eis gesehen hat.“ Frage: Woher wissen Euer Merkwürden dieses so genau? Laut den Berichten von Matthäus (nein, nicht der Fußballer, sondern der Apostel!) hat Jesus den Berg Hermon gesehen, der mehrere Monate im Jahr von Schnee bedeckt ist. Aber das nur nebenbei.
Ihr schreibt: „Wir gehen zurzeit über gefrorenes Wasser, als wären wir Jesus.“ Und noch einmal wiederholt Ihr es für Eure Gläubigen: „Und dann gehen wir über den See, als wären wir Jesus.“
Das ist natürlich eine Irrlehre, denn laut der Bibel ist Jesus niemals über gefrorenes Wasser gegangen. Und wenn wir es tun, machen wir es nicht, “als wären wir Jesus”, sondern weil das Eis uns trägt. So gesehen predigt Ihr ein falsches Wort. Oder Ihr beruft Euch auf heutige Wissenschaftler, die behaupten, dass es vor 2000 Jahren auch alle 160 Jahre mal Eisschollen auf dem See Genezareth gegeben haben könnte. Dann aber wäre Eure Tatsachenbehauptung, dass Jesus nie Eis gesehen hat, ebenfalls unrichtig.
Und Eure Feststellung: „Das Wunder, über Wasser zu gehen, hätte er sich geschenkt“, ist für einen Christen natürlich eine törichte Aussage. Denn Jesus ging über das Wasser, weil er seinen Jüngern, deren Boot in Not gekommen war, zu Hilfe eilen wollte.
Werter Goethe der Gosse, hat Euer Blatt, dem Ihr dient, nicht schon viele Bibeln editiert? Vielleicht wäre es mal an der Zeit, dass Ihr Euch auch mit dem Inhalt der Heiligen Schrift befasst, damit Ihr in Eurer eiligen Schrift ein wenig mehr den Glauben im Blicke habt.
Halt! Noch etwas: Ihr glaubt richtig, dass der Leichtsinn schuld ist am Tod eines Menschen, der sich auf’s dünne Eis gewagt hat. Und darum solltet Ihr, lieber Gossen-Goethe, immer schön vorsichtig sein, damit Ihr Euch nicht auch auf brüchigem Boden bewegt!
Schmerzlichst
Euer
Spießer Alfons
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Ach Spießer Alfons,
was arbeitest Du Dich so ab an diesem Mann?
Zieh doch einfach mal das Fazit: Der Mann faselt. Er ist unbelehrbar. Es ist vergebliche Mühe…
@ Joewe
Danke für den Tipp!
Der Mann hat das Ohr des Volkes. Wie viele Politiker auch. Würdet Du einem politischen Journalisten sagen, er soll aufhören, einen bestimmten Politiker zu kritisieren…?
Merke: Die Hoffnung stirbt zuletzt. Und ich habe das Gefühl, dass auch BILD.blog schon sehr viel erreicht hat.