HORIZONT.net HORIZONTjobs HORIZONTpeople HORIZONTstats

Spießer Alfons: Anschlag in Schilda

24. Januar 2009
von

Unsinnige Werbung kann dem Spießer im Grunde schnurzpiepegal sein, denn es ist ja schließlich nicht seine Kohle, die dabei verheizt wird.

Im folgenden Fall jedoch ist es anders. Denn bei dem Plakat, das Alfons hier aufspießt, ist der Spießer finanziell beteiligt, da er ein Steuerzahler ist, der in Ahrensburg wohnt und arbeitet. Und dort wurde soeben ein Anschlag auf die Bewohner verübt. Mittels Plakat — siehe die Abbildung!

SchrothAhrensburg.jpgWir sehen im Bilde einen ehemaligen Mitarbeiter der ehemaligen Hamburger Werbeagentur Lintas, nämlich Horst Schroth, der schon lange ein berühmter Kabarettist ist und von Spießer Alfons sehr geschätzt wird. Und nämlicher Horst Schroth ist Neubürger der Stadt Ahrensburg.

Die Stadt Ahrensburg wirbt nun also mit dem Plakat, auf dem Horst Schroth den Reiseteil einer Zeitung liest. Und darunter steht: „Schön zu Hause zu sein…“ Ohne Komma hinter “schön” meint das: Der Mann ist schön und zu Hause.

Im Kleingedruckten, das auf Plakaten selten gelesen wird, steht in versalen Lettern: „AHRENSBURG — ENTSPANNUNG INKLUSIVE“. Und darunter folgt ein Zitat des Kabarettisten Schroth und also lautend: „Termine und Auftritte das ganze Jahr hindurch machen mich zum Reisenden. Aber wieder angekommen in Ahrensburg, bin ich zu Hause.“

Hä…? Was ist das für eine Feststellung: Wenn ich wieder nach Hause komme bin ich zu Hause. Klar, wo bin ich denn sonst?!?

Würde auf dem Plakat stehen: “Ich habe einen Wohnsitz in München, ein Haus in Hamburg und eine Finca auf Mallorca — aber zu Hause bin ich in Ahrensburg”, dann würde diese Aussage wenigstens Sinn machen. So aber macht sie Unsinn.

Das Plakat soll für Schilda Ahrensburg werben. Und wo steht die Plakatsäule? Vielleicht im benachbarten Hamburg und in angrenzenden Gemeinden…?

Ne, das Motiv wird in Ahrensburg plakatiert. Um den Bürgern zu sagen: Wenn sie nach Ahrensburg kommen, sind sie zu Hause. Was den Hamburgern, sollten die mal nach Ahrensburg kommen, natürlich nicht so geht: Wenn die nach Hause kommen, sind sie in Hamburg.

Ja, wenn die Bürger von Schilda sich in Werbung versuchen, dann werben sie nicht um oder für andere, sondern an und für sich.

…………………………………………………………………………..
Beiträge verpasst?
Abonnieren Sie off the record – Blog für Marketing, Werbung und Medien per E-Mail

Facebook und Co: Teilen und aufbewahren Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • Facebook
  • TwitThis
  • LinkedIn
  • del.icio.us
  • email
  • MisterWong
  • Y!GG

Ähnliche Artikel

Tags: , ,

Kommentare zu “ Spießer Alfons: Anschlag in Schilda ”

  1. Max am 24. Januar 2009 um 13:29 Uhr

    Echt armselig.

  2. Klecks am 24. Januar 2009 um 13:58 Uhr

    Ist Ahrensburg nicht auch die Stadt, wo auf dem Dorfplatz dieser dämliche Muschelläufer von dem Plastiker Wolke steht, und die Leute sich entweder darüber ärgern oder kaputt lachen – je nachdem, ob sie Bewohner oder Besucher von Ahrensburg sind?

  3. tom am 24. Januar 2009 um 17:00 Uhr

    Nur ein Tausendstel so schlimm wie das neue Logo von Cottbus… hier: http://www.maerkischeallgemein.....rgalerie=J

  4. Spießer Alfons am 24. Januar 2009 um 17:08 Uhr

    @ Klecks

    Ahrensburg ist kein Dorf, weshalb es auch keinen Dorfplatz gibt ;) . Der Platz, auf dem der “Muschelläufer”, der in Wahrheit ein Schneckensteher ist, steht, heißt Rondeel. Die Ahrensburger nennen das Plastikmonster “Blaumann”. Und die Bürgermeisterin, die zu den Stiftern des Blaumannes gehört, hat vom Künstler ein Geschenk bekommen: Den “Muschelläufer” als kleine Statue. Und die Politiker der Stadt haben die Bürgermeisterin beauftragt, mit dem Künstler über eine Versetzung des Blaumannes zu reden. Das fällt ihr offensichtlich schwer. Vielleicht wegen der besagten “Zuwendung”, die sie vom “Künstler” angenommen hat…? Staatsbedienstete dürfen von Vertragspartnern ja bekanntlich keine Geschenke annehmen. Ja, ja, ist schon lustig, was hier in Ahrensburg so passiert! Daraus könnteHorst Schroth ein komplettes Kabarett-Programm machen!

  5. Spießer Alfons am 24. Januar 2009 um 17:09 Uhr

    @ tom

    Ich pflichte Dir bei! Das ist ja das gedruckte Grauen pur! :(

  6. seven am 25. Januar 2009 um 00:46 Uhr

    Sag mal, Spiesser,

    warum löscht du denn die Kommentare, die Horst Schroth betreffen, kommentarlos?

  7. Spießer Alfons am 25. Januar 2009 um 09:59 Uhr

    @ seven

    Lieber seven, Du irrst – hier wurde gar nichts gelöscht. Du hast Deinen Kommentar zu einem anderen Beitrag abgegeben, nämlich unter dem Schroth-Artikel aus BILD, zu dem der Link oben geführt hat.

  8. seven am 26. Januar 2009 um 01:56 Uhr

    Ups…und ich hab mich schon gewundert. Bitte entschuldige meinen Irrtum.

  9. Tess am 26. Januar 2009 um 12:23 Uhr

    Plötzlich gefällt mir Be Berlin wieder oO
    Arme Cottbusser ;)

  10. Dr. Pflichtfeld am 26. Januar 2009 um 17:44 Uhr

    Haha, als ich das Cottbus-Logo gesehen habe musste ich laut lachen! Und ich gehöre zu den Menschen, die – wenn sie alleine vorm PC sitzen – praktisch nie laut lachen.
    Ehrlich, kein Satiriker hätte sich ein scheußlicheres Logo ausdenken können…dafür kann man nicht einmal für die Hasch- und LSD-Zweckgemeinschaft e.V. werben.

ivw