Spießer Alfons: Nachrichten@Notizen (17)
Welche Flexibilität?
Spießer Alfons las bei HORIZONT.NET, dass Procter & Gamble an die Medien ein paar Forderungen stellt. „Was ich mir wünsche“, so Bernhard Glock, Vice President Global Media &
Communications bei Procter & Gamble, „ist Flexibilität, um auf Markt- und Konsumentenveränderungen reagieren zu können, das kann auch schon mal kurzfristig sein.“ Und weiter: „Ich will auch von den Medien wissen, was für Ideen sie haben, um meine Botschaft effizienter und effektiver zu machen. Und nicht immer nur hören, wie ich mehr Geld ausgeben kann.” Und dann wünscht er sich noch niedrige Anzeigenpreise, der Anzeigenkunde. Klar, genauso, wie jede Waschfrau sich niedrige Waschmittelpreise wünscht.
Was aber will der weltweite Media-Häuptling von Procter den Medien mit der Vokabel „Flexibilität“ andeuten? Sicher meint er nicht Anzeigenschlusstermine, die fünf Minuten vor Andruck liegen. Oder Abgabe der TV-Spots noch drei Minuten vor Ausstrahlung. Sondern? Doch nicht etwa redaktionelle Zugaben…?
Die Erben vom Grosso
Dass es
den Print-Medien nicht mehr so goldig geht wie in guter alter Goldgräberzeit, das hat sich inzwischen herumgesprochen. Und nach Bauer geht nun auch Springer los in Richtung auf die Monopolisten, sprich: Pressegrossisten, und hält denen vor, dass diese Unternehmen für viel Geld wenig leisten.
Obwohl der Spießer sich da eigentlich raushalten könnte, stimmt er sowohl Yvonne Bauer als auch Andreas Wiele zu: Presse-Grossisten saßen bisher wie die Barone auf ihren Erbhöfen und haben viel Geld verdient, indem sie Zeitungen und Zeitschriften von A nach B transportiert und Rechnungen geschrieben haben. Ein unternehmerisches Risiko haben sie nicht: Was im Regal liegen bleibt, geht nicht zu Lasten des Grosso, sondern der Verlag bekommt die Remissionsabrechnung.
Wenn Grossisten das anders sehen, haben sie hier die Möglichkeit, dem Spießer und allen mitlesenden Verlagen ihre Meinung zu schreiben. Wenn sie das nicht für nötig halten, dann bekennen sie sich schuldig im Sinne der verlegerischen Anklage.
Lotto und Gewinn
Auch Spießer Alfons wollte auf die Schnelle zum Multimillionär werden. Hat aber nicht geklappt. Am
vergangenen Mittwoch immerhin 3 Richtige mit ZZ! Dafür bekam Alfons 31,70 Euro bar auf die Kralle. Und bei dieser Gelegenheit hat der Spießer auch nachgeschaut, was man bekommt für 5 Richtige. Also fast ein Sechser mit nur Einem weniger.
Wisst Ihr eigentlich, was Ihr für 5 Richtige bekommen hättet? Alfons hatte bis gestern noch geglaubt: rund 100.000 Euronen.
Ist aber nicht. Genau 2.906,50 Euro gibt’s. Für 5 (fünf) Richtige!
Warum spielen wir eigentlich Lotto, wir alten Träumer?!
Konsum und Werbung
Wenn der Spießer seinen Karren durch den SB-Markt schiebt, dann sieht er dort nicht nur volle Regale, sondern auch gefüllte Einkaufswagen. Die Leute kaufen wie eh und je, denn die größte Krise für den Menschen ist ein leerer Magen.
Mit anderen Worten: Regale voll, Kunden davor und Werbung stagniert. Der Verbraucher shoppt, die Werbung stoppt. Ein Wort von Spießer Alfons an die Marketing-Strategen: Noch nie war es so einfach wie heute, Kunden zu fischen, da der Werbedruck nachgelassen hat. Wer jetzt antizyklisch agiert, gewinnt garantiert.
Eine Binsenweisheit, klar. Aber diese Weisheit scheint zur Zeit in die Binsen zu gehen.
Vorauseilender Gehorsam
Ist es klug, wenn Mediaexperten verkünden, dass sie Einbrüche im Werbemarkt „erwarten“? Warum erwarten sie nicht lieber Steigerungen? Wenn die Kunden der Agenturen lesen, dass ihre Agenturen weniger Etat erwarten, ja, warum sollten sie ihnen denn mehr geben…?
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