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Sex-Verbot als Tugend der Werbung

3. Februar 2009
von

Internet, du hast es besser. Anders als zumindest im US-TV dürfen sexy Spots da ungestört Werbung machen. Vielleicht ist aber solch ein Verbot gerade auch ein Vorteil für die Kampagne.

Zensurfall 1: Das Verbot eines frischen Spots der Tierschutzorganisation PETA. Er durfte nicht während der Super-Bowl-Übertragung im US-TV gezeigt werden. Zu viel Fleisch nackte Haut, zu viel mit doppelbödigem Einsatz gezeigtes Gemüse. Vielleicht wollte sich PETA die teuren Schaltkosten auch gar nicht leisten und hat die Provokation für den amerikanischen Markt durchaus geplant, das Verbot kalkuliert. Jetzt setzt der Spot für Vegetarier jedenfalls im Web mächtig Klick-Speck an und sorgt für Traffic Richtung Microsite Veggielove und Bild-PR.

Calvin Klein hat mit solcherlei Grenzüberschreitung Erfahrung. Zensurfall 2: Die jüngste Kampagne für die Frühjahr-Jeanskollektion mit den räkelnden Models Anna Selezneva, Anna Jagodzinska und Natasha Poly war den Sittenwächtern in den USA zu offenherzig: TV-Verbot für das Commercial von Baron & Baron, New York. Ergebnis: Ein herrlicher Buzz im Web und demnächst wohl reichlich Klicks bei Youtube und Co ohne teuere Mediagelder.


Das hat für Calvin Klein mit Eva Mendes auch schon mal funktioniert. Sie zeigte in dem Spot “Secret Obsession” reichlich Haut und (NSFW) einen Nippel.

Für deutsche Verhältnisse ist das alles vergleichsweise harmlos. Da würde man sich von der  CMA  vielleicht etwas weniger welke Kampagnen sogar wünschen. Vielleicht zwingt die finanzielle Not ja den Verband nun zu provokanteren und viral gedachten Lösungen.

Denn das Bundesverfassungsgericht hat der CMA eine wichtige Finanzquelle verstopft. Landwirte und Lebensmittelhersteller müssen der CMA nun keine Gelder mehr für die zentrale Vermarktung ihrer Produkte zahlen. Mit den Sonderabgaben wurden bislang Kampagnen für Milch, Fleisch und Gemüse finanziert.
Heute ist ein schwarzer Tag für die deutsche Landwirtschaft“, meint dazu CMA-Geschäftsführer Markus Kraus. Vielleicht aber ist das ein guter Tag für leckere kreative Werbung. Wie man mit Gemüse umgeht, kann sich die CMA ja beispielsweise schon einmal bei PETA abschauen.

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Kommentare zu “ Sex-Verbot als Tugend der Werbung ”

  1. silberlicht am 3. Februar 2009 um 17:28 Uhr

    Sehr passend dazu Peter Lichts Aufruf an alle Werbeschaffenden: http://www.youtube.com/watch?v=utxboyMzP78

  2. M. am 5. Februar 2009 um 22:57 Uhr

    Kreative Werbung? Viral gedachte Lösungen? CMA???

    … du hast noch nie für den Verein arbeiten dürfen, oder, Olaf? ;)
    Keine, absolut ganz und gar keine Chance für irgend etwas Sinnvolles in Sachen Kommunikation.

    …aber vermutlich weilt der Laden jetzt ohnehin nicht mehr lange unter uns. Danke.

  3. OlafKolbrueck am 6. Februar 2009 um 10:33 Uhr

    @M.
    Nein Hab noch nie für die CMA gearbeitet. Hatte aber schon mit denen zu tun. Die Erfahrung sagt mir also auch, dass “Sinnvolles in Sachen Kommunikation” dort kaum zu erwarten ist. Aber man darf ja noch hoffen dürfen. Auch wenn Hoffnung manchmal eine Illusion ist. :-)

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