Twitter: Marken-Tweets als Cash-Cow?
In den USA tauschen bereits etliche Marken als Corporate Twitter über den Microblogging-Dienst kurze Botschaften von bis zu 140 Zeichen mit den Kunden aus. Hierzulande tasten sich Unternehmen nur vorsichtig an die für Außenstehende zuweilen seltsam wirkende Mischung aus Geplauder, Nachrichten und Botschaften heran. In Deutschland sind es beispielsweise Daimler, T-Mobile G1 und Ebay. Daran verdient bislang nur die PR-Agentur, die den Account betreut.
Nun will womöglich auch Twitter, bislang um ein Geschäftsmodell noch verlegen, dabei die Hand aufhalten. Schluss mit der Kostenlos-Kultur für Marken bei Twitter?
Gründer Biz Stone will offenbar nicht länger tatenlos zusehen, wie die Marken auf dem Medienkanal für lau trittbrettfahren.
“We are noticing more companies using Twitter and individuals following them. We can identify ways to make this experience even more valuable and charge for commercial accounts”, zitiert ihn Brand Republic.
In den USA beschränken sich Marken zudem längst nicht mehr auf Geplauder mit den Kunden. Dort gewinnt Twitter auch als Vertriebskanal Relevanz. So offerierte der Computerhersteller Dell allen rund 12.000 Abonnenten von @DellOutlet per Tweet einen 30-Prozent-Discount auf einen Laptop. Ein Klick auf den entsprechenden Link führte die Nutzer direkt zur Produktseite.
Wenn es ums Geld verdienen geht, dann muss Twitter aber auch das Problem der Fake-Accounts lösten. Der Fall des scheinheiligen Dalai-Lama-Accounts zeigt dies einmal mehr. Denn von den Fälschungen sind nicht nur Prominente betroffen sondern auch Marken. Die dürften aber nur wenig Zahlungsbereitschaft zeigen, wenn gleichzeitig immer wieder gefälschte Marken-Accounts wie die WhopperVirgins loszwitschern. Twitter arbeitet angeblich derzeit an einem System zur Verifizierung.
Update: Wie schon Bastian Scherbeck in den Kommentaren anmerkt, werden die bestehenden Funktionen weiter kostenlos blieben. Premium-Dienste sollen dagegen wohl kostenpflichtig werden. Im Twitter-Blog (via) heißt es:
“Twitter will remain free to use by everyone—individuals, companies, celebrities, etc. What we’re thinking about is adding value in places where we are already seeing traction, not imposing fees on existing services.”












Hallo Olaf,
“Daran verdient bislang nur die PR-Agentur, die den Account betreut” – da muss ich dich leider enttäuschen. Die drei bisherigen Daimler-Tweets haben wir uns alle selbst ausgedacht
Gruß, Nils
@nils könig:
Das ist arbeitsplatzvernichtend und konjunkturfeindlich. Aber andererseits hat man bei daimler ja jetzt auch zeit.
Aber im Ernst. bei ebay, t-mobile und anderen partizipieren schon die Agenturen.
Die meisten Firmen haben hierzu Lande den kanal noch nicht verstanden und twittern nur dumpfe Werbebotschaften…
Hallo Olaf,
zumindest was eBay angeht, kann ich das bestätigen, da ich den Account betreue. Allerdings kam heute Nacht die Meldung, das Unternehmen weiter kostenfrei twittern können wenn Sie sich mit den regulären Funktionen zufrieden geben. Nur Premium-Funktionen sollen extra kosten
Grüße, Bastian