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Xing haut Online-Spiel in den Sack

16. Februar 2009
von Olaf Kolbrück

Über Plakate an der Wall Street mit der Aufschrift “Jump! You fuckers!” hat so mancher noch gelacht. Beim Online-Spiel  Save the Sacked von Xing, bei dem springende Menschen per Xing-Fallschirm gerettet werden sollten, hörte für viele indes die Lust am Galgenhumor auf. Nach heftigen Protesten hat das Business-Network Xing das nur viral beworbene Online-Spiel wieder vom Netz genommen.

Auf der inzwischen zu Xing umgeleiteten Website savethesacked.com mussten die Nutzer Menschen retten, die angesichts von Wirtschaftskrise und Jobverlust vom Hochhaus springen. Figuren konnten gerettet werden, wenn die Spieler sie mit einem Xing-Fallschirm ausstatteten.

Knapp vier Wochen lang durfte man auf der Website virtuell Menschen retten. Dann brach in den vergangenen Stunden bei Twitter ein Sturm der Entrüstung los. „Geschmacklos“ urteilte dort eine lautstarke Mehrheit. Xing reagierte. Die in Zusammenarbeit mit der Agentur Deepblue erstellte Website wurde flugs abgeschaltet. Das Spiel habe ungewollte „Irritationen“ hervorgerufen, so Xing-Sprecher Thorsten Vespermann. Die in dem Spiel eingesetzten „Metaphern“ seien offenbar nicht von allen Nutzern verstanden worden. Dabei hat es auch bei Twitter durchaus auch positive Reaktionen auf diese Art des schwarzen Humors gegeben. Um weitere Irritationen zu vermeiden, so Vespermann, habe man die Website dennoch abgeschaltet.

Mehr zum Thema gibt es beim Werbeblogger, der auch einen Screenshot gerettet hat.

Das Online-Spiel im Video dokumentiert von boocompany:

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Kommentare zu “ Xing haut Online-Spiel in den Sack ”

  1. Martin Oetting am 16. Februar 2009 um 18:02 Uhr

    Krass finde ich die Aussage, dass “es nicht von allen verstanden worden sei”. Mit anderen Worten: manche Nutzer sind zu dumm, daher nehmen wir’s runter. Respekt sieht anders aus: “Unsere Arbeit war wohl missverständlich, das tut uns leid” wäre meiner Ansicht nach deutlich besser gewesen. Ich frage mich, ob das a) Hauruck-Aktionen gegen LinkedIn sind und diese b) mit Lars als Chef auch gemacht worden wären.

  2. Merzmensch am 16. Februar 2009 um 18:50 Uhr

    Andererseits hat XING als einziges aus 9 Social Networks das Profil von Allizee Zeva, der fiktiven Figur aus der neuen Marketing-Campagne zur kommenden TV-Serie Fringe, gelöscht.

    Und ich weiss nicht, ob es gut ist :-)

    Bei anderen SNs ist die Figur drin und kommuniziert mit Spielern durch geheime Botschaften.

    Hat was von Cloverfield-Feeling.

  3. Max am 17. Februar 2009 um 09:31 Uhr

    XING ist peinlich. Das Spiel war Schrott und es zeigt wie verzweifelt um Marktanteile gekämpft wird. Coolness kann man eben nicht viral erzeugen. Entweder man ist cool oder man ist es nicht.

  4. Frank am 17. Februar 2009 um 10:45 Uhr

    @Max: Ich denke, du triffst es ziemlich gut. Xing – bzw. der OpenBusinessClub war überhaupt nicht Cool. Es war nicht an der Börse. Es hatte einen halbwegs seriösen Anstrich. Es hat wohl nicht genug eingespielt. Gut, die Kunden waren überwiegend zufrieden und damals hielt sich das mit den Dampfplauderern auch noch in Grenzen.

    Aber dann erinnerte man sich daran, daß man das Ganze irgendwann mal teuer verkaufen wollte – und wenn Google + Co. schon nicht wollten, musste man halt an die Börse. Dazu bekam der OpenBusinessClub

    - einen neuen Namen: Xing – klingt wie Zahnweh
    - ein neues Layout: Mischung aus Schmerzzentrum, OP und Narkose

    ging an die Börse, bekam unverschämt viel Geld und verlor auf dem Weg nur viele Altkunden. Die kommen nicht zurück, also muss man mehr Dampfplauderer anwerben, die sich gegenseitig Vorwerk-Staubsauger verkaufen.

    Also musste Xing Cool werden.

    Das Spiel wurde übrigens kurz vor Release nochmal geändert, eigentlich spielte man nen Affen, der die Xing-Manager vom Hochhaus warf und dabei musste man Mülldeponien und so treffen ;)

    gruß

  5. MF am 17. Februar 2009 um 13:00 Uhr

    Xing sollte sich nicht auf derartige Werbung herablassen. Paßt einfach nicht. Wahrscheinlich haben die Xing-Verantwortlichen damit die außerordentliche Wirkung von “Guerilla-Marketing” ausprobiert. Ging nach hinten los, da es sich für ein Business-Portal einfach nicht schickt derart zu werben.
    Also weiter die Gehirnwindungen aufheizen um eine “coole” Werbeaktion zu finden die euch vor der Welle: “Linkedin” rettet. Und die wird kommen.
    Lars Hinrichs wusste genau warum er geht!

  6. Die_Aufregung_geht_mir_auf_dem_Sack am 17. Februar 2009 um 16:45 Uhr

    Liebe Leute, es ist doch nur ein Spiel – Da begeht keiner Selbstmord und es stirbt auch keiner (oder hat das jemand gesehen?). Man sieht die Leute sogar zum Schluss mit witzigen Schildchen in der Hand, wie z.B. „Will Blog for Food“. Die Leute werden gefeuert und quasi mit einem Tritt in den Allerwertesten aus dem Gebäude befördert. Meine erste Reaktion war ein Schmunzeln….
    Wie kommt man darauf 9/11 darein zu interpretieren bzw. dass Leute sterben? Warum wird nur immer alles gleich negativ ausgelegt? Manchmal könnte man denken, dass Leute nur auf der Suche nach Skandalen sind! Also ich fands eher witzig…

ivw