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Die Irrelevanz von TV-Korrespondenten

18. Februar 2009
von

huesch1.jpgGestern war einer der Sternstunden im deutschen Gebührenfernsehen, wie man sie in dieser Klarheit nur selten erlebt. Es war in den “Tagesthemen” als Korrespondentin Hanni Hüsch, Studioleiterin der ARD in Washington, vorführte, welche journalistische Relevanz top-dotierte TV-Korrespondenten haben. Nämlich gar keine.

Es war ein Satz,  der künftig all jenen als Beweis genügen dürfte, die Korrespondenten ohnehin nur als Marketingkniff verstehen, der Authentizität vorgaukeln soll.

Lange hatte Caren Miosga in den “Tagesthemen ” den Bericht über die dramatischen Gespräche über den Sanierungsplan für General Motors und das drohende Opel-Desaster  angeteast und angeheizt und auf die Informationen der ARD an Ort und Stelle gesetzt. Dann machte Hanni Hüsch den Millionen da drausen in Bielefeld und Tutzingen klar, wie Korrespondenten arbeiten, die sich so gerne als recherchierende, investigative journalistische Speerspitze am Puls der Zeit inszenieren, und warum sie das beispielsweise in Washington tun müssen und nicht, sagen wir mal in Bad Soden. Vermutlich weil man dort gar nicht all diese wunderbaren technischen Möglichkeiten hätte, derer sich Korrespondenten heutzutage dank gepflegten Gebührenpolsters bedienen können.

Da fragte dann also Caren Miosga sinngemäß, was es denn so Neues gebe von den Verhandlungen.

Hanni Hüsch:

“Wir starren auch mit großem Interesse vor allem auf die Internet-Seite von GM”.

Wenigstens hat sie nicht Twitter gesagt.

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Kommentare zu “ Die Irrelevanz von TV-Korrespondenten ”

  1. Max am 18. Februar 2009 um 08:43 Uhr

    Wirklich erschreckend! Aber Gebührenfernsehen ist eben ähnlich wie ein Staatskonzern. Da ist immer Geld da und es wird ausgegeben. Fertig aus.

  2. fummel am 18. Februar 2009 um 09:28 Uhr

    Na, so lohnen sich die geschätzten 300.000 – 500.000 Euro p.a. Gehaltskosten (aus unseren Zwangsgebühren finanziert). Obwohl: Fr. Mioska gestern recht hart nachgefragt hat bei Genosse Kanzlerkandidat wg. Bagdad Besuchsintentionen).

  3. Merzmensch am 18. Februar 2009 um 09:29 Uhr

    Wenn sie “Wikipedia” sagen würde, hätte ich es ihr noch abgekauft :-)

  4. Kowalski am 18. Februar 2009 um 10:07 Uhr

    Na ja, was kann man denn von Beamten auch Anderes erwarten?

  5. JeyPie am 18. Februar 2009 um 12:57 Uhr

    Dafür zahl ich doch gern die GEZ – so können die wenigstens über schnelles DSL auf anderen Websites recherchieren…..die Armen :-)

  6. drikkes am 18. Februar 2009 um 13:57 Uhr

    “Es war ein Satz, der künftig all jenen als Beweis genügen dürfte, die Korrespondenten ohnehin nur als Marketingkniff verstehen, der Authentizität vorgaukeln soll.”

    Wenn es denn noch eines Beweises bedurfte…

  7. Pest0 am 18. Februar 2009 um 16:59 Uhr

    Warum diese Bissigkeit den Kollegen vom anderen Medium gegenüber? Und warum alle(s) über einen Kamm? Unabhängige Korrespondenten vor Ort sind – gerade in Zeiten des Internet und des “embedded journalist” – oft die wertvollste Nachrichtenquelle. Viele sind sogar bereit, dafür ihre Bequemlichkeit (Gruß nach Bad Soden) oder sogar ihre Gesundheit aufs Spiel zu setzen. Und was ist ein bloggender chinesischer Dissident am Ende anderes als ein Korrespondent?
    Etwas mehr Souveränität, bitte.

  8. Frank am 18. Februar 2009 um 17:13 Uhr

    TV-Korrespondenten sind doch das journalistische Pendant zu Europa-Abgeordneten oder? Bei der eigentlichen Arbeit stehen sie nur in den Füßen rum und dort können sie nicht allzuviel kaputt machen.

    gruß

  9. Alf am 18. Februar 2009 um 19:52 Uhr

    Die Kritik ist überzogen. Es ist doch bekannt und wie ich finde legitim, dass inzwischen alle Journalisten das Internet nutzen. Problematisch wird es bloß, wenn es ausschließlich genutzt wird und es als sichere Quelle angesehen wird. – Und da haben sich schon andere Journalisten einiges geleistet.

  10. OlafKolbrueck am 18. Februar 2009 um 19:57 Uhr

    @pest0 Natürlich gibt es auch die von dir beschriebenen Korrespondenten. Aber oft – oder immer öfter – sind sie schlicht Aufsager vor hübscher Kulisse und damit Staffage, die dann manchmal aus Brahamputra über Dinge in einem gänzlich anderen Ende des Erdballs berichtet. Aber das war glaube ich in Switch Reloaded und kommt in der Realität sicher nicht vor. ;-)

  11. Herr B am 19. Februar 2009 um 18:46 Uhr

    Pfui aber auch, so einen billigen polemischen Tiefschlag hätte ich hier nicht erwartet.

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