Die Irrelevanz von TV-Korrespondenten
Gestern war einer der Sternstunden im deutschen Gebührenfernsehen, wie man sie in dieser Klarheit nur selten erlebt. Es war in den “Tagesthemen” als Korrespondentin Hanni Hüsch, Studioleiterin der ARD in Washington, vorführte, welche journalistische Relevanz top-dotierte TV-Korrespondenten haben. Nämlich gar keine.
Es war ein Satz, der künftig all jenen als Beweis genügen dürfte, die Korrespondenten ohnehin nur als Marketingkniff verstehen, der Authentizität vorgaukeln soll.
Lange hatte Caren Miosga in den “Tagesthemen ” den Bericht über die dramatischen Gespräche über den Sanierungsplan für General Motors und das drohende Opel-Desaster angeteast und angeheizt und auf die Informationen der ARD an Ort und Stelle gesetzt. Dann machte Hanni Hüsch den Millionen da drausen in Bielefeld und Tutzingen klar, wie Korrespondenten arbeiten, die sich so gerne als recherchierende, investigative journalistische Speerspitze am Puls der Zeit inszenieren, und warum sie das beispielsweise in Washington tun müssen und nicht, sagen wir mal in Bad Soden. Vermutlich weil man dort gar nicht all diese wunderbaren technischen Möglichkeiten hätte, derer sich Korrespondenten heutzutage dank gepflegten Gebührenpolsters bedienen können.
Da fragte dann also Caren Miosga sinngemäß, was es denn so Neues gebe von den Verhandlungen.
Hanni Hüsch:
“Wir starren auch mit großem Interesse vor allem auf die Internet-Seite von GM”.
Wenigstens hat sie nicht Twitter gesagt.
Twittern











Wirklich erschreckend! Aber Gebührenfernsehen ist eben ähnlich wie ein Staatskonzern. Da ist immer Geld da und es wird ausgegeben. Fertig aus.
Na, so lohnen sich die geschätzten 300.000 – 500.000 Euro p.a. Gehaltskosten (aus unseren Zwangsgebühren finanziert). Obwohl: Fr. Mioska gestern recht hart nachgefragt hat bei Genosse Kanzlerkandidat wg. Bagdad Besuchsintentionen).
Wenn sie “Wikipedia” sagen würde, hätte ich es ihr noch abgekauft
Na ja, was kann man denn von Beamten auch Anderes erwarten?
Dafür zahl ich doch gern die GEZ – so können die wenigstens über schnelles DSL auf anderen Websites recherchieren…..die Armen
“Es war ein Satz, der künftig all jenen als Beweis genügen dürfte, die Korrespondenten ohnehin nur als Marketingkniff verstehen, der Authentizität vorgaukeln soll.”
Wenn es denn noch eines Beweises bedurfte…
Warum diese Bissigkeit den Kollegen vom anderen Medium gegenüber? Und warum alle(s) über einen Kamm? Unabhängige Korrespondenten vor Ort sind – gerade in Zeiten des Internet und des “embedded journalist” – oft die wertvollste Nachrichtenquelle. Viele sind sogar bereit, dafür ihre Bequemlichkeit (Gruß nach Bad Soden) oder sogar ihre Gesundheit aufs Spiel zu setzen. Und was ist ein bloggender chinesischer Dissident am Ende anderes als ein Korrespondent?
Etwas mehr Souveränität, bitte.
TV-Korrespondenten sind doch das journalistische Pendant zu Europa-Abgeordneten oder? Bei der eigentlichen Arbeit stehen sie nur in den Füßen rum und dort können sie nicht allzuviel kaputt machen.
gruß
Die Kritik ist überzogen. Es ist doch bekannt und wie ich finde legitim, dass inzwischen alle Journalisten das Internet nutzen. Problematisch wird es bloß, wenn es ausschließlich genutzt wird und es als sichere Quelle angesehen wird. – Und da haben sich schon andere Journalisten einiges geleistet.
@pest0 Natürlich gibt es auch die von dir beschriebenen Korrespondenten. Aber oft – oder immer öfter – sind sie schlicht Aufsager vor hübscher Kulisse und damit Staffage, die dann manchmal aus Brahamputra über Dinge in einem gänzlich anderen Ende des Erdballs berichtet. Aber das war glaube ich in Switch Reloaded und kommt in der Realität sicher nicht vor.
Pfui aber auch, so einen billigen polemischen Tiefschlag hätte ich hier nicht erwartet.