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Die Krise der Ideen

20. Februar 2009
von

magazinautoi_1.jpgDie Krise der Printmedien ist natürlich auch eine Strukturkrise. Sie ist aber auch eine Krise der Ideen. Der Gedanke streifte mich einmal mehr beim Blick auf den Titel des “Manager Magazins”, das – ich formuliere es einmal so – die Cadillac Ranch am Rande der Route 66 zitiert. Kunst am Rande eines Ackers und schrottiges Mahnmal. Kurz-Stopp auf dem Weg von Chicago nach Los Angeles.
So sind auch Printmedien vielfach nur noch ein Zitat des Vergangenen, des Gestern. Wo sind die originären Gedanken, wo sind unique und überraschende Geschichten, wegen der man morgens in der S-Bahn dem Gegenüber die Zeitung am liebsten aus der Hand reißen möchte? Was geblieben ist, ist die Gewohnheit.
Am Kölner Ring steht als Mahnmal ein Beton-Auto von Wolf Vostell. Titel. Ruhender Verkehr. Man nimmt es selbst im Stau kaum noch wahr. So wie die Zeitungen in der Auslage.

cadillac.jpg

Foto: flickr/ Marshall Astor

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Kommentare zu “ Die Krise der Ideen ”

  1. Patrick Breitenbach am 20. Februar 2009 um 11:05 Uhr

    Es geht doch schon lange nicht mehr um “originär”.

    Es geht nur noch um Kontext, also die richtige Einbettung einer Idee, zum richtigen Zeitpunkt, am richtigen Ort. Also im Endeffekt die Rekombination von vorhandenen Ideen.

    Alles ist inspiriert! Wer mal häufig weit in der Kulturgeschichte zurückreist, wird das sehr schnell erkennen.

  2. Oliver am 20. Februar 2009 um 11:10 Uhr

    Hmm,

    ich finde das Zitat eher gelungen. Die Schrottautos mit den Neuwagen gleichzustellen, darum gehts doch, oder?12

    - Oliver

  3. Matthias Schwenk am 20. Februar 2009 um 11:58 Uhr

    An der Kritik ist schon was dran. Denn auch die Zeile “Wer überlebt den Auto-Crash” signalisiert ja, dass es nur noch um das bloße Überleben und nicht um neue Ideen geht.

    Ich will nicht wissen, wer die Krise überlebt – denn Überleben ist nicht genug! Wir brauchen jetzt ein neues Denken und kreative Ansätze – und davon würde ich in den Medien gerne lesen.

  4. Wolfgang Miedl am 20. Februar 2009 um 14:34 Uhr

    Guter Gedanke mit der “Krise der Ideen”, denn das impliziert auch, dass sie sich auf viele Bereiche erstreckt. Und natürlich insbesondere auf den Journalismus, das wurde nur viel zu lange verdrängt. Seit 8 Jahren ist von der Medienkrise die Rede, aber niemand auf die Idee gekommen, dass es sich eigentlich in erster Linie um eine Krise des Journalismus handeln könnte. (“Die Budgets sind halt knapper geworden…”)

ivw