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Don Alphonso und die Langlebigkeit von Klischees

20. Februar 2009
von Olaf Kolbrück

Stützen der Gesellschaft” heißt der Blog von Don Alphonso bei der FAZ. Lesenswert angesichts kunstvoller und ziselierter Gedankengänge, die zuweilen mit weiten historischen Bögen am Lack der (besseren) Gesellschaft kratzen. Ein Blog, der binnen kurzem eine geradezu beneidenswerte breite Debattenkultur evoziert hat.  Da wird keine schlichte Tarte produziert sondern aufwändiges Feingebäck. Vielleicht auch deshalb kommt es auch bei der Zutatenliste schon einmal zu Rückgriffen aus der bekannten Küche des Rebellmarktes. Aber auch ein guter Pâtissier greift schließlich gerne einmal auf erfolgreiche eigene Ingredienzien zurück.

Don Alphonso: FAZ-Blog, Vanity fairendet oder vom Tod eines schlechten Dieners, 20.Februar 2009:

“Als ich 2004 nach Berlin ging, kam eine gute Bekannte aus München zu Besuch. [..] Wir stauten uns in der Friedrichstrasse, und das Russen quartier 206 der Jagdfeld-Gruppe spuckte unförmige Touristen aus. Weiter vorne warf sich eine sehr dürre Frau, angetan in Schwarz mit goldenem Klimbim, in Eile vor den Wagen, und meiner Freundin entfuhr ein “Mein Gott!”. Ich betonte, dass ich rechtzeitig gebremst hätte, aber sie sagte: “Das war ja ein Mantel Dolce und Gabbana von vor vier Jahren ! Und das tragen die hier noch in der Öffentlichkeit?”

Don Alphonso: Rebellmarkt: Grünwald und die Langlebigkeit von Klischees, 16. Juli 2007:

“ich erinnere mich da an den ersten Besuch einer Münchnerin in Berlin, als wir unter den Linden an einer Ampel halten mussten und sie mit Abscheu feststellte, dass die Frau dort Prada aus der vorvorvorvorletzten Saison trug.”

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Kommentare zu “ Don Alphonso und die Langlebigkeit von Klischees ”

  1. Clarissian Landor am 20. Februar 2009 um 11:10 Uhr

    Ich würde sagen “PWNED”. Golce und Prada sind ja fast das gleiche. Sehr gutes Erinnerungsvermögen hat der DON.

  2. drikkes am 20. Februar 2009 um 15:42 Uhr

    Ach Gottchen! Als ob man sich nicht jeden Monat über Menschen in alten Klamotten lustig machen könnte.

  3. drikkes am 20. Februar 2009 um 15:44 Uhr

    Da finde ich das doppelte “auch” im ersten Absatz dieses Investigativeintrags schlimmer.

  4. OlafKolbrueck am 20. Februar 2009 um 16:03 Uhr

    @drikkes
    Letztlich sind beide “auch” überflüssig. Aber ich häng dran. ;-)

  5. Thomas am 20. Februar 2009 um 19:14 Uhr

    Ich glaube DA hat da drüben bei der Faz richtig Spaß und das Lesen ist auch eine wahre Freude. Hoffentlich hält das noch ne Weile an.

  6. drikkes am 20. Februar 2009 um 19:44 Uhr

    Naja, ohne den Wiedererkennungswert ist kein Persiflieren der Stereotypen möglich. Und wenigstens ist die Formulierung abgewandelt worden, wenn DonAlphonso überhaupt wissentlich auf den älteren Text zurückgegriffen hat.

  7. Gerd am 20. Februar 2009 um 21:37 Uhr

    Das ist ja so ein richtiger Käpt’n Blaubär, der Alphonso.

  8. meistermochi am 21. Februar 2009 um 12:28 Uhr

    voll oldschool dieses konsumige.

  9. Herr Oberlehrer am 23. Februar 2009 um 00:09 Uhr

    Hallo,

    es heißt “das” Weblog/Blog und nicht “der” Weblog/Blog, denn es heißt ja auch “das” Netz (“Web”) und “das” Logbuch (Log = Weblog) und nicht “der” Netz oder “der” Buch oder “der” Internet.

    Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie diesen Tippfehler korrigieren könnten.

    Vergleiche:

    http://dasnichtderweblog.twoday.net/

    “Das Log war ein Holzklotz, mit dem die Geschwindigkeit von Segelschiffen gemessen wurde. Das Log ist unzweifelhaft sächlich, darin stimmen der Duden und der Wahrig überein. Aufgrund des Logs entwickelte sich das Logbuch, ein Journal, in dem – auch heute noch – alle wesentlichen Ereignisse einer Schifffahrt festgehalten werden. Damit ist klar belegt, dass das Weblog keinesfalls maskulin sein kann, denn egal, ob man es auf “Log” zurückführt oder als Abkürzung von Logbuch versteht, ist einzig und alleine das Neutrum angebracht.

    http://medienpraxis.ch/2006/10/23/eins/

    “Heute gilt in Anlehnung an das Logbuch: das Weblog und nicht etwa der Weblog.”

    http://blog.handelsblatt.de/in.....php?id=562

    “Es heißt DAS Weblog, nicht DER Weblog”

    http://sozialer-raum.ch/news/?p=6

    “Weblog ist ein Kunstbegriff, der sich aus Web (World Wide Web) und Logbuch zusammensetzt. Es heisst das Weblog und nicht der Weblog (abgeleitet von: das Logbuch).”

    http://textundblog.de/?p=1654

    “Was mich aber sehr wundert: dass eine Wissenschaftsredaktion den falschen Artikel für das Weblog wählt. Es heißt DAS Weblog und nicht DER Weblog und es wird auch nicht richtiger – was viele tun, die jetzt neu mit dem Bloggen anfangen, wenn man darauf verweist, das andere beide Möglichkeiten zulassen (da hilft es auch nichts, sich auf die alles andere als unfehlbare Duden-Redaktion zu berufen). Statt wissenschaftlichem Artikel [sic!] zu dem leidigen Thema, das bereits zur Genüge in der Blogosphäre behandelt wurde, hier ein rascher Blick auf Googlefight. http://www.googlefight.com/ind.....+weblog%22
    Wer doch noch mehr zum Thema «der oder das» lesen möchte: Pepilog http://www.pepilog.de/artikel/.....heisse.htm hat das mal Anfang des Jahres deutlich (sprich mit deftigen Worten) auf den Punkt gebracht. Immerhin macht es die FAZ mit ihrem Hinweis auf das Blog besser und schreibt tatsächlich und korrekt DAS Weblog”

  10. Ralf am 7. März 2009 um 21:19 Uhr

    Don Alphonso ist ein Werberhasser. Zitat:

    “Ich weiss, dass Werber glauben, dass sie auch nur Menschen sind – ich habe noch keinen aufgeschnitten, um reinzuschauen und das zu überprüfen. Was aber Werber ganz sicher nicht sind: Erwünscht. Es gibt so viele warme, weiche Orte bei den Kunden, machen Sie es sich dort gemütlich uns setzen Sie sich hier nicht der Gefahr aus, dass sie nochmal unfeiner als mit der gnädigen Nichtfreischaltung Ihres Linkspams mit ihrer nicht selbstentblödenden Schwafelei behandelt werden.”

    Ich fürchte, das bezieht sich auf einen meiner sportlichen Kommentare auf sein: Ich-fahr-mit-der-Uralt-Gurke-meiner-Schwester-in- die-Schweiz-und-mach-einen-auf-dicke-Hose-Blog. Junge, Junge. Er beschimpft aber auch andere Disputanten gerne, wobei: Witz hat das meist keinen.

    Warum wird der FAZke hier so promotet?

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