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Spießer Alfons: Post an Wagner (30)

23. Februar 2009
von

HDZ_1.jpgLieber Gossen-Goethe,

hat Alfons Eure Worte an dieser Stelle häufig aufgespießt, so kommt er heute nicht umhin, Euch großes Lob zu zollen für Eure Post an die Nation. Ihr stellt darinnen fest, dass die Lage im Lande zwar schwarz ist, aber Ihr seht die Welt rosarot, wenn das Volk blau ist, kornblumenblau.

Heute ist Rosenmontag. Und Ihr schreibt: „…halb Deutschland ist blau, halb Deutschland ist im Rausch. Was ist der Vorteil, berauscht zu sein? Es ist die Sehnsucht, Träume zu erhaschen — ein fiktives Paradies. Ich liebe Menschen, die sich ihre Angst wegtanzen, Kölsch trinken, das Böse wegtrinken, sich die Welt schöntrinken.“

Großer Meister der vereinfachten Lebensform: Ihr habt vollkommen Recht! Kommt der Mensch in die Krise, Jeckenwagner.jpgdann helfen ihm nur noch Alkohol und Tanzen! Beweisen uns nicht die vielen Menschen, die auch außerhalb des Karnevals auf den Straßen trinken und torkeln schunkeln, dass das Leben so einfach sein kann?! Ihnen ist die Finanzkrise egal, weil sie keine Hedgefonds besessen haben, sondern froh sind, wenn sie ihren letzten Cent in Alkohol investieren und in ihrem fiktiven Paradies tanzen können. Sicher werden auch viele Banker und Frau Schaeffler-Conti bald neben ihnen sitzen und sich die Welt schön trinken.

Wie gesagt: Heute ist Rosenmontag. Darum darf auch der Goethe der Gosse sich eine Pappnase aufsetzen, in die Bütt steigen und dem Volke sagen: „Sauft, dann ist die Lage schön!“ Und überhaupt: Warum muss das eigentlich am Aschermittwoch vorbei sein, warum nicht Karneval das ganze Jahr?! Bleibt der Alkoholspiegel auf der gleichen Höhe, dann können wir jeden Tag neue Träume erhaschen. Es muss ja gar nicht Opium fürs Volk sein — Astra und Jägermeister genügen vollauf! Und genau darum soll unsere Regierung die Milliarden gezielter in die Wirtschaft pumpen, nämlich in die Gastwirtschaft!

In diesem Sinne: Prost, Franz Josef! Und denket an das Wort vom großen Dichter Nebel, der gesagt hat: „Alkohol konserviert alles — sogar das menschliche Gehirn!“

Schmerzlichst
Euer
Spießer Alfons

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Kommentare zu “ Spießer Alfons: Post an Wagner (30) ”

  1. DieJo am 28. Februar 2009 um 18:13 Uhr

    “Ich liebe Menschen, die sich ihre Angst wegtanzen, Kölsch trinken, das Böse wegtrinken, sich die Welt schöntrinken.”

    Na das lässt ja tief blicken…

  2. Spießer Alfons am 28. Februar 2009 um 18:16 Uhr

    @DieJo

    … nicht nur tief blicken, sondern auch tief sinken ;) !

ivw