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Raab, Schmidt, Schaffrath – Wie man Twitter-Fakes erkennt

26. Februar 2009
von

raab_Bild1.jpgWährend in den USA bereits etliche Stars twittern, Promis wie Britney Spears zumindest das PR-Management in die Tasten hauen lassen, wenn sie sich wie MC Hammer,  Demi Moore und Ashton Kutcher nicht gleich selbst einen Spass daraus machen, wagt sich die deutsche A- bis C-Prominenz nur zaghaft an den Microbloggingdienst. Zwar twittern eine Reihe von Politikern wie SPD-Bundesgeschäftsführer Kajo Wasserhövel und Mediengrößen wie Spiegel-Online-Chefredakteur Wolfgang Büchner, doch  im Showbiz ist weitgehend Sendepause. Twitternde Promis wie Harald Schmidt oder der inzwischen enttarnte Stefan Raab stehen schnell unter Fake-Verdacht.  Auch Ex-Porno-Queen und Ex-Dschungelcamp-Dame Michaela Schaffrath (Gina Wild) twittert. Oder nicht?

Aus dem Management hört man: No way. Die Schauspielerin selbst versucht bei Twitter den Fake-Verdacht auszuräumen. Doch Zweifel bleiben. Immerhin sind schon etliche Spaßvögel mit gefälschten Accounts aufgeflogen. Zuletzt Stefan Raab, der sich schon über gigantische Followerzahlen freute, davor die Tweets von Dieter Bohlen. Der Account existiert nicht mehr. Auch Harald Schmidt steht unter Fake-Verdacht.

Trauen kann man da offenbar bestenfalls dauerwerbenden Twitter-Stars wie Peter Maffay oder den Zipfelbuben oder diktierten Harmlosigkeiten wie die des Fußballmanagers Reiner Calmund.

zipfelbuben.jpg

Zweifel gehören inzwischen zur ersten Follower-Pflicht seit dem selbst ein twitternder Dalai Lama die Massen narrte und Politiker-Accounts  von Müntefering über Helmut Schmidt bis Schäuble zumeist alles mögliche sind – nur seltenst echt. Und wenn sie echt sind, sind sie zumeist langweilig.

Doch es gibt Anzeichen, die auf eine Fälschung hindeuten können.

Erster Hinweis: Wurde keine Homepage im Profil angegeben, ist es beinahe sicher eine Fälschung. Doch das wissen auch die Fälscher und geben immer häufiger eine Website mit an.

Zweiter Hinweis: Wem ist der Twitterer zuerst gefolgt? Tauchen dort womöglich verdächtig naheliegende Twitterer aus dem Agentur- und Medienumfeld auf, oder Twitterer, die so gar nicht zum Promi zu passen scheinen? Merke: Der dumme Fake folgt seinem Fälscher.

Dritter Hinweis: Wer sind die ersten Follower, die dann die Nachricht vom Promi-Twitterer weiterverbreiten? Merke: der dumme Fälscher folgt seinem Fake zumeist als einer der ersten und trägt die Nachricht in die Welt hinaus.

Vierter Hinweis: Versucht der Promi-Twitterer vor allem witzig zu sein und macht nur wenig Werbung in eigener Sache? Unglaubwürdig.

Fünfter Hinweis: Erfolgen die Tweets schon in einem frühen Stadium nicht nur via Web sondern auch fix mobil und über Twitter-Applikationen könnte ein alter Twitter-Hase dahinter stecken.

Sechster Hinweis: Der Promi twittert und macht auf keinem anderen Kanal innerhalb von 48 Stunden um die Tatsache irgendein PR-Gedöns. Unglaubwürdig.

Update Sonntag, 11.45 Uhr: Der Account von Schaffrath ist ein Fake.

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Kommentare zu “ Raab, Schmidt, Schaffrath – Wie man Twitter-Fakes erkennt ”

  1. ramses101 am 26. Februar 2009 um 11:27 Uhr

    Gut beobachtet, aber den letzten Punkt sehe ich anders. denn wenn ich jemanden (Marke/Promi/whatever) in Sachen erste Twitterschritte beraten würde, dann wäre der Verzicht auf PR-Gedöns eine der wichtigsten Sachen, die ich ihm mit auf den Weg geben würde. Denn wer erstmal eine Pressemitteilung rausschickt, zeigt damit eigentlich nur, dass er von Twitter nicht viel hält bzw. erwartet.

  2. Oliver am 26. Februar 2009 um 11:28 Uhr

    Wer kann mir erklären, worin der Sinn von Twitter liegt? Mir scheint das einfach massive Zeitverschwendung zu sein. Gerade mal eine halbe Stunde “verschwendet” und ein bisserl in den Tweets der Promis gestöbert. Warum soll mich das interessieren? OK, wenn ich 12 wäre und mein “Star” würde twittern, dann würde ich da sicher dran hängen.

    Jedenfalls scheint mir bei Twitter das “Grundrauschen”, also der Anteil an uninteressantem einfach extrem zu sein.

    Aber belehrt mich. Warum sollte ich das lesen? In den Beiträgen hier hört sich das immer nach wahnsinnig interessant und wichtig an, aber ich finde einfach nichts interessantes und wichtiges.

    - Oliver

  3. ramses101 am 26. Februar 2009 um 11:35 Uhr

    Wer Langweiliges und Uninteressantes liest, ist tatsächlich selber schuld und darf sich deshalb auch nur bei sich selbst beschweren. Und wenn Du nichts Interessantes bei Twittter findest, ist wohl auch nichts Interessantes für Dich dabei. Würde mich allerdings wundern bei jemandem, der “Keyword-Marketing” betreibt.

  4. admin am 26. Februar 2009 um 11:36 Uhr

    @ramses
    Schon recht. Ich gehe mal davon aus, dass nicht alle Promi-Twitterer (gut) beraten sind. Und wenn ich mal ein paar Promi-tweets auch aus den USA überfliege, dann würde ich den Eigenwerbeanteil, auf 50 Prozent tippen
    @Oliver
    Twitter ist nur so gut wie die Leute denen du followst.

  5. Puh am 26. Februar 2009 um 14:58 Uhr

    Ach ich liebe ja Kommentare in Twitter-Beiträgen die anfangen mit “…worin liegt der Sinn von Twitter? …massive Zeitverschwendung…”. Was bitte soll das? Ich such mir doch auch keine Beiträge über das gestrige Fussballspiel und schreibe “Fussball ist der größte Blödsinn … da jagen 22 Deppen einem Ball hinterher…” oder äußer mich zu einem Schwulenbeitrag mit “Liebe zwischen Männern ist doof” Warum können sich solche Kommentarschreiber nicht an die einfache Regel halten: “Keine Ahnung = Fresse halten”?

  6. admin am 26. Februar 2009 um 16:25 Uhr

    @Puh
    bleib bitte freundlich. Auch wenn du anderer Meinung bist.

  7. Tom am 26. Februar 2009 um 16:46 Uhr

    Wenig Ahnung habe ich auch von Twitter, auch wenn ich das Prinzip der Follower etc inzwischen verstanden zu haben meine.
    Aber mir geht es wie Oliver – ich versteh den Sinn des ganzen nicht.
    Nicht dass ich Twitter für Schwachsinn halten würde – nur wozu es gut sein soll, das verstehe ich auch nicht.

  8. Oliver am 26. Februar 2009 um 18:00 Uhr

    @ramses, @puh: Hmm, nun habe ich mich so bedacht ausgedrückt und trotzdem kam es nicht richtig an scheinbar. Ich will hier niemandem Twitter ausreden – ich will das mir ein Twitter-Fan sagt, wo die Faszination liegt.

    Ich habe bewusst eine halbe Stunde investiert um rauszukriegen, was so toll an Twitter ist, dass man überall davon liest. Habe mich eine ganz weile durchgeklickt. Und ich konnte eben nichts interessantes oder für mich relevantes finden. Ich kann mir auch immer noch nicht vorstellen, dass das, was ich gefunden habe für “irgend jemanden” relevant oder interessant sein könnte. DAS SOLL KEIN ANGRIFF AUF IRGENDJEMANDEN SEIN.

    Aber ich lasse mich gerne bekehren ;)

    OK, ich soll also jemandem “followen”, der Interessante Sachen von sich gibt. Komisches Konzept. Wie soll man so jemanden finden? Dafür finde ich Blogs eigentlich geeigneter. Da ist mehr Platz, da gibt es Kommentare. Wo ist der Vorteil, Minitexte von 140 Zeichen zu kriegen? Wenn ich mir die Tweets von jemanden ansehe um festzustellen, ob er “interessante Sachen” zitschert empfinde ich es als äusserst nervig. Mein erster Impuls ist mal, ich will einen Anfang finden, “von vorne” anfangen zu lesen. Da gibt es aber wohl keinen sinnvollen Punkt wo man anfängt zu lesen. Die einzelnen Tweets machen selten irgendeinen wirklichen Sinn. Manchmal sind es Werbebotschaften. Oft sind es Angriffe/Verteidigungen gegen andere Twitterer. Extrem mühsam, da zu folgen. Und warum soll man sich überhaupt die Mühe machen?

    Nochmal: Ich will niemanden angreifen, ich will nicht Twitter schlechtmachen – ich will es(ihn?) nur verstehen.

    - Oliver

  9. Oliver am 26. Februar 2009 um 18:04 Uhr

    PS: Ich denke, ich bin hier absolut am falschen Ort für so eine Diskussion. Sorry, wenn ich gestört habe. War einfach nur eine spontane Reaktion auf diesen Betrag, der zwischen den Zeilen suggeriert hat, Twitter wäre wichtig, was ich wie gesagt nicht nachvollziehen kann. Oh je jetzt laufe ich schon wieder in die gleiche Schiene, dabei wollte ich mich nur entschuldigen. Sorry nochmal!

    - Oliver

  10. Oliver am 26. Februar 2009 um 18:08 Uhr

    @admin: Hätte ich jetzt fast überlesen:

    “Twitter ist nur so gut wie die Leute denen du followst.”

    Dann schaue ich mal, ob ein paar der Blogger die ich so lese auch Twittern und “followe” ihnen. (Warum sagt man eigentlich “followen” und nicht folgen? oder verfolgen?) Vielleicht wird mir dann nach ein paar Tagen klar worum es geht.

    - Oliver

  11. gaststar am 26. Februar 2009 um 19:15 Uhr

    @Oliver Bei dem Mitteilungsbedürfnis wirst du dir mit 140 Zeichen schwer tun.^^ Versuch doch den Einstieg mit #Sinnfrage. Sympathiewellen werden dir entgegenschlagen.

  12. Oliver am 26. Februar 2009 um 19:23 Uhr

    @gaststar: Ja, ist mir auch irgendwie peinlich das hier ;)

    Das mit dem “#irgendwas” ist mir noch nicht ganz klar. Aber ich denke, das kriege ich allein raus.

    Danke,
    - Oliver

  13. °flo am 26. Februar 2009 um 19:48 Uhr

    @oliver: ich kann deine skepsis sehr gut verstehen! immerhin gehörst du (noch!) zur großen mehrheit der twitter-zweifler. macht ja nix. meine täglichen versuche, nicht-twitterern die faszination des micro-blogging zu erklären, münden schliesslich meist in dem simplen vorschlag: versuch’s einfach selbst. (und zwar länger als eine halbe stunde!)

    und die interessanten leute aufzustöbern, denen mal folgen will, ist so schwierig nicht. durchkämme die “following”-listen der twitterer, denen du bereits folgst, schau dir deren tweets an. du wirst interessen- und themen-schnittmengen entdecken. andere werden dasselbe tun und auf dich stossen.

    und schnell wächst dein twitternetzwerk. und das grundrauschen wird lauter. und interessanter. und nützlicher. und unterhaltsamer. und lustiger. und dann merkst du, dass du gar nicht mehr darauf verzichten willst, denn du hast sie inzwischen alle irgendwie liebgewonnen, die kleinen briefmarkenfiguren und ihre 140-zeichen-texte.
    und irgendwann versuchst du dich daran zu erinnern, wie das nochmal war, früher. ohne twitter.

    see you there!
    http://twitter.com/flomeimberg

  14. °flo am 26. Februar 2009 um 20:41 Uhr

    Ach und lesenswert für alle, die sich nicht so recht zwischen “was soll der Scheiss” und “Vielleicht probier ich’s einfach mal” entscheiden können:

    http://dirk-baranek.de/interne.....-losgehen/

    Da steht dann auch was # heisst. ;-)

  15. Tobias Singer am 27. Februar 2009 um 07:27 Uhr

    Es hat zwar nicht viel mit dem eigentlichen Thema zu tun, aber ich versuche mal auf Olivers Fragen einzugehen und stichpunktartig aufzuführen, warum ich mich für Twitter begeistere:

    - Twitter ist schneller und direkter als alle anderen Social Networks, vergleichbar mit Instant Messengern
    - Über Twitter kann man sehr einfach mit anderen Leuten in Kontakt treten und ins Gespräch kommen
    - Über Twitter lernt man Leute kennen, die man sonst nie im Leben kennengelernt hätte
    - Über Twitter trifft man jede Menge Leute mit den gleichen Interessen, egal ob privat oder beruflich
    - Twitter ist für mich neben meinem RSS-Reader inzwischen Nachrichtenquelle Nr. 1
    - Twitter wird immer mehr zu einer Art zentraler Anlaufpunkt zwischen Social Networks, Blogs, etc.
    - Twitter ist tatsächlich nur so gut, wie man selbst und die Leute denen man folgt. Es geht letzten Endes um Kommunikation und nicht darum, sinnfreies Zeug in die Welt zu posaunen. Und Leuten, die nur letzteres tun, muss man ja nicht folgen.

    Es gibt noch hundert andere Gründe, aber das sollte erstmal als Begründung ausreichen. Finde es übrigens gut, dass du ernsthaft daran interessiert bist, Twitter kennenzulernen und zu verstehen und nicht wie so einige andere erstmal dagegen wetterst!

  16. ramses101 am 27. Februar 2009 um 11:30 Uhr

    @Oliver: Meine Antwort war in keiner Weise abfällig/gehässig/ironisch gemeint. Es ist tatsächlich so, dass nicht jeder bei Twitter das findet, was ihn interessiert. Und was übrig bleibt, wenn man das Interessante weglässt, ist Hintergrundrauschen. Keine Frage. Ich persönlich steck im Keyword-Marketing nicht drin und habe auch niemandens Beiträge abonniert, der sich damit beschäftigt (sonst hätte ich Dir die entsprechenden Links gepostet), aber es würde mich wirklich wundern, wenn es da niemanden gäbe, der Substanzielles zum Thema twittern würde – vielleicht nicht als 140-Zeichen-Offenbarung, aber doch zumindest in regelmäßigen Linktipps, Fragen, Kommentaren oder sonstigen Anmerkungen.

    Grundsätzlich ist es aber sinnlos, über den Sinn von Twitter zu diskutieren, denn jeder sieht den Sinn woanders. Ich nutze Twitter zur Unterhaltung, zum lockeren Networking und zur Information. Klappt wunderbar und es kommen immer mehr interessante Kontakte hinzu. Das wiederum finde ich schon mal soooo sinnlos nicht.

    Einfach nur auf die öffentliche Timeline zu klicken und drauf zu warten, dass man über etwas stolpert, bringt übrigens auch nichts. Ich glaube, der sinnvollste Ansatz ist tatsächlich, bei den twitternden Leuten, deren Blogs man liest, einfach mal ein Auge drauf zu haben, zu schauen, wem die so alles folgen und so weiter. Denn Leute, die schlaue Sachen schreiben, lesen in der Regel auch überwiegend Leute, die schlaue Sachen schreiben.

    Ob es nun toll ist, ein Nachrichtenfoto einen Tag vorm Rest der Welt gesehen zu haben, muss natürlich jeder selbst wissen, ich lege da eher Wert auf andere Dinge. Aber, und das ist der Witz bei der Sache: Jeder macht sich sein Twitter, wie er es will aus dem was ihn interessiert. Ob das jetzt Vanessa1995 ist die “Ronny voll doof findet” oder Stephen Fry, der über die Arbeit an seinem nächsten Film oder Buch berichtet, ist erstmal egal. Ist auf jeden Fall für (fast) jeden was dabei.

  17. Anja-MS am 27. Februar 2009 um 18:17 Uhr

    @°flo: Klingt ja wie ‘ne eigene Religion… ;)

  18. uknaus am 28. Februar 2009 um 18:52 Uhr

    Eine kurze Nachricht via Xing oder Facebook an den “Promi” klappt meist ganz gut. Selbst wenn der Account vom Management verwaltet wird, kommt die Antwort bei Fake-Verdacht meist sehr schnell.

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Trackbacks

  • [...] Das merkt man daran, dass immer mehr Prominente dieses Medium entdecken und auch nutzen. Leider kann man nicht immer feststellen, ob der Prominente wirklich selbst twittert, oder ob man einem Fake hinterher liest. Wie man so ein Fake enttarnen könnte, wird hier aufgedeckt. [...]

    Prinzzess`Allerlei » Prominente Twitterer — 28. Februar 2009 @ 12:27 Uhr
  • [...] auf die noch freien Namen der deutschen Prominenz. Durch meine eigenen Erfahrungen kann ich da ein paar sehr wertvolle Tipps geben und will auch gleich die Sinnfrage [...]

    Twitter Promi Fakes | Rob Vegas — 27. Mai 2009 @ 16:27 Uhr
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