Spießer Alfons: Jung v. Matt macht den Mensch zum Affen – echt funny!
Das Produkt ist Pfanni, und zwar Kartoffelpüree. Die Agentur ist Jung v. Matt. Also klar, dass es kreativ sein muss.
Die Produktinformation: Trigema. Was meint: Pfanni verwendet nur Kartoffeln aus unserem Heimatland, also aus deutscher Muttererde. Dazu sehen wir einen älteren Herrn, der etwas unbeholfen seine Buchsbaumhecke schneidet. Sprecher: “Weil man nur in Deutschland Sorgfalt so groß schreibt, …” Und während im Bilde zwei deutsche Fußballfans allein und traurig im Stadion sitzen, spricht die Stimme weiter: “…mit dem zweitbesten nicht zufrieden ist, …”, sehen wir einen deutschen Bauer auf deutschem Acker, der eine deutsche Kartoffel vom deutschen Boden aufhebt, obwohl es noch gar nicht Zeit ist für die Ernte in Deutschland. Und wir hören: “… so großen Wert auf Qualität legt.”
Und während der Sprecher fabuliert, “Weil man nur in Deutschland so viel Geschmack hat…”, sehen wir einen Solo- Herrn am Küchentisch sitzen und Kartoffelbrei essen. Und um den Geschmack noch einmal zu untermauern, fährt die Kamera auf die Füße des Mannes, die in spießigen Sandalen stecken. Worauf sich der Sprecher ergänzt: “… zumindest beim Essen…”. Und “…deshalb verwendet Pfanni 100 Prozent deutsche Kartoffeln.”Â
Und im Abbinder wird es noch einmal untermauert: “Pfanni 100% Heimat”. Was aber nicht die gleichnamige Werbeagentur ist, sondern das ist wie eingangs erwähnt Jung aus Deutschland und v. Matt aus der deutschsprachigen Schweiz.
Dieser Spot ist nahe am Nachtschattengewächs gedreht, denn er zielt kreatief unter die Erde. Der Film unterscheidet sich von Trigema dadurch, dass die Evolution bei Pfanni den Rückweg eingeschlagen hat: Es sitzt kein Affe vor der Kamera, dem der Mensch folgt, sondern bei Pfanni wird ein Mensch (= Produktverwender) zum Affen gemacht. Und der affige Spot stellt das Produkt quasi unter den Küchentisch, dort, wo die Sandalen sind.
Ein Geschmackserlebnis oder einen Grund, das Produkt zu verwenden, anstatt die gezeigten frischen deutschen Kartoffeln zu wählen, die man auch in Bio-Ausführung bekommt — all das wird nicht erkennbar.
Mit einem Wort gesagt: Werbung ohne Geschmack ist geschmacklose Werbung. Dagegen hat die CMA, die grausame Werbung gemacht hat, gut gearbeitet. Vermutlich hat bei Unilever niemand den Pfanni-Spot gesehen, bevor der auf Sendung gegangen ist.
(Storyboard: GWA-AdZyklopädie)



















… und da wir in Deutschland überhaupt keinen Geschmack (in doppeltem Sinne) haben, merken wir auch nicht, daß wir statt selbstgestampfter Kartoffeln, folgendes essen > “Zutaten: Kartoffeln, Emulgator Mono- und Diglyceride von Speisefettsäuren, Stabilisator Natriumcitrat, Antioxidationsmittel (Ascorbylpalmitat, Natriummetabisulfit), Aroma (mit Milch).” Quelle: Pfanni Packung
Das könnte natürlich auch Parteienwerbung für die CSU sein. Von vollkommen merkbefreiten Patrioten.
Sollte man schnellstmöglich vergessen.
Btw: Ist es eigentlich rechtmäßig, dass Impressum und Datenschutz nur per JavaScript erreichbar sind? Ich bin da sehr eigen mit meinem NoScript…
Das Who’s Who der Springer-Untertanen und Gefolgsleute. Die neue Bild-Werbung. Bekleckert sich auch nicht gerade mit Ruhm aber Panem et Cirsenses fürs Volk halt…
http://www.youtube.com/watch?v.....re=related
gruß