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Ein paar lose Gedanken zur Next09 und anderen Quasselbuden

13. März 2009
von

Von der vergangenen Next kam ich mit 9 ½ Thesen zurück. Keine Ahnung, wie viele es diesmal bei der Next09 am 5. und 6. Mai in Hamburg werden. Irgendwas ist ja immer. Es geht ja beim Kongress von Sinner Schrader auch nicht nur um Erkenntnisgewinn. Ganz bestimmt sogar nicht nur. Auch wenn das Programm mal wieder Mover & Shaker Macher und Denker versammelt. Allen voran Jeff Jarvis. Das ist der Professor und Blogger aus New York, der den Verlagen mit klugen Worten sagt, wo es langgeht für sie – mit dem Web und ihren Online-Angeboten. Aber, was der so sagt und denkt, das kann man zur Not auch googlen oder in seinem Buch “What would Google do” nachlesen. Andererseits: Live macht natürlich einen gewaltigen Unterschied aus. Außerdem gilt das gesprochene Wort.

Damit wäre ich beim Thema. Denn eigentlich gehe ich zum Quasseln auf die Next.next_2.jpg
Andere nennen es Networking, vernetzen, Austausch, Stimmungen spüren, Business-Talk. Die übernachten dann im Side und nicht im Etap. Spätestens nach dem Mittag (Nach Kongressparties am Nachmittag) ist das Ergebnis aber immer gleich: Der Event von Sinner Schrader, aber auch eine wohl aus den Nähten platzende Veranstaltung wie die Re:Publica von Spreeblick vom 1. bis 3. April in Berlin, ist voller Menschen, die reden. Manchmal auch während weiter vorne das Panel läuft. (Knigge-Experte ix hat mal was dazu geschrieben.)

Das (also das Gebrabbel, nicht Herr ix) ist zwar unhöflich, indes verschmerzbar. Denn etliche dieser Kongresse gibt es ohnehin als Livestream und mit einen bisschen Glück bekommt man die Kernsätze obendrein via Twitter und Co ebenso mit wie die Gesamtsituation am Buffet.

Man könnte also zuhause bleiben, oder im Büro. Was auch weniger böse Blicke angesichts des überzogenen Reisebudgets verursachen würde. Zumal man ja mit all den webzwonulligen Gestalten, den Digital Natives und Chief Detonation Officers ohnehin ständig per XingTwitterFacebookundwasweißich in Kontakt ist. Irgendwie.

Irgendwie ist das aber auch im 21. Jahrhundert kein Ersatz für das geschäftige und geschäftliche Ringelpietz mit Anfassen.
Das digitale Geschnatter ist nur eine Krücke, nur koffeeinfreier Kaffee, im Vergleich zum Espresso der Begegnung Face to face, die solche Kongresse zu einem Klassentreffen, Kaffeeklatsch und einer Flüsterrunde für die neuesten Business-Gerüchte macht. Je später, desto mehr.

next_08.jpgGerade die Next könnte da noch zeigen, dass einige andere Events eher kalter Kaffee sind.
Denn erstmals gibt es sie in Kombination mit einer Expo. Lounge-iger Messeflair also für die Unternehmenspräsentation.
Der Zeitpunkt ist zumindest günstig gewählt, da noch nicht so recht rund ist, wie sich die dmexco aufstellen wird. Die Next könnte also vorerst die Lücke der OMD als wichtigstes Networking-Event der Branche in Deutschland schließen.

Auch das schlanke Standkonzept dürfte angesichts gekappter Budgets so manches Unternehmen darüber nachdenken lassen, dass dies auch für kleine Etats eine intelligentere Lösung ist, als den Außendienst wie eine Flipperkugel auf Speed durch die Menge zappeln zu lassen.
Konferenz mit begleitender Businessmesse also und einem Tisch für den Latte.

Macht in meinen Augen mehr Sinn, als eine Messe mit begleitenden Panel-Animateuren. Weil Austausch und Anstöße entscheidend sind und nicht die Größe des Standes und die Qualität des dort angebotenen Kaffee. (Von einigen qualitativen Höhepunkte in Sachen Catering bei der letzten OMD mal abgesehen.)
Das Messe-Minimal-Konzept in Sachen Stand und Häppchen, gab es auch schon beim CeBit-Ableger Webciety, übrigens Sponsoringpartner der Next09, die mit ihrem Alleinstellungsmerkmal Dunkelheit, auf ihre Art den Charakter solcher Event auf den Kern reduzierte. Im Dunkeln ist gut munkeln. Licht wird auf solchen Kongressen eh überbewertet.

Hauptsache WLAN.

ix_1.jpg

Foto Herr ix

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Kommentare zu “ Ein paar lose Gedanken zur Next09 und anderen Quasselbuden ”

  1. seven am 13. März 2009 um 18:23 Uhr

    livestream, oder?

  2. OlafKolbrueck am 14. März 2009 um 11:05 Uhr

    sicher

  3. Christoph Salzig am 18. März 2009 um 15:04 Uhr

    Nicht zu vergessen: Der DMMK in Berlin! Größer, besser, anders und ein Stück weit unabhängiger, weil er nicht von einer Agentur, sondern der MFG ausgerichtet wird. Und das schon seit 1992 – d.h. alle Höhen und Untiefen der Branche hat der DMMK begleitet. Es gibt nicht viele, die das von sich behaupten können.

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