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StudiVZ und Co: Fischen im fremden Gewässer

17. März 2009
von Olaf Kolbrück

Sie haben Namen wie „Cool_Facebook_Cool“, „Facebook ist viel geiler“, „I love Facebook” — Gruppen, die bei Wer-Kennt-Wen für den Konkurrenten werben. Etliche sind es. Die meisten von ihnen mit nur einigen wenigen Mitgliedern. Eine der größten ist „Such mich lieber bei facebook“ mit immerhin 415 Mitgliedern. Mundpropaganda im fremden Nest.
Doch man kann sich seine Fans nicht immer aussuchen. Eine Gruppe namens „WKW Girls bei Facebook“ wirbt mit einsichtigen Argumenten, wirkt in Teilen durchaus schlüpfrig und so manches Mitglied sieht eher nach einem halbseidenen Fake aus.
Der Wettbewerb um die User wird jedenfalls auch via Gruppenkontakten in den jeweiligen Netzwerken ausgetragen. Jeder gegen jeden in jedem Netzwerk. Und natürlich wollen wir einmal glauben, dass alle, aber auch wirklich alle Gruppen nicht zentral von einem Community-Betreiber gesteuert werden.

Das wäre ja wahrscheinlich auch so ähnlich wie Flöhe hüten. Denn auch für StudiVZ gibt es reihenweise Gruppen-Reklame bei WKW. “StudiVZ – wir sind dabei !“ bei WKW hat zwar nur 499 Mitglieder. Aber: „♥ Ich bin im studiVZ/ meinVZ♥“ bei WKW hat allein knapp 10.000 Mitglieder. Das summiert sich also und man fragt sich, was machen die dann bei Wer-kennt-Wen?

Etwas zurückhaltender sind die WKW-Fans bei Facebook „Ich bin auch bei Wer-kennt-wen!“ hat 501 Mitglieder, „WKW-Freunde“ 222 Unterstützer.

Das spaßige digitale Schaulaufen betreibt dort natürlich auch StudiVZ. Nur bekommen sie bei Facebook vor allem contra: Die Gruppe „StudiVZ – The German Facebook“, die auf den Clone-Status von StudiVZ verweist, hat rund 36.000 Mitglieder. Kleine Gruppen mit nicht minder deutlicher Aussagen heißen schlicht „StudiVZ sucks“. So sind von den 489 Ergebnissen zu Facebook Stichproben nach zu urteilen die überwiegende Mehrheit gegen die Holtzbrinck-Community.

Umgekehrt machen sich die Facebook-Fans ebenso bei StudiVZ breit: Die Suche nach entsprechenden Gruppen liefert dort 300 Treffer. Dem Anschein nach nur selten mit positivem Statement für die Heimat der Gruppe „! FACEBOOK ! Da bin ich auch!“ sagen bei StudiVZ knapp 3000 Mitglieder. Die Gruppe „ich bin nur bei StudiVZ bis meine Freunde zu Facebook wechseln!!” (1400 Mitglieder) klingt schon wie eine Drohung vor dem kommenden Exodus. Und der führt womöglich schließlich in die Gruppe „Ich bin zu facebook.de umgezogen und hier nicht mehr erreichbar.“
Den Rest findet man dann womöglich bei WKW: „Ich bin bei wer-kennt-wen.de“ heißt eine StudiVZ-Gruppe mit 2275 Mitgliedern. Allerdings gelingt StudiVZ die Differenzierung vom Wettbewerber besser: “Wer-kennt-wen ist StudiVZ für Rentner!” sagt eine Gruppe mit allerdings nur 32 Mitgliedern.

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Kommentare zu “ StudiVZ und Co: Fischen im fremden Gewässer ”

  1. Beginner am 17. März 2009 um 18:27 Uhr

    Facebook ist nicht mehr aufzuhalten. Studivz wird auf längere Sicht den Kürzeren ziehen – zu altbackend das Design und die Programmierung.

  2. andreas gleim am 17. März 2009 um 23:40 Uhr

    Dieses StudiVZ war doch von Anfang an ein einziges – auch datenschutzrechtliches – Desaster. Nachzulesen in x Beiträgen auf der Blogbar. Es war und ist kaum nachzuvollziehen, warum Holtzbrinck diesen Saftladen gekauft hat. Ansonsten: Das gegenseitige Bashing dieser Sammelsurien von geltungsbedürftigen Poserinnen und Posern ist lächerlich. Nicht mehr und nicht weniger.

  3. el usero am 18. März 2009 um 10:55 Uhr

    stichwort: datenschutzrechtliches destaster

    Ohen irgendeine der Seiten bevorzugen zu wollen, aber ist denn bekannt das man seienn Facebookaccount nicht löschen kann? Und das auch deutschen Datenschutzgesetze in USA nicht greifen. Facebook ist schließlich ein US Unternehmen. Facebookuser haben also 0 Macht über ihre Daten ;-)

    Bei Studivz werden meine Sachen wenigstens noch gelöscht wenn ich das möchte und ich erfahre auf Anfrage was genau für Daten von mir gespeichert werden. Daten verkaufen werden sie wohl auch nur einmal machen, danach könnten sie den Laden schließen…

    Grüße
    ein User

  4. Willi am 2. Februar 2010 um 06:06 Uhr

    Keiner interessiert sich für die kleinen Fische bzw. Gruppen, sondern es sollen immer 100.000 Mann Gruppen sein.

ivw