Bionade erklärt die Quitte
Von der zweiten Flasche Bionade bekomme ich immer Blähungen. Einem Kultgetränk kann so etwas auch nichts anhaben. Aber das soll hier nicht das Thema sein. Die Marke steht nun mit der neuen Sorte Quitte im Regal. Die Geschmacksrichtung, so will es die Legende, taugt aber laut Marktforschung nix für eine Limo. Vor allem aber: So recht weiß kein Mensch, was eine Quitte ist.
Wie immer aber hört Bionade-Macher Peter Kowalsky lieber auf seinen Bauch oder seine Tochter und macht das Mafo-Ergebnis gleich zum Werbeprinzip: „Die Marktforschung sagt nein. Wir machen es trotzdem!“ Aus dem Original-Mafo-Material hat Kolle Rebbe denn auch Spots zusammengeschnitten, in dem sich die Fokusgruppe an einer Erklärung probiert. Blöd, wenn man sein Wikipedia nicht dabei hat.
Vielleicht gibt es eine Quitte aber auch gar nicht. Die Zielgruppe gibt der Frucht jedenfalls null Chance. “Wenn sie was besseres haben, rufen sie an.”
Hatte man bei Bionade nicht. Macht aber auch nichts. Hauptsache, es schmeckt.
…………………………………………………
Beiträge verpasst?
Abonnieren Sie off the record – Blog für Marketing, Werbung und Medien per E-Mail
Abonnieren Sie alle Beiträge per RSS. Den Link für den Feed dazu finden Sie auch rechts in der Sidebar.
Off-the-record twittert unter @off_the_record
Twittern












Ich kann’s nicht erklären, aber ich finde es irgendwie gut. Die Werbung funktioniert, habe vor auf dem Heimweg mal eine Flasche zu besorgen zum probieren. Faszinierend.
- Oliver
Mir kommt dabei die titelgebende Kolumne von Max Goldts “Quitten für die Menschen zwischen Emden und Zittau” in den Sinn. Schöne Geschichte, die mich zum Schmunzeln brachte. Ich denke, ich würde der Quitten-Bionade zumindest eine Chance geben. Und die Werbung funktioniert bei mir auch, wenngleich ich so ein bisschen den Verdacht habe, dass die auch hauptsächlich für Leute wie uns gemacht ist.
@mark793
So Leute wie wir trinken ja auch bionade.
Mit dem Mafo-Thema erreicht man ja auch schön alle “WasmitMedien”-Macher als Multiplikatoren für die neue Sorte.
ist das sicher, dass da die original mafo-daten verwendet wurden?
so oder so aber eine ganz fantastische idee.
Ich bin wohl kein Mensch, wenn ich Quitten von Kind auf kenne und mag. Die Plakatwerbung hat mich jedenfalls erreicht, ich werde mir welche kaufen.
Mutig. Schön. Gefällt mir.
Quitten hingen in unserem Garten.
Nur falls es wirklich scheitert *pessimist raushängen lassen* dann ists doppelt peinlich. Weil die Mafo schon vorher sagte, dass es nicht funktioniert und man es noch großartig trotzdem in der Werbung rumgebrüllt hat. Aber da Bionade eigentlich alles richtig macht wird wohl auch das funktionieren.
Schon sehr interessant. Und macht jetzt StudiVZ dafür sogar extra eine “Kaffeepause”?
Aktuell heißt es auf studivz.net – und darunter ist der neue Bionade-Spot zu sehen:
Käffchen?
Aufgrund eines Systemausfalls mussten
wir leider offline gehen.
Mach mal ‘ne Pause!
Wir sind bald wieder für Dich da.
supersympathisch, einfach klasse!
hornbach kann das nicht…
Quitten sind roh ungenießbar, kein Wunder, dass die Fokusgruppe das nicht mag und ablehnt. Das ist als würde man als Hamburgerbraterei der Zielgruppe ein halbes totes Rind vorsetzen und dann fragen, ob das schmeckt. Na wahrscheinlich nicht. Quitten muss man schon kochen, dann Marmelade draus, Quittenspeck, und gerne auch Limo. Bestimmt lecker.
Von der Atmosphähre her gleicht es meiner Meinung nach ein wenig der Serie von STROMBERG. Wirkt sehr sympathisch. Gefällt mir gut.
Eher charmant … erinnert nicht zuletzt durch die Frucht ein wenig an Apple-Produkte …
In unserem Garten stehen drei Quittensträucher, die Jahr für Jahr dick voll Früchte hängen. Da wir sie selbst nicht direkt verwerten (ausser zu Dekozwecken) finden sich jeden Herbst dankbare Abnehmer, die Quittensaft und -gelee kochen. Eine dankbarere Frucht für den Garten gibt es übrigens kaum. Im Gegensatz zu Äpfeln, Birnen, Kirschen oder Zwetschgen sind Quitten recht resistent gegen Schädlinge.
Schon allein weil Kowalski alte Obstsorten verwendet, die keiner mehr kennt, der nur bei Aldi, Lidl und Co. einkauft, ist das Ding kaufenswert! Wie Holunder aussieht, wird wahrscheinlich von den IQ-Bremsen aus dem Video auch keiner wissen. Und Litschis kennt man ja auch nur vom Nachtisch beim Chinesen.
Übrigens kann man die Kommentare nicht absenden, falls man die Kommentarbenachrichtigung anklickt.
@stoiBär,
Danke. checke da mal. zur not dürfte es der eigenständige Kommentarfeed tun. Rechts in der Sidebar beim RSS-Feed.
Auf der einen Seite lustig, auf der anderen ein wenig erschreckend, wenn man sieht, wie wenig Allgemeinbildung die Leute haben…
Naja, dann haben die Dummen jetzt wenigstens auch eine Limo: Auch wenn sie die gar nicht wollten…
Naja, bisserl was rausgeschnitten wurde mit Sicherheit und – wie oben schon angemerkt – rohe Quitten sind auch Quatsch. Erinnert mich insgesamt etwas an die RTL-Außenreporter, die 10 Jugendliche am Stück nach Steinmeier fragen und jedesmal ein dumme Antwort kriegen. Dass das vielleicht 10% der Antworten waren, muss man ja nicht sagen.
Wenn die Quitte von der Mafo aber tatsächlich eine 6 bekommen hat, würde mich mal interessieren, warum das Ding denn trotzdem gebracht wurde. Hat da jemand im Warentermingeschäft gepennt und saß plötzlich auf 50 Tonnen Quitten fest, die unbedingt weg mussten?
Also, ich finds richtig gut.
ist also wirtschaftlich (und ökopolitisch) noch mal ein Vorteil. Super!
Man hat ja gehört, das Mafo bei Bionade nicht so gut ankommt. Das auch noch “zu beweisen” (rebellisch) kommt gut an. Außerdem wachsen Quitten ja wirkich überall (kenne das aus der Kindheit mit Quittengelle und Quittenbrot – gibts immer noch zu Weihnachten
Also, ich finde die Spots total lustig. Aber trotzdem: Bionade hat noch nie wirklich nach dem geschmeckt, was drauf steht, oder?!
Übertrieben finde ich allerdings, dass der Sorte sogar eine eigene, irgendwie hässliche Webseite gewidmet ist…http://www.bionade-quitte.de/
Naja, probieren geht über studieren, sach’ ich immer und ich mag Quittengelee und -marmelade sehr gern…
Das Buch zur Quitte gibts auch schon. “Bionade. EIne Limo verändert die Welt”. Da steht drin, warum’s die Quitte geworden ist (weil in der Rhön sonst nicht viel wächst) und warum die Familie nichts auf Marktforschung gibt – die hätte nämlich Bionade an sich keine Chance gegeben.