HORIZONT.net HORIZONTjobs HORIZONTstats

Twitter: Erste Werbung und unendliche Optionen

24. März 2009
von

twitt_1.jpgEs hatte immer etwas von einer bangen Erwartung, die Frage nach einem Geschäftsmodell für Twitter. Nun mehren sich die Anzeichen für erste Optionen auf  Werbeerlöse. Was als kleine Box bislang nur eine Art Hinweis auf eigene Tools auf der Site war, soll nun wohl auch als Werbeplatz vermarktet werden. Denn nun werden dort auch Anwendungen von Drittanbietern beworben.

Der erste Step, um den prominenten Platz unter der Zahl der Follower weiter zu vermarkten. Denn noch verschenkt Twitter offenbar den Platz. Zudem hat Twitter ExecTweets gestartet. Es ist eine Art Aggregator  für Business-Twitter von Führungskräften.  Microsoft sponsert das Tool via Vermarkter Federated Media. Nicht ganz klar ist mir allerdings, wofür man ExecTweets nutzen soll, wenn man Top-Entscheidern bereits über Twitter direkt folgt und diese beispielsweise bei Tweetdeck in einer Gruppe bündelt. Die Vermarktung soll auch künftig Federated Media betreuen, schreibt Twitter-Gründer Biz Stone im Blog.

Das Zeitgeist-Phänomen Twitter  wird sich aber auf Dauer nicht mit derartigen Kleinigkeiten begnügen können und dürfen. Gefragt ist eine Werbelösung, die sich angesichts eines gigantischen Wachstums der Plattform die Stärke der Kommunikation in Echtzeit zu eigen macht und davon profitiert, dass immer mehr Marken Twitter nutzen, um Aufmerksamkeit zu erzeugen und einen Dialog mit Kunden und Markenfans anzuleiern.

Eine monetarisierbare Aufgabe könnte es sein, Optionen zu schaffen, die aus der Flut der Belanglosigkeiten an Instant Informationen die brauchbaren Inhalte besser herausfiltern. Sinnvoll auch: Alternative (relevante) Informationen in Form von passender Werbung.

Auch die Twitter-Suche ist ein Pfund mit dem sich wuchern lässt. Hier gibt es die derzeit aktuellsten Beiträge zu einem Thema, während ich bei Google an der Spitze des Suchrankings zuweilen Ergebnisse erhalte, die Jahre auf dem Buckel haben aber vom Google-Algorithmus favorisiert werden.

Twitter wird auch mehr und mehr zur Lebenshilfe. Nirgendwo sonst dürfte ich schneller Hilfe bekommen, wenn ich gerade Probleme mit einem PC habe, einen Rat für meine, sagen wir einmal, Gartenpflanzen brauche, mich über Kundenservice ärgere oder ein Date machen will. Dieser direkte Kontakt, diese Form des Austausches dürfte auch Unternehmen interessieren. Wie Twitter Marken diese Fähigkeiten erlösorientiert aufbereiten könnte, dürfte eine spannende Frage sein.

Umgekehrt wird Twitter damit den Lebenshilfe-Anbietern, Ratgeberseiten,  Produktbewertungseiten und Dating-Portalen und  Stellenbörsen auf lange Sicht ein Stück vom Traffic-Kuchen abnehmen. Da sollten sich also Möglichkeiten auftun.

Facebook und Co: Teilen und aufbewahren Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • Facebook
  • TwitThis
  • LinkedIn
  • del.icio.us
  • email
  • MisterWong
  • Y!GG

Ähnliche Artikel

Tags: , , ,

Kommentare zu “ Twitter: Erste Werbung und unendliche Optionen ”

  1. Fehlerleser.de am 24. März 2009 um 10:36 Uhr

    Customer-Support per Tweet?
    Halte ich zwar für interessant, aber im großen Stil nicht für nachhaltig befriedigend (aus Kundensicht, natürlich je nach Kontext).

    Schöne Grüße

  2. ramses101 am 24. März 2009 um 11:14 Uhr

    “Have you tried to turn it off and on again?” ;-)

    Kundenservice ist, was man draus macht. Und wenn man Twitter nur nutzt, um Kunden mit Problemen zu finden und ihnen eine E-Mailadresse an die Hand zu geben, kann das schon eine Menge sein.

    Das Erlösmodell bei Microblogging sehe ich immer noch nicht – abseits von Werbeplatzverkauf – sehe ich immer noch nicht. Aber vielleicht verlangt Twitter ja Provision von Turi2, wenn der mit seinem sportlichen TKP Millionen scheffelt:

    http://werbung2.blog.de/2009/0.....2-5812756/

  3. Frank Schenk am 24. März 2009 um 11:49 Uhr

    Twitter wird auch mehr und mehr zur Lebenshilfe. Nirgendwo sonst dürfte ich schneller Hilfe bekommen, wenn ich gerade Probleme mit einem PC habe, einen Rat für meine, sagen wir einmal, Gartenpflanzen brauche, mich über Kundenservice ärgere oder ein Date machen will.

    Du kennst IRC nicht oder?
    Real-Time-Round-the-clock-messaging-without-stupid-limitations :)

    Plumpe Werbung hat bei mir keine Chance, für sowas gibts Adblock Plus. Abgesehen davon twittere ich ja eh nicht.

    gruß, Frank

  4. OlafKolbrueck am 24. März 2009 um 12:09 Uhr

    @Frank Schenk.
    IRC wäre mir zu kompliziert. Für den Einstieg bei twitter brauche ich keinen Client, den browser hab ich ja schon.

Retweets

  1. Reading: Twitter: Erste Werbung und unendliche Optionen ( http://tinyurl.com/dfplcx )

  2. Was ich an http://tinyurl.com/dfplcx besonders lustig finde, ist das Konzept: Twitter als Lebenshilfe = #Sachbuchkiller!

  3. Kommt jetzt Twitter in der Werbung, äh, Werbung auf Twitter? Die, hm, Fachpresse spekuliert? http://tinyurl.com/dfplcx

  4. Eben interessanten Artikel bei off_the_record zum Thema: “Twitter: Erste Werbung und unendliche Optionen” entdeckt. http://is.gd/oGG2

Trackbacks

ivw