Microsoft macht gegen Apple auf billig
Aus dem kreativen Hochofen von Crispin Porter & Bogusky ist man ja in der Regel freche und ungewöhnliche Werbung gewohnt. Für Microsoft gibt die Agentur Wettbewerber Apple nun nach der Promi-Arie mit einem Spot contra, der eher an deutsche Werbung der 70er Jahre erinnert, die glückliche Hausfrauen nach dem Bonbon-Einkauf zeigt. Nicht, dass solche Werbung nicht funktioniert. Das tut sie. Sogar sehr gut.
Mit einer glücklichen Kundin zeigt Microsoft nun die Botschaft “PCs sind billiger als Macs“. Der Clip zeigt eine Frau namens Lauren, die noch einem Laptop für unter 1000 Dollar sucht. Bei Apple findet sie nur ein Modell, dass so gerade ihrem Budget entspricht. Mehr Geld will sie nicht ausgeben. Nur mit einen kleinen Bildschirm ist sie aber auch nicht zufrieden: “I’m just not cool enough to be a Mac person”. Letztlich wird sie in der Microsoft-Welt bei HP fündig.
Die Konzentration auf das Preis-Leistungsverhältnis dürfte ein cleverer Schachzug sein. Denn in Sachen Lifestyle und Coolness lässt sich gegen Apple nun einmal nicht konkurrieren. Und die 1000er-Grenze dürfte für viele Kunden auch hierzulande eine schmerzhafte sein. Das Preisargument lässt Apple schnell alt aussehen. Wenn Microsoft also vermittelt “Lieber Kunde, bei Apple brauchst du dich mangels Auswahl und Angebot gar nicht erst umsehen”, dann könnte das bei etlichen Wechselinteressierten die Marke aus dem Relevant Set löschen.
Für mich kommt der Spot aber zu spät. Ich habe mir dieser Tage ein Macbook bestellt.
via












und da jetzt bitte noch ein Alternativclip mit einem gutem Dutzend billiger Rechner ohne Microsoft-Steuer UND mit gutem Design. *g*
Glückwunsch zum neuen Macbook!
yep, endlich spielt MS mal die ECHTEN vorteile der PC-welt in den vordergrund. wenn sie jetzt noch den langen atem hätten!, diese botschaft konsequent vernetzt und gut “exekutiert” durch alle medien zu deklinieren, könnte das sogar mal MS-werbung sein, die wirkt.
wahrscheinlicher ist allerdings, dass diese kampagne in der komplexen welt des großkonzern einfach ganz schnell wieder gekilled wird, zb weil irgendein neuer head-of-whatever-marketing ein profilierungsbedürfnis hat.
steve ballmer mag zwar ein äußerst agressiv wirkender CEO sein, aber im gegensatz zu jobs, der seinen konzern nach außen 10x konzilianter, dafür aber nach innen mit eiserner (marketing)hand führt, ist er nur ein belfernder bettvorleger.
Nun ja, 745 EUR werden wohl bald kaum noch eine realistische Schmerzgrenze für Otto und Lieschen Normalverbraucher sein. Die dürfte dann, dank Netbooks & Co., vermutlich, noch niedriger, irgendwo bei 599,- liegen. Die Apfel-Sekte müsste also noch ein gutes Stück ihre Eintrittspreise (= Kirchensteuer) drücken. Nur dann wird’s halt schnell zur uncoolen Weltreligion und das wollen die Gläubigen natürlich auch nicht.
Wem es heutzutage um den Preis geht, der landet so oder so auch nicht bei Apple. Apple bietet sehr gute Qualität sowohl in Sachen Hardware als auch in Sachen Software und das zu einem zugegebenermaßen stolzen Preis. Diesen Preis bin ich allerdings bereit zu bezahlen, da die Leistung stimmt.
Wenn jemand nur seine Briefe tippen und ein wenig im Internet surfen möchte, der ist mit einem normalen PC sicher besser bedient. Aber Apple sieht genau diese Gruppe ganz sicher nicht als ihr Kernziel an.
Ich bin vor einem Jahr auf Apple umgestiegen und habe es bis heute nicht bereut. Windows ist für mich passé. Und sollte es irgendwann wieder einmal einen Umstieg geben, dann wird es Linux sein…
OK,
von Windows auf Apple verstehe ich noch. Wenn man einfach nur Anwender ist und sich nicht mit der Hardware und dem System rumschlagen will.
Warum man aber dann von Apple auf Linux wechseln sollte, ist mir unverständlich!? Das ist doch genau die andere Richtung! Da interessiert dann nur noch das Gefrickel am System!?
Für mich ist Windows in der Mitte, Apple die Anwender-Seite und Linux die Freak/Programmierer/Frickler Seite.
- Oliver
Vielleicht gibts ja bald noch Google als Player, dann gibts noch ne neue Religion…
Ich mag keine Monopolisten und deshalb auch Apple nicht. Konkurrenz belebt das Geschäft, das spricht für mich für den PC. Windows ist übrigens viel besser als sein Ruf. Seit vielen Jahren habe ich keine Bluescreens und keine Abstürze mehr. Hier hat Microsoft einfach nur ein massives Imageproblem, denn die Software ist wirklich stabil geworden. Übrigens gibt es auch beim Apple durchaus Fehlermeldungen (“Fehler 13″) und nicht alles ist so intuitiv wie gerne gesagt wird.
Für mich gilt letztendlich: Apple oder PC, es ist wie Mercedes oder BMW. Beides fährt gut, beide Systeme können stark sein. Die einen haben diesen Geschmack, die anderen einen anderen.
Der Kampf zwischen Apple und PC ist deshalb lächerlich, so wie zwischen Kölnern und Düsseldorfern. Es gibt da einfach keinen Sinn dahinter.
@Max: Worauf hat Apple denn das Monopol? Image? Design? Bedienbarkeit? Alles Dinge, die nicht wegnehmbar wären.
@Brothel Pianist: Welche “echten Vorteile der PC-Welt” genau meinst Du? Conficker? Sober? Blaster? Nimda? Oder sind es doch die abertausend weiteren Viren, Keylogger, Trojaner usw. des weltgrössten Herstellers von Schadsoftware, Microsoft?
“Lauren” hat sich übrigens einen üblen Craptop ausgesucht, an dem sie vermutlich nicht viel Spaß haben wird. Schwache AMD-CPU, mieser Bildschirm, kurze Akku-Laufzeit, Vista Home mit einem dicken Paket unnützer Trialware etc. Details stehen hier:
http://tinyurl.com/cth848
Da muss man nicht in einen Apple-Store gehen, um eine bessere Alternative zu finden.
Gutes Design hat seinen Preis. Überall ist das so. In der Architektur, im Produkt- und Industriedesign usw. Bei einem Eames-Chair oder Vitra-Möbel regt sich auch keiner über hohe Preise auf (wobei der Preisunterschied im Vergleich zu 0815-Standardprodukten sehr viel höher als im Elektronikbereich ist).
Nur bei Apple hört man immer wieder den gleichen Vorwurf. Ich kann es schon nicht mehr hören.
Billig ist eben nicht immer Geil.
Ich dachte wir hätten uns langsam von der standardisierten Massenproduktion des Industriezeitalters verabschiedet in der nur materielle und funktional-rationale Werte von Bedeutung waren.
Innovation und Design, also in erster Linie immaterielle Werte und Ideen kosten halt etwas. Warum wird Qualität ständig am Preis bemessen? Der reine materielle Funktionalismus hat ausgedient. Wenn wir uns in dieser Hinsicht nicht weiterentwickeln, wird uns China in 10 Jahren wirtschaftlich überrollt haben. Die sind auf diesem Gebiet besser als wir.
Merkwürdig ist auch das Viele über den Preis von Apple meckern und Design als Marketingstrategie abtun dabei aber nicht bemerken wie mittlerweile ein Großteil der Konkurrenzprodukte aus Apple-Clonen und Kopien besteht. So irrelevant und unwichtig kann der Faktor Design daher nicht sein …
Studien zufolge ist selbst die Web 2.0 Webdesign-Ästhetik auf Apple zurückzuführen. Komisch auch das jetzt von der Autoindustrie bis hin zum Kaffeemaschinenhersteller jeder die Farbe Weiß in sein Produktportfolio aufnimmt.
Daher, immer ganz genau hinschauen bevor man anfängt sich über zu hohe Preise aufzuregen … Dazu muss man kein fanatischer Fanboy sein.
MS kann kein Marketing, hat es noch nie gekonnt.
Und Strategie können sie leider auch nicht, denn das Feindbild Apple wird spätestens in 15 Jahren – nach Jobs Abgang – überhaupt keine Rolle mehr spielen.
Android und Clout Computing sind die Killer-Applikationen, und die Zugangsschlacht ist längst eröffnet.
Wer zu spät kommt, kann seine Zunes neben die HDD-basierte XBOX gleich auf den Hardware-Friedhof legen…
Ein Mac User seit 1986…
Won wegen irgendeine Passantin:
http://laurendelong.com/News.htm
Erneut ein Armutszeugnis für Microsoft.
:-/
Noch billiger:
Asus oder Aspire Netbook auf Linux.