“Eine für alle: Frauen könnens besser” – oder wie die ARD den TV-Vorabend viral aufbessert
Zur neuen ARD Vorabendserie “Eine für alle: Frauen könnens besser …” fehlt nur noch die passende Unternehmensprofilseite bei Xing. Schließlich geht es in der Telenovela auch um Business und die
Wetzmann-Werke, den Kampf um Arbeitsplätze, Kaffee und den Geruch von Schweißerjacken und eine patente Lilli Lemcke, die gegen ein Finanzimperium antritt. Das klingt alles sehr modern und da darf das Web 2.0 doch nicht fehlen. Da käme solch ein Feature bei Xing, das die bisherigen persönlichen Profilseiten ergänzen soll, doch gerade recht. Xing-Boss Stefan Groß-Selbeck hat so was schon mal angekündigt. In echt jetzt. Nicht für die Serie. Die startet am 20. April. Bis dahin schafft das Xing wohl nicht.
Was die ARD aber geschafft hat, ist eine virale Begleitkampagne zum Serienstart von “Frauen sind die besseren Musketiere” “Eine für alle: Frauen könnens besser …” aus der Werkhalle zu schieben. So gibt es passend zur Serie eine Constanze Schönauer als Heuschrecken-PR-Beraterin bei Xing. Die ist allerdings ein Opfer des Rasenmähers bei Xing geworden, der Fake-Accounts entfernt. Das gleiche Schicksel, Unternehmensprofile hin oder her, hätte wohl auch ihrem Arbeitgeber GvF-Invest geblüht. Der ist natürlich auch nur ausgedacht von der ARD, liefert dafür aber als Mega-Heuschrecke mit einer Microsite viel schwarzen Humor mit Kündigungsberatern und Stellenanzeigen für Absahn-Experten. Motto: “Ist der Betrieb erst ruiniert, wird ein anderer saniert.”
Warum hat die Serie dann eigentlich so einen umständlichen langen Titel? “Mitten im Leben” hätte doch auch gepasst. Oder wenn schon umständlich: “Collateralized debt obligations, Schweißerdraht und ich” würde sicher breitere Zielgruppen ansprechen. Arbeitslose Banker beispielsweise.
Wie auch immer: Eine schöne Idee (Webguerillas), die Serie viral ins Web zu verlängern. Allerdings ist, glaube ich, der Private Equity-Schuppen (“Wer Luxus will, muss Stellen streichen”) nur viral existent. Leider nicht in der Serie. Und nicht jeder Werbe-Gag zur Serie im Web zündet.

Die virale Verlängerung fiktiver TV-Elemente ins Web gelang da dem ZDF mit “Ein Mann, ein Fjord!” und Hape Kerkeling, wenn auch nicht perfekt, so doch besser. Worauf ich aber wirklich noch warte ist eine deutsche TV-Serie (kein Web-Format wie die Piet-Show oder die Candy Girls), die die Fiktion ins Web transportiert und bei Facebook, Twitter und Co weitererzählt. Für Lilli Lemke soll es aber einen Blog geben. Wenn der tatsächlich auch während der Serie gefüllt wird, dann wäre das ein guter Ansatz, damit endlich zusammengeschweißt wird, was zusammengehört.
PS. Danke an Chrizz23 für den Xing-Tipp. Per Twitter. Natürlich.
PPS: Den Blog von Lilli gibt es bereits. Danke an juergen_p für den Tipp in den Kommentaren.
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Den Blog soll es nicht nur geben, den gibt’s bereits (http://www.lillisblog.de).