Amica und die bangen Erwartungen
“Wer jetzt noch träumt, ist ein Träumer!”
Friedhelm Funkel
Es ist die Zeit des großen Verschwindens. Gerade hat man den Abgang von “Maxim” verdaut, da schickt Burda nun “Amica auf den Medienfriedhof. “Which magazine is next?” fragt sich vermutlich mit Ingeborg Trampe, ehemalige Kommunikationschefin BBDO Germany, ein jeder mehr oder weniger bange. Retromedia dürfte in diesem Jahr etliche prominente Medienmarken auf ihrem letzten Weg begleitet. Trifft es einen Titel aus dem süddeutschen Raum oder brechen selbst ambitioniert gestartete Hamburger Projekte wieder ihre Zelte ab? Und wann erscheint eigentlich das Lieblings-Nischen-sind-Chancen-Vorzeigeprojekt “Liebling” wieder? Wohl, wenn genügend Anzeigen da sind. Das aber kann dauern. Zumindest im Falle “Liebling” vielleicht. Man mag es dem schönen Blatt wünschen. Ansonsten aber ist die Hoffnung auf Zukunft eher ein frommer Wunsch.
Die Medienmanager, die in das Dämonenauge der Krise geschaut haben, denken inzwischen weitaus säkularer und erinnern sich beim Anzeigengeschäft wohl eher an den Raben bei Poe: “Nevermore”. Denn das Sterben auf Raten ist nicht nur ein Ergebnis des gegenwärtigen Anzeigenschwunds. Dahinter steckt auch noch eine andere Erwartung, die fast schon als Gewissheit gilt: Die verschwundenen Anzeigen, abgewandert in den Online-Bereich oder ins Nirgendwo, werden auch nach der Krise nicht wieder kommen. Nevermore.
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Wer druckt denn nun die ganze PR ab?
Ich hatte mal nen Amica 500…
Dem stimme ich voll und ganz zu. Die Anzeigenumsätze werden in Printmedien nie wieder auch nur das Niveau von 2007 erreichen. Naja, ausser die Hyperinflation treibt die Zahlen künstlich hoch.
MfG,
RS
Ich stimme dagegen. Es gibt keinen Grund zur Annahme, dass Print plötzlich nicht mehr wirkt. Irgendwann werden die Marketingstrategen das schon merken. Und dann gibts eine Renaissance für Print.
Hoffen wir, dass die Printmedien die Renaissance noch erleben
Ich glaube einfach, dass die Zeit vorbei ist für PR-Unterhaltungsblättchen wie Amica. Im Print muss endlich wieder mit eigenen interessanten Geschichten durchgestartet werden. Print muss sich vom Web abgrenzen und nicht versuchen, es zu imitireren. Diesen Häppchenjournalismus hab ich auch auf der Startseite von gmx.
Um mal im Segment zu bleiben: Jetzt wäre eigentlich der ideale Start für die Allegra. Und ich meine die alte, mit dem S/W-Titel und den langen Reportagen, eben die vor dem unsäglichen Relaunch, nach dem sie so aussah wie alle anderen, die gerne Internet wären.
Der Medienfriedhof sollte nur noch großer werden. Menschen wollen Unterhaltung On Demand – dass Internet ist die einfachste Lösung.
Die meisten Menschen wollen nicht mehr Lesen, nur anschauen und kurze Texte lesen (sowie Twitter).
Der B-to-B Bereich ist hier teilweise schon mit dem Einstellen deutlich “weiter”, siehe auch meinen Blog-Eintrag aus 2008:
http://businessmediablog.com/2.....unikation/
Die Anzeigenverluste sind doch nur ein Teil des Problems, der Markt der Frauenzeitschriften ist völlig übersättigt mit Dutzenden inhaltsgleichen Titeln. Rückblickend ist es für mich eher erstaunlich, daß sich über Jahrzehnte eine solche Flut von Frauenzeitschriften am Markt halten konnte.
Besonders ab Mitte der 90er ist das Angebot ja explodiert, wenn jetzt ein paar Titel eingestellt werden, ist dies nur normal.