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Spießer Alfons: Rauch vom Osterfeuer für Ruzicka & Konsorten

11. April 2009
von

H__hner.jpgGerüchte, sagt man, sind die Rauchfahnen der Wahrheit. Und wenn Spießer Alfons heute selber mal die Kochmütze aufsetzt, um in der Gerüchteküche ein Hühnchen zu rupfen, dann handelt es sich dabei um die völlig unmaßgebliche Meinung eines Spießers, von der sich nicht nur die Redaktion, sondern auch der Verfasser wahrheitsgemäß distanzieren möchte. Alsdann:

Keine Meldungen haben in letzter Zeit soviel Neugier in der Branche ausgelöst wie die Nachrichten, die sich um Alexander Aleksander Ruzicka und seine Dubiositäten drehten. Warum dieses gesteigerte Interesse an dem Einsitzer und Ex-Steuermann von Aegis? Wenn Ihr Spießer Alfons fragt: Weil nicht wenige Leute befürchten, dass da noch ein paar kleine Unregelmäßigkeiten ans Tageslicht kommen könnten, die sie selber betreffen.

Für Außenstehende: Aleksander Ruzicka war der Verwalter eines riesigen Media-Berges. Als er auf dem Gipfel stand, lagen die Vertreter der Medien ihm zu Füßen und küssten dieselben, weshalb man Aleksander den Großen auch schon mal barfuß am Arbeitsplatz erleben konnte. Große Verlage buhlten um seine Gunst genauso wie die Sender und andere Empfänger seiner milden Gaben Steuaufträge. Und der Spießer könnte sich sehr gut vorstellen, dass ein paar dieser Damen und Herren schon seit längerer Zeit ein bisschen kribbelig in ihren Bürosesseln sitzen, weil sie befürchten, dass alles, was ihre Geschäfte mit Ruzicka & Co betrifft, in den Akten zu finden sein könnte, die bei der Staatsanwaltschaft liegen. Und möglicherweise sind in den privaten Unterlagen des ehemaligen Aegis-Häuptlings auch Vorfälle aufgezeichnet, die in der Gerichtsverhandlung gar nicht zur Sprache gekommen sind, weil sie weniger Ruzicka belasten als vielmehr ein schlechtes Licht werfen auf diejenigen, die ihn gepampert haben.

So könnte es zum Beispiel sein, dass Ruzicka von den Medien auch Zuwendungen Gelder bekommen hat, die ihm gar nicht zugestanden haben. Vielleicht fette Honorarzahlungen für spezielle “Media-Untersuchungen”, die nur auf dem Papier gestanden haben, nämlich dem Rechnungspapier? Rein theoretisch wäre sowas möglich.

Wie dem auch sein mag, es bleibt festzuhalten: Die Kohle, mit der Ruzicka sich bei seinen Geschäftspartnern dicke getan hat, war gar nicht seine eigene, sondern das Geld gehörte den Kunden der Dienstleistungsagentur, bei welcher er tätig gewesen ist. Denn schließlich ist ein Mediaeinkäufer nur der Makler zwischen Werbungtreibenden und Medien und damit bloß Zwischenträger der Millionen, die er treuhändisch verwalten und schalten soll. Weil aber viele Werbeträger in den Mediaplänen ähnlich austauschbar sind wie Apfelsinen und Orangen im Supermarkt, hat der Mediaplaner einen gewissen Spielraum. Da könnte Spießer Alfons, der Gerüchtekoch, es sich sehr gut vorstellen, dass beim Einkauf nicht alles auf dem Ladentisch gehandelt wird, sondern auch manches darunter. Was im Falle Ruzicka die Kunden der Agentur genauso brennend interessieren dürfte wie die Betroffenen aus der Medienlandschaft, die möglicherweise in den Schlamassel hineingezogen werden könnten, falls sie Ruzicka & Co allzu doll geschmiert gestreichelt haben. Bis jetzt hat der Angeklagte mehr geschwiegen als geplaudert. Was aber, wenn er nun angesichts der unschönen Jahre, die ihm bevorstehen, an die brotlose Zeit danach denkt und im Knast ein Buch schreibt, dessen Manuskript er den betroffenen Medien meistbietend zur  Vernichtung Veröffentlichung anbietet…?

Wie gesagt: Gerüchte! Gerüchte! Gerüchte! Die Wahrheit ist natürlich, dass das Werbe- und Mediengeschäft in Deutschland ohne Fehl und Tadel ist. Ruzicka & Konsorten sind nicht die Regel, sondern Ausnahmen, die ihre gerechte Strafe bekommen werden.

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Kommentare zu “ Spießer Alfons: Rauch vom Osterfeuer für Ruzicka & Konsorten ”

  1. vader am 11. April 2009 um 23:04 Uhr

    Ich gestatte mir ein dumpfes: Höhö.

  2. anakin am 12. April 2009 um 14:34 Uhr

    Es soll auch vorgekommen sein, dass Studien von Verlagen intern erstellt und dann an Dritte übermittelt wurden, die diese dann wieder an die Verlage zurück verkauft haben. Im Gegenzug flossen vielleicht Werbegelder, auf Basis dieser Studien neutral verplant natürlich. Wenn diese Mechanik nun verschwindet, was tritt dann an deren Stelle ? Etwa transparente Leistungsnachweise ? Wo kommen wir da hin ?

ivw