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Social Media und das Maggi-Prinzip

14. April 2009
von Olaf Kolbrück

The consumer is not a moron but your wife
David Ogilvy

Vielleicht gehört es zum Grundproblem von Marken und Werbern im Umgang mit Social Media, dass sie sich zu lange auf den großen Etats und dem Zauber der Reichweite ausgeruht haben. Vielleicht hapert die Kommunikation mit dem Kunden auch daran, dass die Dialogkompetenz der Strategen allein auf langen Meetings beruht.

Es spricht jedenfalls für ein Stück Selbsterkenntnis, wenn Simon Clift, Chief Marketing Officer bei Unilever, in Adage mit dem Satz zitiert wird: “We may be ahead of some of our competitors. But we’re most definitely behind consumers.” Klassische Werbung taugt eben nur noch für die Generation Handzettel. Sie baut keine Kundenbeziehungen mehr auf. Und was in Netzwerken passiert, wie Kunden miteinander reden – Unternehmen fangen gerade erst an dies verstehen zu wollen.

Die Beziehung aber ist es, die in der Ansprache Glaubwürdigkeit schafft. Im Bereich Social Media sind es die Beziehungen der Nutzer untereinander die Glaubwürdigkeit besitzen und Konsumempfehlungen hervorbringen. Marken müssen da mitmischen, wenn sie nicht als beziehungsgestörte Autisten enden wollen.
“The growth of social networking is still accelerating and the bonds consumers are developing with friends and groups of like-minded people are just beginning to shape behaviors. Companies need to be there, talking to both their existing and potential ‘fans.” Netpop-Geschäftsführer Josh Crandall schreibt dies in einem Trend-Report über Social Networker in den USA, dem sich auch der Themenblog widmet. Gesprächsbereit sind Marken für die Zeit nach der Flaute auch besser aufgestellt. “Brands that experiment in social advertising now will be in the best position to leverage these important media channels when the economy turns the corner.”

Doch die Beziehung zum Kunden müssen sich Marken verdienen. Ich schreibe bewusst “verdienen”, denn darin steckt auch das Wort “dienen”. Es ist das Maggi-Prinzip, das sich Unternehmen zu eigen machen müssen: “Helfen und dienen”. Wenn in Unternehmensleitlinien und Werbestrategien aber der “Kunde zum Mittelpunkt des Handels” erklärt wird, dann  wird gegenwärtig dieser Mittelpunkt immer noch nur als Erlösquelle begriffen, nicht als Freund und Partner in einer Beziehung.

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Kommentare zu “ Social Media und das Maggi-Prinzip ”

  1. Gunnar Sohn am 14. April 2009 um 13:06 Uhr

    Und die vielbeschworene Reichweite war von Anfang an ein Schwindel! http://gunnarsohn.wordpress.co.....ungstrick/

  2. Arne am 14. April 2009 um 14:22 Uhr

    Ich denke auch das Marken SNs nicht dazu nutzen sollen, möglichst schnell und effektiv ihr Produkt oder Service an den Mann zu bringen, sondern SNs als eine neue Möglichkeit für CRM sehen sollten. Nirgendwo sonst ist es so einfach in den direkten Dialog mit den Kunden zu kommen. Und wenn ich sage Dialog meine ich Dialog im Sinne von Unterhaltungen zwischen zwei Parteien und nicht das bloße senden von Werbebotschaften. Also stimme ich Dir voll und ganz zu.

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Trackbacks

  • [...] der Einfluss ist damit lange noch nicht garantiert. So schreibt Olaf Kolbrück in seinem Artikel Social Media und das Maggi Prinzip: Die Beziehung aber ist es, die in der Ansprache Glaubwürdigkeit schafft. Im Bereich Social Media [...]

    Social Media: Ohne die Unternehmen wird auch geredet « Nummer 15 — 14. April 2009 @ 17:29 Uhr
  • [...] Ich hinke mal wieder hinterher, kaum schaffe ich es am heutigen Tage, meiner Twitter-Timeline zu folgen, geschweige denn die unzähligen Tabs abzuarbeiten. Dieser Eintrag hier entsteht aus reiner Verzweiflung, es will heute einfach zuviel reguläre Arbeit werden. Da brauche ich die großen Netzthemen der letzten Tage (#amazonfail, #zensursula, #thepiratebay) nicht auch noch aufzugreifen, sondern verweise zum Abschluß mal wieder auf eine Genderdiskussion sowie dasMaggi-Prinzip. [...]

    Melodei « Angelegenheiten — 17. April 2009 @ 18:09 Uhr
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