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Hoch auf dem gelben Blog

15. April 2009
von

Das muss man sich erst einmal trauen. Einen Blogbeitrag mit solch einer Überschrift zu starten: “Der Unversaldienst. Die Universaldienstverordnung”. Trockener geht es kaum. Trotzdem. Die Post in Österreich traut sich und lässt Vorstandsdirektor Herbert Götz bloggen – über Bürgermeister, Verordnungen und Postämter.

Vor allem aber: Götz weicht auch heißen Eisen nicht aus. Die Wirtschaftlichkeit von Postfilialen, die Schließung von Filialen.  Und natürlich gibt es dafür auch mächtig kontra. Vorteil für die Post: Diskussionen ins eigene Haus holen, besser aussteuern, eigene Themen setzen, Standpunkte klar machen.  Getreu dem Motto, dass ein meckernder Kunde immer noch Kunde ist und einer der überzeugt werden will, warum er Kunde bleiben soll. Und gemeckert wird reichlich.

Knallgrau in Wien hat dem Dialog auf die Beine geholfen.  Und Götz scheint nach wenigen Wochen, das Blog gibt es seit März, ein überzeugter Blogger zu sein: “Ihr Interesse hilft mir, die Post auch aus einem völlig anderen Blickwinkel zu betrachten. Und das ist gut so. Denn durch diesen interaktiven Austausch mit Ihnen wird mir und meinen Kollegen bewusst, wo genau noch Aufklärungsbedarf besteht.”

Die Postings von Götz lesen sich zwar teilweise noch wie eine Universaldienstverordnung – aber wenn er so schreibt, dann schreibt er halt so. Immerhin erhebt er seine Stimme, hört zu und zeigt auch ganz klar im Blog sein Gesicht.

post_blog.jpgRecht machen kann er es ohnehin nicht jedem. Kommentar zum bloggenden Boss: “Wie kann es denn sein das sie soviel Zeit haben um hier einen Blog zu halten und den laufend aktualisieren? Also wenn ich ihren Verdienst hätte und meine Zeit hiermit “totschlagen” kann dann alle Achtung dann wundert es mich nicht das so viel bei der Post schief läuft!!”

Der Wind von vorn dürfte noch zunehmen. Denn die Liberalisierung des Filialnetzes der Post bis 2011 wird noch jede Menge Zündstoff bergen. Da ist es gut, mit einem eigenen Blog frühzeitig in die Debattengestaltung einzusteigen und eigene Argumente schon jetzt auch über solche Kanäle zu kommunizieren.

Obendrei, und das nenne ich mal crossmedial, gibt es den Hinweis auf das Blog auf den Bons der Post. Clever.

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Kommentar zu “ Hoch auf dem gelben Blog ”

  1. Martin Oetting am 15. April 2009 um 18:34 Uhr

    Sehr cool. Und vor allem interessant, dass manche Kunden den Wert eines echten Dialogs mit dem Chef offenbar weder für wichtig halten noch schätzen.

ivw