Obama, Bo und die Bibel
Es heißt mal wieder von Barack Obama lernen. Was braucht es, um gestärkt durch die Flaute zu lavieren: Einen präsidialen Hund namens Bo und ein paar Bibelverse. Ein portugiesischer Wasserhund zieht ins Weiße Haus (BoBama) und beherrscht die USA-Medien. Gegen die Frage nach dem richtigen Hundefutter wird das Problem nicht beglichener Kreditkartenschulden nämlich zweitrangig.
Und Deutschland? Merkel hat keinen Schoßhund. Auch wenn manche die CDU vielleicht so sehen würden. Steinmeier mit Müntefering nur einen Terrier, der es nie auf Cute Overload schaffen würde.
Dabei weiß doch jeder PR-Berater: Probleme umnebelt man am besten, in dem man Menschen eine gute Geschichte erzählt, die ihr Herz erwärmt und von den Problemen ablenkt. Wenn Merkel wenigstens gärtnern und einen Rhododendron aufpäppeln würde. Dann ließe sich in diesen Zeiten mit der Protestantin Merkel wenigstens ein lutherischer Bogen zu Apfelbäumchen schlagen. Aber die politische Kaste, wie auch Steinmeier, spielt lieber Fußball. Dabei können wir nicht einmal dort international mithalten.
Bleibt nach Ostern nur die Hoffnung auf eine Auferstehung des Optimismus. Auch da macht Obama vor, wie Bibelverse auf Veränderungen und harte Zeiten einschwören können. Von dort ist es nicht mehr weit zur Predigt-Litanei, dass ein jeder sein Kreuz zu tragen habe. Nur hat eine säkularisierte Kanzlerin Sinn für die befreiende Kraft des Liturgischen? Gerade das aber ist nun gefragt: Ein Seelsorger, der vom gelobten Land erzählt. Blühende Landschaften 2.0 – sozusagen.
Gottlob sind zumindest schon die Buddhas auf dem Dach des FC Bayern wieder verschwunden. Das war ein falsches Signal, ein Klinsmanscher Irrweg, weil medidative Buddhas Verharren und Weltflucht (Nirvana) signalisieren und lässt nach Esoterik-Light nun auf kräftigere Erweckungserlebnisse hoffen. Wenigstens aber zu einer Rückkehr zu verwurzelten Werten. Pfingsten soll ja auch die Zeit des Aufbruchs sein.
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Denn in derart entwurzelten Zeiten werden die Kirchen wieder voller werden, die in Krissen immer auch eine Apotheke sind, die Beruhigungspillen anbietet. Selbst jene werden zur tröstlichen Botschaft greifen, die keine Kirchensteuer zahlen. In der Zeit der Kostenloskultur schlägt auch den verlorenen Schafen beim Griff nach der Hostie (eigentlich ein Paid content) längst nicht mehr das Gewissen, wenn sie Seelenheil und Zuversicht wie Download-Piraten in Empfang nehmen. Es heißt zugreifen, selbst wenn man Jungfräulichkeit und Auferstehung so wahrscheinlich findet, wie einen Nahrungsmittelhersteller, der es mit Selbstverpflichtung und Verbraucherinformation ernst meint.
Was zählt ist letztlich also nur eine gute Geschichte, die man gerne hört. Die so schön klingt, dass man sie glauben möchte. Das ist jetzt die Aufgabe der Werbung. Geschichten erzählen. Für den Anfang vielleicht eine mit Tieren. Katzencontent geht immer.
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Kinder und Tiere gehen immer, ob Krise oder nicht.
Wir halten das auch so: http://the-missinglink.blogs.c.....ntent.html
Clinton hatte (in guten Zeiten) Socks, den Kater mit den weißen Pfoten. Auch um ihn prügelte sich die Presse bei der Mäusejagd. (Mäuse darf man gerne doppeldeutig verstehen.)
Bibelsprüche gehen aber nur in den U.S., wo es ja den berühmt-berüchtigten bible belt gibt. Keiner, der Agnostker ist, wird in den U.S. jemals Wahlen gewinnen, ob Republikaner oder weiß oder Mann oder Frau, mit und ohne der geballten Niedlichkeit des putzigsten Haustieres der Welt, egal.
Unser Genosse Gasverkäufer war der Autokanzler mit der Curryworscht. Das hatte Erfolg. Insofern sind Politiker mit angeblichem Fußballwahn nicht sooo verkehrt. Fehlt jedoch die “Niedlichkeit” von Katzen- oder Hundecontent und der Charme, aber das sowieso noch nie Deutschlands “USP”.
Oh, im deutschen Bible-Belt, der im voralpenraum liegen soll, dürften auch Bibelsprüche gehen auch wenn schützenzeltparolen für mehrgaudi sorgen. Und Parteien mit dem C im Namen stände sicher auch gut zu Gesicht, wenn sie ihr C programmatisch umsetzen würden.
Btw: Cute cat
Ich glaube nicht, dass Bibelsprüche im bairischen Wahlkampf-Bierzelt gehen
Die Bayern sind überhaupt nicht christlicher als im Norden, sie tun nur so. Nennt man bigott. Im Zelt wollen sie keinen Psalm-Salbader, da wird gedroschen.
Das mit dem C ist jedoch wahrlich ein Kreuz.
Aber nicht nur in Bayern (CDU).