Enteignung Light? Springer verteilt Aktien an die Mitarbeiter
Zunächst war ich angesichts der Schlagzeile “Springer will Mitarbeiter zu Aktionären machen” etwas verwundert. Immerhin hatte Springer-Chef Matthias Döpfner schon mal 680.000 Aktien der Axel Springer AG im Depot. Das konnte doch wohl nicht gemeint sein. Das wäre doch ein alter Hut.
Der zweite Gedanke zum Thema “Springer verschenkt Aktien an Mitarbeiter” war dann von Ironie und historischem Halbwissen, dass für solche Situationen zumeist ausreicht, geprägt. Bricht sich bei Springer eine späte Rache der 68er (“Enteignet Springer”) durch ein Mitarbeiter-Buy-out Bahn? Quasi Enteignung light?
Natürlich nicht. Es gibt stattdessen für Mitarbeiter, die seit 1. Mai 2008 dabei sind 4 (in Worten vier) Gratisaktien. Wert derzeit: knapp 58 Euro pro Aktie.
Das Ziel: “Mitarbeiter zu Aktionären zu machen und sie auf diese Weise zukünftig unternehmerisch noch stärker mit Axel Springer zu verbinden”. Bei Döpfner hat das schließlich auch funktioniert. Siehe Gewinn 2008. Und Döpfner bekam seine Aktien nicht mal geschenkt. Sondern er kaufte die Aktien zum Vorzugspreis von 77 Euro pro Stück und somit unter dem damaligen Kurs von 103 Euro.
Bei Springer scheint man inzwischen aber leichter zu motivieren zu sein. Selbst wenn man nicht den Tageskurs von 58 Euro pro Aktie sondern den Höchstkurs von 2008 bei 75 Euro zugrunde legt, und in (ähem) naher Zukunft wieder erwartet, sind das 300 Euro. Und: Müssen Gratisaktien versteuert werden?
Übrigens: Profitieren könnten davon laut Springer rund 8000 Mitarbeiter. Ein schönes Sümmchen kommt da nach aktuellem Stand an der Börse zusammen: 1.856.000 Euro. Der Überschuss 2008 lag übrigens bei 571 Millionen Euro.
Immerhin: Im Rahmen eines Aktienbeteiligungsprogramms können Mitarbeiter ihren Bonus (welch ein böses, böses Wort) zudem in Aktien umwandeln. Springer legt einen Zuschuss oben drauf.
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Das könnte dann schon Anreize bieten. Das macht es als Shareholder vielleicht auch leichter, einen Sparkurs mitzutragen. Eine clevere Lösung. Zumal, so könnte man lästern, angesichts eines “schwierigen Anzeigengeschäft” in 2009 die Mitarbeiter dann auch an den Verlusten rezessiven Elementen beteiligt sind.
Aber ich bin Optimist. Deshalb decke ich mich jetzt mit Aktien ein. Denn wenn alle Mitarbeiter nun den Bullen reiten, kann der Kurs nur nach oben zeigen. Hoffen wir, es wird dabei keiner abgeworfen.












