Warum Bayern München nicht Meister werden darf
Klinsmann entsorgt, Heynckes geholt, zwei Spiele leidlich über die 90 Minuten gebracht und schon ist für Bayern München die Meisterschale wieder zum Greifen nah. Doch den Titel dürfen sie nicht holen. Es wäre das falsche Signal: für die Bundesliga, für die Unternehmensführung, für die Wirtschaft.
Der plötzliche Erfolg, gekrönt womöglich mit dem Titel, würde all jenen argumentativ Beihilfe leisten, die nur auf das kurzfristige Ergebnis schielen. Der pragmatische Blick auf die Quartalszahlen wäre wieder en vogue. Der langfristige Aufbau eines Teams, von Marken, von Erfolg würde dagegen plötzlich wie ein unnötiger, langwieriger Prozess aussehen.
Nachhaltiges, smartes Wirtschaften erschiene in diesem Kontext dann nur noch wie eine Ideologie ewig zögerlicher, die gegen eine auf den Tag ausgerichtete Strategie nicht gewinnen kann. Die Gier nach dem schnellen Erfolg, gerade wieder befeuert durch steigende Aktienkurse, stände wieder im Fokus.
Dabei verlangt der gegenwärtige Strukturwandel im Grunde nach Kontinuität und langem Atem. Ein Meistertitel der Bayern wäre damit auch eine verpasste Chance für eine Hinwendung zu einem langsamen konstanten Wachstum, das zwar nicht zum Turbo-Erfolg führt, aber ein solides Fundament für einen dauerhaften Aufbau verspricht. Solch ein Fundament sichert auch besser gegen kommende Krisen ab.
Das richtige Signal setzt also Schalke 04, holt Felix Magath für vier Jahre als Trainer. So sieht Nachhaltigkeit aus, die auch, da bin ich sicher, spätestens in zwei Jahren mit dem Titel gekrönt wird. Schalke 04 kann dabei eigene Kräfte entwickeln, Bayern wird sich seine Stärke dagegen weiter teuer erkaufen müssen, finanziert aus der Hoffnung auf die Teilnahme in den Spitzenwettbewerben des europäischen Fußballs. Wir kennen das Muster: Es ist der Pump-Kapitalismus der Börse.
Besser also, VFB Stuttgart wird Meister. Die Vertragsverlängerung mit Markus Babbel bis 2011 ist ein Signal für Nachhaltigkeit. Die Stadt kann eh ein paar gute Nachrichten vertragen.
Twittern











Bayern ist für mich eh kein Fußball-Club, sondern nur ein Haufen von überbezahlten Weichflöten!
..wenn Bayern NICHT Meister wird, sind das für die Boulevardpresse doch nur Nachwirkungen von Klinsmann.
Wozu eine Situation analysieren, wenn doch da drüben schon soooo ein toller Scheiterhaufen steht?
“Das richtige Signal setzt also Schalke 04, holt Felix Magath für vier Jahre als Trainer. So sieht Nachhaltigkeit aus, die auch, da bin ich sicher, spätestens in zwei Jahren mit dem Titel gekrönt wird.”
Ich würde gerne 500 Euro dagegen setzen. Schalke wird in den nächsten zwei Jahren auf keinen Fall Deutscher Meister.
“Schalke 04 kann dabei eigene Kräfte entwickeln, Bayern wird sich seine Stärke dagegen weiter teuer erkaufen müssen, finanziert aus der Hoffnung auf die Teilnahme in den Spitzenwettbewerben des europäischen Fußballs. Wir kennen das Muster: Es ist der Pump-Kapitalismus der Börse.”
Du hast nicht wirklich Ahnung, oder? Der FC Bayern ist wahrscheinlich der einzige Verein, der keine finanziellen Risiken in der von dir beschriebenen Größenordnung eingeht. Die Vereine, die das machen bzw. immer wieder gemacht haben, sind Schalke und früher Dortmund. Bayern ist der wirtschaftlich am besten geführte Verein Europas. Ohne Schulden — und mit einem gut gefüllten Festgeldkonto. Im Gegenteil: der FC Bayern kauft meist viel zu zurückhaltend ein. Vor einigen Jahren haben Dortmund und Schalke weitaus mehr Geld in Spielertransfers gesteckt, als Bayern es getan hat. Davon mussten sie sich lange erholen — und müssen es noch heute. Im Gegensatz zu Wolfsburg, Leverkusen oder Hoffenheim, hat sich der FC Bayern dieses Geld auch als traditionsreicher und gut geführter Fussballverein erwirtschaftet. Ich wünschte du hättest Recht und Bayern würde noch mehr investieren, aber leider sind sie da ein wenig übervorsichtig. Denn wie man am Beispiel Ribery sieht, können auch hohe Ausgaben wie 25 Millionen Euro gut angelegt sein. Bei einem jährlichen Gewinn, der solche Transfers locker stützt und einem gut gefüllten Festgeldkonto, ist das auch wirtschaftlich völlig in Ordnung. Also noch mal: Den souveränen und wirtschaftlich extrem vernünftigen Weg des U.H. (war in einem der letzten Jahre nicht umsonst Manager des Jahres und einer der Ersten, die auf die wirtschaftlichen Probleme, die wir jetzt haben, hingewiesen hat) mit “Pump-Kapitalismus” zu vergleichen, zeugt wirklich von absoluter Ahnungslosigkeit. Und das werden dir auch viele Menschen bestätigen, die kein Anhänger des FC Bayern sind.
@ comicfreak
Wenn Bayern NICHT Meister wird, sind das auch die Nachwirkung von Klinsmann. Aber darüber müssen wir gar nicht nachdenken. Die Meisterschaft entscheidet sich am letzten Spieltag, beim Spiel Bayern gegen Stuttgart. Falls Bayern gewinnt, ist Bayern Deutscher Meister. Wenn Stuttgart gewinnt, ist Hertha Deutscher Meister. Und das will ja wohl bitte niemand. Genauso wenig wie eine Deutsche Meisterschaft von Schalke 04.
Und hier noch das letzte Wort:
Was hat so ein Artikel eigentlich auf diesem Blog verloren?
“Wenn Stuttgart gewinnt, ist Hertha Deutscher Meister. Und das will ja wohl bitte niemand. Genauso wenig wie eine Deutsche Meisterschaft von Schalke 04.”
Am liebsten wäre mir, wenn der BVB Deutscher Meister werden würde. Aber egal, ob Wolfsburg, Hertha oder Stuttgart. Alles ist besser als eine Meisterschaft des FCB (ganz speziell nach so einer peinlichen Saisonleistung).
@ Niemand
da gebe ich dir schon recht. wir (ja, ich bin bayernfan und spreche von “wir”) hätten es dieses jahr nicht verdient. aber wenn wir es am ende werden, haben es hertha, wolfsburg und stuttgart auch nicht verdient. chancen hatten sie diesmal genug.
Bayern sind doch nicht so gut.Ich glaube Schalke04 sind die beste:)
sorry, aber wenn bayern in dieser saison meister wird, liegt das allein daran, dass die anderen zu blöd waren, die schwache saison der münchner auszunutzen. und kann man das den bayern zum vorwurf machen? ich denke nicht.
also liebe bayern-hasser, fest den hintern zusammenkneifen und immer schön weiterprobieren!
liebe grüße aus münchen!
PS: ich glaub nicht, dass es die bayern heuer packen …
PPS: … wünsche mir aber ein entscheidungsspiel stuttgart vs. bayern am letzten spieltag…
PPPS: … weil hertha oder wolfsburg … also neee, echt nich, oder?
Das kurzfristige Ergebnis?
Wie lange dominiert der FCB nochmal die Liga? Seit 40 Jahren?
Und nur weil man von nachhaltigkeit labert, ist man doch kein Vorbild… frag mal bei den Freunden auf Schalke, was denn so mitm Felix passiert, wenn man auch nächstes Jahr so um Platz 6/7/8 rumgurkt…
Der Felix als langfristiger Unternehmer… in 2 jahren hat er mit Monsterkohle bei WOB aus nem Fastabsteiger eine Topmannschaft zusammen gekauft.
Seit doch nicht so hart! Lasst Sie nochmal Meister werden bevor die Bayern nächstes Jahr in die tiefen der zweiten Liga verschwinden!
Nachhaltigkeit zahlt sich nachhaltig aus. Zum Beispiel beim FCB. Dass Klinsmann jetzt raus ist, geschenkt, in der Bundeslige werden mir Trainer insgesamt zu schnell gefeuert, nennenswerte Ausnahme: (Ausgerechnet) Bremen.
Nur weil ein Trainer einen Vierjahresvertrag bekommt, heißt das übrigens noch lange nicht, dass er den auch erfüllt. Für wie lange hat Klinsmann unterschrieben? Aber selbst wenn Magath das durchzieht, zitiere ich immer wieder gerne Ull: Schalke wird in 100 Jahren nicht Meister.
PS: Seit doch mal froh, dass die Bayern diese Saison so auf Rensing gesetzt haben, so wird es endlich mal wieder ein Herzschlagfinale. Wobei: Das kann ausgehen, wie es will, die Meisterschaft 2001 wird an Spannung und Erlösung nicht zu toppen sein.