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Spießer Alfons: neuer Banken-Skandal!

15. Mai 2009
von

Datenschutz.jpg„Skandal!“, schreibt BILD über die Meldung, dass Krankenversicherungen die Daten von Kunden verkaufen. Und BILD weiß natürlich: „Der Bundesdatenschutzbeauftragte schäumt vor Wut“!

Das ist noch gar nichts. Spießer Alfons kennt eine Versicherung, die hat Daten von Bankkunden an eine andere Bank verkauft! Und niemand schäumt darüber.

Zur Erklärung: Spießer Alfons hat Konten bei der Dresdner Bank und der Commerzbank. Bei zwei Banken deshalb, weil Alfons für keine Bank total durchsichtig sein will, was Einkommen betrifft, Darlehn, Schulden, Unterhalt, Einkäufe, Steuern und sonstige höchst private Daten, die aus den Kontoauszügen ablesbar sind. Bankdaten sind, das wird jeder bestätigen, etwas sehr Sensibles, machen den Kontoinhaber zu einer gläsernen Person. Weshalb es gut ist, dass es einen Datenschutz gibt.

Nun hat die Allianz die Dresdner Bank an die Commerzbank verkauft. Und beide Banken schreiben dem Spießer in fast gleich lautenden Briefen, dass die Dresdner vollständig in die Commerzbank AG aufgehen wird und die Commerzbank für die ehemals Dresdner-Kunden alles Weitere besorgt. Oder anders gesagt: Jetzt hat die Commerzbank die 100prozentige Übersicht über das Leben des spießigen Kunden. Und der wurde nicht einmal gefragt, ob er das möchte, sondern er wurde einfach zwangseingezogen wie ein alter Wechsel. Hinzu kommt: Die staatliche Beteiligung an der klammen Commerzbank lässt vermuten, dass nun auch der Staat direkten Einblick nehmen kann in die Konten der Bürger.

Skandal! Warum schreibt eigentlich niemand darüber…?!

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Kommentare zu “ Spießer Alfons: neuer Banken-Skandal! ”

  1. Doc Holiday am 15. Mai 2009 um 09:30 Uhr

    Äh, ist doch ne Binsenweisheit, “dass nun auch der Staat direkten Einblick nehmen kann”. Zwar nicht durch die Bankbeteiligung aber das Finanzamt konnte doch schon seit 1. April 2005 beliebig Kontenabfragen machen. Vorher übrigens, konnten die sich auch schon die Zinsen und Dividenden melden lassen und dadurch Rückschlüsse ziehen. Ist doch auch besser, wenn jeder seine Steuern zahlt und nicht nur die kleinen Dummen.

  2. Frank Schenk am 15. Mai 2009 um 10:28 Uhr

    Der Staat hat doch schon vollen Zugriff. Ein Anruf deines Bearbeiters beim Finanzamt und schon faxen die Banken in vorauseilendem Gehorsam alles, was sie zu dir haben.

    Es ist nur eine Illusion, daß uns der Staat nicht komplett überwacht. In Wirklichkeit sind wir schon weiter als in Orwells 1984.

    gruß

  3. comicfreak am 15. Mai 2009 um 10:47 Uhr

    o
    L_/
    OL
    This is Schäuble. Copy Schäuble into your signature to help him on his way to Überwachungsstaat.

    ;)

  4. Ralf am 18. Mai 2009 um 10:14 Uhr

    Soviel zum Thema, “soll der Staat doch meine Daten haben: ich habe nichts zu verbergen”. Jeder hat was “zu verbergen”, schon weil man auch im wirklichen Leben nicht jedem Unbekannten alles über sich erzählen würde.

    Ich empfehle dem Spießer zur Diversifikation seines Zahlungsverkehrs weitere Konten bei Volksbank und ggf. Sparkasse. Die sind zwar spießig. Aber auch noch weitgehend resistent gegen die Bankenkrise.

ivw