Spießer Alfons: Post an Wagner (34)
heute schreibt Ihr zum einen an den „lieben Kirchentag“ und kommt dabei zum anderen auf den SV Werder Bremen zu sprechen, der im UEFA-Cup-Finale in Istanbul gescheitert ist.
Das Eine hat mit dem Anderen soviel zu tun wie ein Vegetarier mit einer Blutwurst. Aber Ihr, großer Meister der Simplifikation, findet religiös-sportliche Zusammenhänge wie: „Werder Bremen spielte zum Gott-Erbarmen schlecht“ und zieht daraus die Folgerung: „Mit der Niederlage von Werder Bremen wäre also bewiesen, dass Religion und Fußball nichts miteinander zu tut haben.“ Das, Euer Hochmerkwürden, war schon vor Eurer Feststellung bekannt, obwohl es Menschen gibt, die vom „Fußballgott“ sprechen, und Spieler, die sich vor und während eines Spieles bekreuzigen.![]()
Und dann kommt Ihr, Franz Josef, zur gegensätzlichen Feststellung und fabuliert dabei die Worte: „Ohne Glaube geht nichts. Der Glaube versetzt Berge.“ Womit Ihr, Goethe der Gosse, nicht erkennt, dass es zweierlei „Glaube“ gibt. Zu Eurer Aufklärung: Der Glaube an Gott ist die religiöse Überzeugung, also ein anderer Glaube als der Glaube an die eigene Kraft, ein Tor mehr zu schießen als der Gegner. Das solltet Ihr als Mitglied einer Zeitung, die bereits mehrere Bibeln auf den Markt gebracht hat, eigentlich wissen.
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Dass das Motto des Kirchentages „Mensch, wo bist du?“ nach Eurer Meinung „eine hundertprozentige Elfmeterfrage“, also eine Entscheidung für eine Strafaktion ist, das ist genauso bemerkenswert wie Euer letzter Satz und also lautend: „Vielleicht sollte Trainer Schaaf mit seinen Spielern mehr beten als trainieren?“
Antwort von Spießer Alfons: Vielleicht sollte Franz Josef Wagner vorm Schreiben mehr denken statt mit hohlen Worten ins Abseits zu rennen!
Schmerzlichst,
Euer
Spießer Alfons












gib’s ihm