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Vodafone und der live gezwitscherte Dreh des Werbespots

25. Mai 2009
von Olaf Kolbrück

Wenn Marketer sich fragen, was sie mit Social Media, mit Dialog und insbesondere mit vermeintlichen Schwatzbuden wie Twitter anfangen sollen, dann sollten sie heute beispielsweise einmal in der Twitter-Suche das Kürzel #vfdreh eingeben und den dann auftauchenden Meldungen und Links folgen.

Neben dem Towel Day, der Zensurursula und dem Wetter ist dies heute eines der populärsten Themen in der deutschen Twitterwelt. Mit dem Kürzel #vfdreh kennzeichnen all jene gegenwärtig ihre Tweets, die sich via Twitter zum Dreh des neuen Vodafone-Spots in Berlin äußern. (Für Nicht-Twitterer: Solch ein Kürzel mit Raute (Hashtag) erleichtert die Aufdindbarkeit eines Themas. Es wird von der Startquelle vorgeschlagen oder ergibt sich im Dialog der Twitterer durch Mehrheitsanwendung.)

Mit der Nutzung des Kanals Twitter zeigen Vodafone und Agentur Scholz & Friends auf intelligente Art, wie man mit den Mitmach-Elementen des Web umgeht und gerade technikaffine Menschen zu Multiplikatoren macht, um die Markenwahrnehmung schon im Vorfeld einer Kampagne zu erhöhen.

voda_vky.jpg

Schon am Freitag gab es bei Twitter Hinweise zu „Fotos vom Dreh des neuen Vodafone-Spots“. Unscharfe Bilder mit dem Handy oder einer kleinen Digicam geschossen und dann über den Microblogging-Bilderdienst yfrog verbreitet. Zu sehen war unter anderem ein Base-Jumper bei den Vorbereitungen für einen Sprung von einem Hochhaus. Natürlich mit rotem Fallschirm.

Im Twitter-Account von Vodafone_de legte dass Unternehmen nach, rief zur Teilnahme an einem weiteren Dreh auf. „Vodafone dreht den neuen Spot in Berlin. Lust dabei zu sein. Montag geht’s los “ heißt es in einer Kurzmitteilung. Als Location dient der Gendarmenmarkt. Ziel: eine Massenszene.

Und damit sich keiner verlaufen konnte, wurden ergänzende Informationen beim Empfehlungsportal Qype angezeigt. Samt ergänzender Informationen zum Vodafone-Spot, die (hehe) sonst erst die Fachpresse bekommt: “Der Regisseur ist Vaughan Arnell, bekannt von Musikvideos wie “Rock DJ” von Robbie Williams”.

Am Drehort selbst ist Transparenz angesagt: “Es darf getwittert und gebloggt werden”.
Dabei kommt dann natürlich tierisch nebensächliches hervor, Prominenz in gelassener Pose, aber auch Momentaufnahmen, die schon wie Szenen des Rohschnitts (Bild oben)wirken.

Zur Resonanz an Ort und Stelle gibt es indes unterschiedliche Blickwinkel zwischen Trubel und tote Hose.
So macht sich denn auch bei manch einem abgeklärte Langeweile breit: “in Berlin hat wohl was besseres zu tun als in einer T-Mobile-London-Kopie mitzuwirken.
Ansichtssache:

voda_7g.jpg

Aber ist es halt beim einem Dreh – Die Zeit besteht zumeist aus warten und irgendwie in der Gegend rumstehen.

voda_756.jpg

Manch einem fehlte in Berlin der Songtext von Hey Jude, weil Massenszenen per organisiertem Flash-Mob in der Telekommunikationsbranche gerade der ganz große Schlager sind. Siehe T-Mobile. Damals kamen über 13000 Menschen an den Trafalgar Square. Aber T-Mobile hatte auch Pink als Zugpferd. Aber: Von einer kurzen Szene sollte man auch nicht auf den gesamten kommenden Vodafone-Spot schließen. S+F wird kaum so bequem sein, eine weitere Massennummer zu produzieren. Bis August zum Start der Kampagne lässt sich ja noch einiges drehen und zusammenschneiden.

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Kommentare zu “ Vodafone und der live gezwitscherte Dreh des Werbespots ”

  1. Martin Polmen am 25. Mai 2009 um 15:30 Uhr

    Und wie viele von den Leuten auf dem Foto gehören zu den 200 bezahlten Statisten? :-)

  2. Kawumm am 25. Mai 2009 um 16:40 Uhr

    ich lese bisher scholzens nachrichten von twitter. bin aber gerade kurz davor, die jungs zu blocken. abgesehen davon, dass mich bilder vom dreh kein stück interessieren, wird es nämlich bereits nervend. die schreiben gefühlt alle 30 sekunden eine weitere belanglosigkeit zu diesem thema. so funktioniert das nicht, jungs. ich hoffe, euer spot wird wenigstens nicht ähnlich nervend.

  3. Jeremy Abbett am 25. Mai 2009 um 17:32 Uhr

    The good think about twitter is that it can be turned off or filtered. And, while we’re talking about twittet let’s not forget qik: http://qik.com/video/1741503

  4. Klaas Kramer am 26. Mai 2009 um 09:57 Uhr

    Solange Marketer wie Marketer denken, werden sie Social Media nie verstehen.
    PR-Leuten traue ich das eher zu.

    Marketing hat einfach keine Ahnung von Selbstorganisation. Die kommt in der Betriebswirtschaft einfach nicht vor.

  5. Olafkolbrueck am 26. Mai 2009 um 10:06 Uhr

    @Klaas Kramer:
    “Solange Marketer wie Marketer denken” dazu passt ja der neue beitrag: http://off-the-record.de/2009/.....den-blick/
    und die längeren Gedanken dazu von M. Oetting: http://www.connectedmarketing......itter.html

  6. Martin Oetting am 26. Mai 2009 um 17:50 Uhr

    @Olaf: Das geht übrigens genau in die Richtung dessen, was wir gemeinsam auf der next09 im Interview besprochen haben – Fans, Unterstützer und Interessenten quasi als Mitarbeiter begreifen und in ähnlicher Weise zu motivieren und einzubinden versuchen, damit sie sich dann in ihrem Umfeld für die Marke ins Zeug legen.

  7. ygs am 12. Dezember 2009 um 00:20 Uhr

    The good think about twitter is that it can be turned off or filtered. And, while we’re talking about twittet let’s not forget qik:

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