Spießer Alfons: „Arschlecken“ von klarmobil
War kürzlich mal jemand von Euch im Kino und hat den Reklamespott von klarmobil gesehen? Da brüllt dieser cholerische Typ die Zuschauer mit unflätigen Worten an, so dass jeder versucht ist, ihm einen Vogel zu zeigen. Echt nangenehm. Wenn der Werbungtreibende glaubt, dass diese verbale Flatulenz ankommt, dann soll er sich mal ins Kino setzen, um die Reaktion der Zuschauer zu spüren. Lachen tut jedenfalls keiner.
Oder sieht vielleicht jemand von Euch das anders, nämlich positiv…?
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Dieser lächerliche pseudo-bayerische Gartenzwerg mit Stimme auf 11 geht mir schon auf den Sack seit er eingeführt wurde. Wie gut muss ein Produkt sein, dass mich, den Kunden, durch anschreien oder Prügel überzeugen will?
Naja, ich bin immer wieder überrascht, dass doch irgendjemand im Kino lacht. Aber meist ist es eher so ein beschämtes “Ho, ho..!”.
Und das war diese Werbung von Anfang an: beschämend.
100%ige Zustimmung. Mir geht der Typ auch regelmäßig auf den Keks. Vielleicht ist Ihnen einfach nix Besseres eingefallen. Wenn die Strategie hinter der Kampagne war, Gerede zu erzeugen, hat das aber anscheinend funktioniert.
Schaut euch einfach mal die youtube kommentare an, dann wisst ihr genau, welche Zielgruppe erreicht werden soll. Jugendliche! Und die scheinen es zu mögen. Also würde ich der Werbung volle Punktzahl geben, denn wem muss es denn gefallen? Der Zielgruppe oder der “geistigen Elite” von off-the-record?
@Bernd: Punktlandung.
“I geh’ zum Klarmobil!” Die Kampagne ist cheap – in der Umsetzung in der Story, in der Message. Passend zum Produkt und zur Zielgruppe. Die hat nämlich keine Kohle, willl aber den ganzen Tag am Handy fluchen wie die Kesselflicker.
Des Spießers iPhone mit Internet-Flat will der Typ freilich nicht verkaufen.
Alter, müsst echt mal hinhören ihr kleinen Luschen!!!
Schöne bunte Bilder und angenehme nichtsagende Bilderchen die niemanden stören und die niemand sieht!!!
Das ist offensichtlich eure Welt…
Halleluja mein lieber Spießer! Trägst deinen Namen zurecht!
Geh in den Schrebergarten und heul! Die Blattläusche schreien ja nicht…
Von Werbung und Markenaufbau hast DU definitiv null Ahnung!
“‘Multiple exclamation marks,’ he went on, shaking his head, ‘are a sure sign of a diseased mind.” (Terry Prachett).
Wenn im Kino keiner gelacht hat, sollte man vielleicht dem Mediaplaner was erzählen, aber der Typ wurde ja nicht in den Spot gecastet, sondern der Spot wurde auf ihn geschrieben. Und der kann ja offensichtlich noch ganz anders:
http://www.stermann-grissemann.at/
@ Heulsusenalarm!!!!
Du hast Recht: Deppen muss man als Deppen ansprechen. Sonst verstehen die einen normalen Menschen ja nicht.
MAAAAAANNN!!
Bei diesen piefigen, engstirnigen Kommentaren kann man sich doch bloß noch an den Kopf fassen.
Nein, der Spot ist kein kreatives Meisterwerk. Ich muss mir auch nicht auf die Schenkel schlagen vor Lachen. Aber er ist halbwegs unterhaltsam, bringt die Produktvorteile rüber und passt in seiner Tonalität zu einer Angreifermarke. Und nur, weil da mal das böse Wort “Scheiße” fällt und dem Spießer im Kino wegen der Lautstärke das Hörgerät gefiept hat, geht das christliche Abendland nicht unter. Sind wir denn in den 50er Jahren, oder was?
Also, ich find die Klarmobil Spots jetzt auch nicht so schlecht. Ich find den stellenweise sogra richtig witzig. Wenigstens ziehen die ihre Linie durch und das scheint ja auch zu laufen. Schlimm finde ich die Fonic-Spots mit dem Typen, wie heisst der nochmals?
Einfach nur peinlich, auch einige der Kommentare!
@ Ex M
Ich stimme Dir voll bei. Alle die schlechte Manieren haben und Fäkalsprache sprechen, gehören zur New Generation. Und der haben die Werber sich mit ihrer Wortwahl anzupassen, auch wenn dem engstirnigen Spießer das nicht passt. Werbung, so weiß er nicht, muss die Sprache des untersten Niveaus sprechen, wenn sie den Pöbel erreichen will. Darum pöbelt der Mann ja auch. Und dieses Anbiedern kommt besonders gut bei solchen Typen an, wie sie der Klarmobil-Blödmann verkörpert. Davon gibt es Hunderttausende, wenn auch nicht grad im Kino. Aber das ist ja Sache der Mediadisposition.
Hm, ich hab’s …
An alle Kunden von Klarmobil: Ihr seid Armlöcher, die zu blöd zum Scheißen sind! Ihr habt genau den verschissenen Anbieter, den Ihr unerzogenen Drecksäcke der New Generation verlangt!
Stimmt, man muss die Zielgruppe nur korrekt ansprechen – dann geht’s zumindest dem Sprecher/Schreiber besser. Wen interessiert denn auch Respekt, Höflichkeit, Zurückhaltung, Freundlichkeit, Überzeugungskraft.
Und nächste Woche, liebe Kinder, lernen wir, weshalb Drückerkolonnen Zwang ausüben, in Wohnungen eindringen und Unterschriften fälschen dürfen. Direktvermarktung für die Generation Wichs.
@ Dierk
Das ist genau das, was ich gemeint habe!
Generation Doof / Wie blöd sind wir eigentlich? / Taschenbuch / ISBN 978-3-404-60596-5 / 8,95 €
@ Doc Holiday
Die, die das betrifft, können leider nicht lesen. Und verstehen können sie schon gar nicht. Darum werden sie ja auch von Klarmobil angebrüllt. Passt also.
@ kid, Dierk
Ihr habt auf jeden Fall bewiesen, dass man auch ganz ohne AA-Wörter auf allertiefstem Niveau kommunizieren kann.
Die Tatsache, dass viele Werbe-Sachverständige den Darsteller Christoph Grissemann nicht kennen, spricht gegen sie.
Generation Klarmobil!?
Wers mag…
ich wär’ stolz drauf.
Christoph Grissemann bewegt sich für gewöhnlich im intellektuellen 3sat-Kulturmilieu.
Dass er sich für Klarmobil als Werbefigur zur Verfügung stellt ist Ironie im doppelte Sinne.
Ich hätte gedacht, dass wenigstens Spießer Alfons’ Horizont bis dorthin reicht. Ihm hätte ich ein wenig Feuilleton-Bildung zugetraut.