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Spießer Alfons: lebenslänglich Playboy…?

10. Juni 2009
von

Klar, Verlage müssen sich schon was einfallen lassen, um die Leser von Zeitungen und Zeitschriften bei Laune zu halten. Oder bei der Stange wie der „Playboy“ die Mitglieder seiner männlichen Lesergemeinde. Deshalb kam ein Verlagsmensch bei Burda wohl auf die Idee, eine Flatrate ein Lifetime Abo anzubieten, das es „für nur 499,90*“ gibt, und womit vermutlich Euro gemeint sind und nicht etwa Schweizer Franken, obwohl das Angebot auch im Lande der Eidgenossen gültig ist.

Folgt man dem Sternchen hinter dem Betrag und liest das Kleingedruckte, dann erfährt man allerdings einen sehr viel vorteilhafteren Preis, nämlich:

Playboyjahresabo„Sie abonnieren Playboy zum Preis von € 58,80 jährlich. Nach Ablauf von zwei Jahren (Mindestlaufzeit) ist das Abonnement jederzeit kündbar. In diesem Fall wird ein überbezahlter Betrag umgehend zurückerstattet. Kündigen Sie nicht, so läuft das Abonnement weiter, solange Sie leben — garantiert ohne weitere Zahlung. Dieses Angebot gilt nur für Deutschland, Österreich und die Schweiz“.

Alfons ist zwar ein schlechter Rechner, will aber versuchen, das „Playboy“-Angebot nachzurechnen. Also: Der Spießer abonniert das Magazin fest auf die Mindestlaufzeit von zwei Jahren. Macht nach Hubert Burda pro Jahr € 58,80 und nach Adam Riese zusammen € 117,60. Stimmt’s?

PBTitel.jpgSo weit, so gut. Nach dieser Mindestlaufzeit kann Alfons das Abo jederzeit kündigen und bekommt sein zuviel gezahltes Geld zurück. Wenn er die Kündigung genau zum Ende der Mindestlaufzeit vornimmt, ist er natürlich raus aus dem lebenslänglichen Abogeschäft. Tut er es aber nicht, so läuft das Abonnement weiter, so lange der Spießer lebt, und zwar: „garantiert ohne weitere Zahlung“. Was meint: Statt der oben genannten 499,90 kostet das lebenslängliche Abo in Wahrheit nur 117,60 Euro für die beiden ersten Jahre.

Oder hat sich der Spießer verrechnet? Sollte Alfons hier keine Milchmädchenrechnung gemacht haben, wird er den „Playboy“ natürlich sofort abonnieren. Und zwar in der Hoffnung, dass er zu den „10 schnellsten Abonnenten“ gehört, denen laut Versprechen des Verlages „das erste Heft von einer Playmate überreicht“ wird. Wobei der Spießer die Rechnung hoffentlich nicht ohne die Wirtin gemacht hat, will meinen, dass die Playmate gleich wieder geht und der “Playboy” womöglich nur noch zwei Jahre kommt, weil die deutsche Ausgabe von Playboy Enterprises eventuell über keine lebenslängliche Lizenz verfügt…!?

Postskriptum: Als Spießer Alfons dereinst die Werbung für den “Playboy” gemacht hat, da wurden die Männer dort noch groß geschrieben, genauso wie der Spaß, den sie am Magazin haben sollten. Warum beim “Playboy” heute die “männer” genauso klein geschrieben werden wie der “spaß” … das möge Chefredakteur Florian Boitin dem Spießer bitte mal an dieser Stelle erklären!

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Kommentare zu “ Spießer Alfons: lebenslänglich Playboy…? ”

  1. sdf am 10. Juni 2009 um 04:27 Uhr

    ich verstehe das so: du überweist 499 euro. das zweijahresabo beginnt zu laufen. wenn du nach 2 jahren kündigst, bekommst du 380 euro zurück. wenn nicht, läuft das abo solange weiter, bis du oder der playboy aufhört zu existieren, ohne weistere zahlung. also machst du ein ordentlichen geschäft, wenn der playboy wirklich noch mehr als 10 jahre existiert. was ganz und gar nicht sicher ist.

  2. Spießer Alfons am 10. Juni 2009 um 07:10 Uhr

    @ sdf

    Hm, es steht zwar so nicht da, aber es wäre ‘ne Lösung. Auch liegt die Vermutung nahe, dass es sich bei den 499,90 um Euro handelt. Aaaber – was ist, wenn der Abonnent schon nach einem Jahr stirbt: Muss die Witwe das Heft dann noch bis zum Ende der Mindestlaufzeit lesen? Und wo ist die Garantie, dass ein heute 18jähriger den “Playboy” noch mit 80 im Briefkasten hat? Gibt’s vielleicht ‘ne Zusatzversicherung über Burda Direkt…?

  3. Dierk am 10. Juni 2009 um 09:44 Uhr

    Viel interessanter: Handelt es sich um ein halbwegs aktuelles Playmate oder um eine nicht mehr ganz so taufrische, möglicherweise dutzendfach zur Wartung eingesandte Schönheit aus den Anfangstagen Hefners?

  4. Kid vom Kiez am 10. Juni 2009 um 10:13 Uhr

    Und was würde der Spaß kosten, wenn j e d e Ausgabe durch eine Playmate (nicht aus der Jugend von Hefner!) zugestellt werden würde? (Aber nicht bloß der Postzustellerin ein Paar Hasenohren aufsetzen – das güldet nicht!!!)

  5. Peter am 10. Juni 2009 um 18:00 Uhr

    Nicht schlecht, ne Wichsvorlagen Flatrate :-) .
    Ich seh schon die Zielgruppe nach Statistiken über die durchschnittliche Lebenserwartung googlen, ob da nicht doch das reguläre Jahresabo günstiger wäre.

  6. Doc Holiday am 11. Juni 2009 um 01:03 Uhr

    Das Angebot läuft nach dem Prinzip, “die schnelle Mark, so lange es noch geht“. In dreieinhalb Jahren nämlich endet (nach dem Maya-Kalender) entweder die Welt, weil sie untergeht, oder die Welt braucht keinen Playboy mehr, weil die Menschheit in eine neue spirituelle Dimension aufsteigt. Nachzulesen bei : http://www.bild.de/BILD/news/v.....unter.html

    Der Verlag könnte sich also jetzt schon mal die Hände reiben, denn von den 8 ½ Jahren Abo, die du für deine 499,90 bekämst, bräuchte er noch nicht einmal die Hälfte ausliefern.

  7. Rocknrollstar am 13. Juni 2009 um 12:08 Uhr

    Wahrscheinlich ist die Zielgruppe von der Printausgabe des Playboys inzwischen so alt, dass die “Rest-Lebenserwartung” unterhalb der 8,5 Jahre liegt…

  8. Z_rulez am 24. Juni 2009 um 17:51 Uhr

    Hey Spiesser, du schaust doch sonst immer so genau hin… Wenn ich mich nicht irre, stimmt dass doch “ohne weitere Zahlung” weil die 500 Euronen hast du ja schon bezahlt. auch wenn du in den 2 Jahren bisher nur einen Gegenwert von knappen 120 bekommen hast.
    Also Abo kündigen heisst 380 Euronen zurück (in dem Fall hat man Playboy mal schnell einen Zinslosen 2 Jahres Kredit gewährt) oder eben nicht kündigen. dann wirds noch heftiger.

    Ich würd mal sagen geschickt eingefädelt.

    oder irre ich mich?

  9. Spießer Alfons am 24. Juni 2009 um 18:36 Uhr

    @ Z_rulez

    Es mag zwar so sein, wie Du schreibst, aber nirgendwo wird gesagt, dass man 500 Euro im voraus bezahlen soll – jedenfalls in der Anzeige nicht.

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