Spießer Alfons: Der beste Sportler muss nicht der beliebteste sein — und umgekehrt!
Will man erfahren, was das Volk denkt, wie es handelt und fühlt, dann kann man die Bürger diesbezüglich befragen. Will man beim Resultat der Wahrheit so nahe wie möglich kommen, dann muss man die Befragung fachgerecht machen. Was meint: Demoskopen arbeiten mit einem repräsentativen Bevölkerungsquerschnitt. Alle anderen Methoden dienen weniger der Wahrheitsfindung als vielmehr der Manipulation.
Heute steht auf der Titelseite von des Spießers Lieblingszeitung: „Schumi ist der größte Sportler“. Doch schon im Kleingedruckten wird das korrigiert, denn dort ist Schumi nur noch „der beliebteste männliche deutsche Sportler“. Und in der Fußnote wird darüber hinaus verraten, dass dieses überhaupt nicht stimmen muss, weil Fußballspieler angeblich nicht zur Auswahl gestanden haben. Was so ähnlich wäre, würde man eine Umfrage nach dem beliebtesten deutschen Politiker machen und dabei die CDU ausklammern.
Spießer Alfons weiß nicht, ob es sich hier um eine repräsentative Umfrage gehandelt hat, deren Ergebnisse im übrigen bereits vor gut zwei Wochen veröffentlicht worden sind. Schon allein das Alter der Befragten dürfte ausschlaggebend sein für das Ergebnis, weil sich junge Leute vermutlich weniger an Max Schmeling erinnern als ältere an Michael Schumacher.
Heute, wie voranstehend gesagt, finden wir das bereits bekannte Resultat als aktuelle Meldung auf der Titelseite von BILD. Wobei die Zeitung das Prädikat „beliebtester Sportler“ gleichsetzt mit „größter Sportler“. Was natürlich Nonsens ist, denn der „größte“ Sportler ist entweder der körperlich längste oder der sportlich erfolgreichste. (Merke: Größe = Format, und zwar im doppelten Sinne!) Und der „beliebteste“ Sportler ist der, den die meisten Menschen lieben. (Zum Vergleich: BILD ist zwar die größte Zeitung im Lande, ob sie aber auch die beliebteste ist, steht auf einem anderen Blatt.)
Und da man, was die sportliche Leistung betrifft, einen Boxer mit einem Autofahrer genauso wenig vergleichen kann wie ein Hühnerei mit einem Osterhasen, so lässt sich auch sportliche Größe von Athleten in unterschiedlichen Disziplinen nicht vergleichen, sondern höchstens die Beliebtheit, die der Sportler als Mensch beim Volke hat. Wobei Spießer Alfons nach wie vor bestreitet, dass ein Autofahrer ein Sportler ist, weil der sich nicht aus eigener Kraft bewegt, sondern dazu Kraftstoff benötigt. Und ist der Tank leer, dann steht er auf dem Fleck, der „Sportler“ mit seinem Boliden, und jeder Opa mit Krückstock kann ihn überholen.
Ach ja, wie man in diesem Pressetext vom 25. Mail 2009 erfährt, soll in der Befragung der besagten Personaldatenbank (!) sowohl „der beste“ als auch „der bedeutendste“ und sogar „der größte“ Sportler in einer Person ermittelt worden sein, wobei es auch um Fußballer ging und sogar um Frauen.
Mit anderen Worten: BILD hat sich hier sehr unsportlich verhalten. Ein Foul gegenüber den Frauen und eine gemeine Abseitsfalle für Fußballer.












Zitat aus dem verlinkten “Pressetext”: “Bei den Männern gewann der sechsmalige Formel 1-Weltmeister Michael Schumacher ” — Pressetexte von Leuiten, die nicht mal bis sieben zählen können, sind mit Vorsicht zu genießen.