Spießer Alfons: Wenn Frauen lange Beine wollen…
Liebe Frauen! Wie Ihr ja schon als Kind von Eurer Mama gehört habt, darf man niemals die Unwahrheit sagen. „Lügen haben kurze Beine!“, hat die Mama immer wieder den Volksmund zitiert. Obwohl die einschlägig bekannte Literatur etwas anderes aussagt: Vom Lügen bekommt man eine lange Nase. Jedenfalls war es so bei Pinocchio. Aber das ist ja auch ein Junge.
Und nun kommt PETRA, die Frauenzeitschrift, und lässt eine junge Dame sprechen: „Ich bin dafür, dass Lügen lange Beine machen“ — siehe die Abbildung! Was will uns der Werbedichter damit sagen?
Für einen Mann wie Spießer Alfons ist die Botschaft unmissverständlich: Weil alle Frauen gern lange Beine haben möchten, sollen sie PETRA lesen. Und PETRA lügt, und zwar wie gedruckt.
Und was steht dort im Kleingedruckten der Anzeige? Dort steht etwas von „Modestrecken“. Eine Vokabel aus der Fachsprache der Redaktion, nicht unbedingt für jede Leserin verständlich. Und über „sinnliche Modestrecken und Beauty-Themen von Haar bis Body“ sollen die Leserinnen „sich besser amüsieren“, und zwar „jetzt im größeren Format“.
Frau, oh, Frau — dieser Text kann nur von einem Mann kommen. Spießer Alfons ist amüsiert.



















Da muss ich dir mal zustimmen. Selten hab ich eine so offensichtlich unlogische Anzeige gesehen.
Ich versteh das so, dass Frauen ständig lügen und es deswegen gut wäre, wenn man davon schöne lange Beine bekommen würde. Ist allerdings auch nicht gerade eine tolle Botschaft…
“Haar bis Body” ist schon allein sprachlich “heftig”.
Sofern euch Männern diese Anzeige unlogisch und absolut unverständlich erscheinen sollte – das ist nur logisch und verständlich. Denn sie ist von Frauen für Frauen gemacht. Die verstehen sowas! Noch Fragen?
@HermineHesse
Das hätt’ ich an Deiner Stelle jetzt auch gesagt!
Die Headline finde ich weniger dramatisch. Ist halt Koketterie, jede Sex-and-the-City- oder Desperate-Housewifes-Folge schlägt da ärger ins Kontor. Aber was die Kurve zur neuen Petra bzw. zur Copy hätte man schon noch nehmen sollen. Die versteh ich nämlich nicht, bin aber geneigt anzunehmen, dass das auch der Fall war – bevor der Kunde umgetextet hat.
… oh Gott. Also nochmal: Aber was die Kurve zur neuen Petra bzw. zur Copy angeht, die hätte man schon noch nehmen sollen. Die versteh ich nämlich nicht, bin aber geneigt anzunehmen, dass das - die runde Überleitung – auch der Fall war …
Das Modestrecken ist eine beliebte Therapie für genetisch bedingtes Kurzbein.
Eine orthopädische Maßnahme, die in z.Z. Mode ist. Ich habe kein Problem damit, die Anzeige zu verstehen. Sogar als Mann nicht. Wohingegen ich das Durststrecken bevorzuge. Im Sommer gerne mit Weizenbier.
@ Ralf, ich muss Dich eines Besseren belehren:
“Modestrecken” ist zusammengefügt aus “Modest” und “recken”. Modest (aus gleichbed. lat. modestus, eigtl. “maßhaltend”, zu modus, vgl. Modus) steht für (veraltet): bescheiden, sittsam. Und “recken” meint, den Körper strecken. Kurz gesagt: “Modestrecken” meint: sich sittsam in die Länge begeben. Oder mit anderen Worten: alleine ins Bett gehen.
@ Spießer Alfons
Danke für die modeste Erhellung! Was humanistische Bildung nicht alles anrichten kann.
Glaube allerdings, dass der Spießer einer Fehlinterpretation aufsitzt. Recken findet man schließlich auch an Tafelrunden. Modest-recken bedeutet eigentlich: große Jungs, die maßhalten oder maß-voll sind. Mit Maß kann nur ein Liter Weißbier gemeint sein. Gerade jetzt im Sommer. Langsam dämmert mir: Die Petra ist zwischen den Zeilen ein richtiges Männerblatt.
@ Ralf
Gans ke nau! Jetzt, wo Du das sagst, kann ich Dir nur zustimmen!