Darf`s ein bisschen mehr gratis sein?
Endlich mal eine gute Idee. Gratiszeitungen für Schüler der 9.Klassen in NRW. Rüttgers zahlt die Bildungsinitiative. Statt „Micky Maus“ und „Gamestar“ natürlich wahrscheinlich pädagogisch wertvolles Druckmaterial wie Tageszeitungen. Die kennen sich mit der Zielgruppe schließlich aus, haben ja auch meistens eine „junge Seite“, ein sprudelnder Jungbrunnen wie die „Apotheke-Umschau“.
Ich will nicht darauf rumreiten, dass die Titelauswahl eh ein Fehler sein wird. Die Jugend würde mehr lernen mit einem „Ct“-Abo und den „VDI-Nachrichten“. Deutschland braucht schließlich Ingenieure, sagen Studien.
Wichtig ist, dass wir bei dem Vorstoß nicht stehen bleiben. Wichtig auch, ihn innovativ weiterdenken. Also jetzt nicht über ein „Kicker“-Abo für die F-Jugend nachdenken oder über „Eltern“-Hefte für jungerziehende Pampers-Volontäre — für die gibt es bestimmt eh eine Kundenzeitung von P&G oder Hipp.
Entscheidend ist, dass von dieser kreativen Staatshilfe Quersubventionierung alle Branchen profitieren und es sich sich in einen relevanten gesellschaftlichen Auftrag wie die Bildungsinitiative verpacken lässt und die Gelder nicht wahllos verteilt werden, beispielweise für bundesweit kostenlose Schulbücher.
Der Bierbranche steht das Wasser bis zum Hals. Denn Koma-Saufen löst nur vorübergehend und saisonalbedingt (Karneval, Abi-Feier, Wochenende) die Absatzprobleme. Also braucht es ein Gratisbier für die Oberstufenschüler, damit diese nicht länger zu Alcopops oder anderen bösen Drogen greifen (Internet!). Junge Erwachsene könnten so auch ein Gespür für die Qualität lokaler Produkte entwickeln. Stützt auch die Gesundheitsinitiativen der Bundesregierung. Bier in Maßen ist gesund, sagen Studien. Wenn nicht Bier, dann aber Wein — die deutschen Weinanbaugebiete brauchen dringend Unterstützung und Wein ist noch gesünder.
Apropos Internet: Für alle großstädtischen Singles, die in ihrer Verzweifelung mit stundenlangem herumsurfen bei Twitter und Facebook großen volkswirtschaftlichen Schaden verursachen (leere Biergärten und Tanzschulen), muss es Gratis-Dessous geben. Schiesser darf sich nicht wiederholen. Gesellschaftliche Relevanz: Deutschland wird endlich wieder geburtenstark.
Nicht vergessen bitte auch die Gesundheitsinitiatve mit Gratis-Eis für alle über 50+ und Rentner. Die Eisdielen leiden schließlich gleich unter zwei Einbrüchen. Spartrieb (Nur noch eine Kugel im Hörnchen, statt drei im Becher — ohne Sahne natürlich) und unter dem sogenannten Sommer. Schöner Nebeneffekt: Die älteren Herrschaften müssen nicht mehr stundenlang nach Kleingeld suchen. Das verkürzt die Schlangen an der Theke und erhöht den Umschlag. Und: Eis ist gut für die Haut, sagen Studien. Das entlastet den Gesundheitsfond.
Damit es keine Neid-Debatte unter den Lobbygruppen gibt, sollten zudem alle Deutschen wöchentlich als Teil einer Arbeitsplatzsicherungsinitiative eine Clopapierrolle gratis erhalten. Immerhin entstehen Unternehmen durch solche Kleindiebstähle jedes Jahr Schäden in Milliardenhöhe, die 22.300 Arbeitsplätze gefährden (sagen Studien).
Das alles kann aber erst der Anfang sein. Gratis kann man gar nicht genug machen, auch wenn man es sich als Steuerzahler teuer erkaufen muss.



















Gefahr erkannt, Gefahr gebannt.
drikkes hat´s genau auf den Punkt gebracht!