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Spießer Alfons: Vom Plagiat zu Ratiopharm

28. Juni 2009
von

Als Plagiat kann man ein Werk in der Werbung immer dann bezeichnen, wenn eine Idee kopiert wurde, die a) sehr spitz ist und b) wenn diese Idee auch noch im gleichen Produktsegment  erfolgt ist.

Wasserdeutsch.jpgAls Scholz & Friends vor fünf Jahren eine Anzeige für Sylt Quelle in die Werbewelt gesetzt haben, wo aus dem Wasserrand auf der Tischplatte ein neuer Zweig sprießt, da hat der Spießer diese Idee gar nicht verstanden. Denn jede Hausfrau weiß, dass man zum Begießen von Planzen kein frisches Wasser nehmen sollte, sondern abgestandenes. Und dass Wasser  aus totem Holz  neues Leben erweckt, das ist ein Märchen, wie wir es kennen von den sieben Geißlein, die aus dem Bauche des Wolfes wieder unversehrt herausgekommen sind. Aber die Werbung ist ja dafür bekannt, dass sie dem Volke gern Märchen erzählt. Das zum einen.

Zum anderen war gut zwei Jahre zuvor eine Anzeige in Frankreich erschienen (Agentur: Louis XIV/DDB), wo aus einem Tisch ein neuer Zweig sprießt. Das sollte für Tee werben, was man S&F bei deren Adaption für Mineralwasser zugute halten könnte. Könnte, wenn man wollte.Teefrance.jpg

Und vor ein paar Monaten ist dann noch eine Anzeige erschienen, und zwar in der Türkei (Agentur: Arter Istanbul), wo ein neuer Zweig aus dem alten Tisch wächst, weil die Wasserflasche umgefallen ist und das Holz benetzt hat.

Wassert__rkisch.jpgSo, liebe Lesergemeinde, und weil wir hier schon öfters zum Thema Plagiat diskutiert haben, stellt Alfons Euch die Frage: Hat die deutsche Agentur damals ein Plagiat begangen? Oder war es die türkische, die danach Scholz & Friends plagiiert hat, weil der Kupfer hier wie dort im Mineralwasserbereich stattgefunden hat…?

Richtig ist nach spießiger Auffassung: Nachdem die Idee nun über einen jahrlangen Zeitraum dreimal das Licht der Werbewelt erblickt hat, ist sie nun frei für jedermann. Das ist so wie bei Ratiopharm, wo man auch fremde Rechte, die ausgelaufen sind, ausnutzt, um eigenen Profit daraus zu schlagen.

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Kommentare zu “ Spießer Alfons: Vom Plagiat zu Ratiopharm ”

  1. Doc Holiday am 28. Juni 2009 um 23:56 Uhr

    Hey Alter, ich schwör, darfst du krass konkret mit Edelmetall voll fett Kohle machen. Glaubst du? Isch hab mal so Film gesehen, da wo gesagt wurde, „Kupfer heißt cuprum“, auf isch glaub lateinisch. Checkst du ? Die was voll abgeht von „aes cyprium“, hab isch gehört, „Erz von die Insel Zypern“, was die damals prozudiert haben. Und Zypern – doppelschwör – gehört ja zu Türkei. Pass auf, jetzt kommt ganz brontal voll krass für Checker: Die was dort leben, können bisschen mehr, als nur auf türkisch bis drei zählen. Checkst du ?

  2. axxelerate am 29. Juni 2009 um 11:28 Uhr

    Es gibt nur zwei Arten von Ideen.

    Die, die nicht funktionieren und
    die, die kopiert werden :-)

ivw