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Spießer Alfons: Schon GEZittert?

6. Juli 2009
von

Wir alle lieben sie schrecklich, unsere GEZ. Vor diesem undurchsichtigen Schnüffler- und Inkasso-Verein ist offenbar niemand mehr sicher. Dazu ein aktuelles Beispiel aus Alfonsens nächster Nachbarschaft:

Eine Person aus einem EU-Land kam vor gut zwei Jahren nach Deutschland. Sie meldet sich an beim Einwohnermeldeamt. Und bei der Ausländerbehörde. Und sie gibt ihre Adresse der Krankenversicherung und einem behandelnden Arzt. Außerdem der Volkshochschule, wo sie Deutschunterricht nimmt. Ansonsten hat sie ihren Namen und ihre Anschrift  nirgendwo bekanntgegeben, weder bei Firmen noch bei Verbänden oder sonst wo.gezverein.jpg

Heute bekam diese Person nun Post von der GEZ. Claim: „Seinen Sie fair, melden Sie sich an.“ Und wenn der Brief-Empfänger nichts anzumelden hat, weil er keines der angegebenen Empfangsgeräte hat, dann soll er trotzdem antworten. Hä…?

Die bodenlose Frechheit: Dafür soll der freiwillige Melder auch noch 55 Cent zahlen! Warum? Die GEZ: „Sie vermeiden damit Erinnerungsscheiben.“

Die also angeschriebene Person aus einem Lande der EU erkundigte sich: „Gibt es die Stasi immer noch bei Euch in Deutschland…?“

Frage an die otr-Lesergemeinde: Woher könnte die GEZ die Adresse wohl haben…?

Und die Bitte an die GEZ: Seien Sie fair und melden Sie an, woher Sie die Adresse 980910 207 533 703 0 WM haben! Sollten Sie dazu keine Antwort geben, wird der Empfänger des Briefes denselben an den zuständigen Datenschutzbeauftragten übergeben, damit der GEZ-Informant enttarnt wird.

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Kommentare zu “ Spießer Alfons: Schon GEZittert? ”

  1. Max am 6. Juli 2009 um 15:30 Uhr

    Ja, das ist skandalös. Die GEZ hat mich auch einmal versucht zu linken. Ich hatte mich über das Internet umgemeldet (neue Adresse), allerdings hatten sie das wohl nicht richtig verarbeitet. Da stand eines Samstag Morgens eine Frau vor der Tür und klingelte. Ich war nicht da, sie warf eine Postkarte in den Briefkasten, dass sie mich dringend sprechen müsste, denn ich sei nicht bei der GEZ gemeldet und dazu verpflichtet. Diese “Stasi”-hafte Verhalten hatte mich auch sehr erschreckt. Dass ich in Wirklichkeit umgemeldet war, konnte ich zum Glück aufklären, dennoch fand ich es skandalös.

    Es gibt noch zwei weitere dieser Mafia-Klubs in Deutschland: KSK (“Künstlersozialkasse”) und GEMA.

  2. Frank Schenk am 6. Juli 2009 um 16:08 Uhr

    Kurz und knapp: Einwohnermeldeamt

    gruß

  3. Dierk am 6. Juli 2009 um 16:14 Uhr

    Simpel: Einwohnermeldeamt. Wir glauben zwar alle, dass die keinen Adresshandel tätigen dürfen …

    Moment, das darf ich so sicher nicht schreiben, verdienen die doch vermutlich nicht mal was dran. Das Einwohnermeldeamt gibt die Adressen an die GEZ, die sich ja gerne mal darauf beruft, grundgesetzlich geschützt zu sein [was einige ziemlich eckige Argumentationssprünge nötigt, die allerdings immer wieder gern vom BVerfG gemacht werden]. Somit sind die also eine dieser halboffiziösen Stellen. Schüchtert schon ein.

    Also, irgendwo las ich mal, dass die Meldeämter sich selbst als verpflichtet sehen, Adressen rauszugeben. Zumindest an die GEZ.

  4. alex am 6. Juli 2009 um 16:58 Uhr

    Der Weitergabe der Adresse durch das Einwohnermeldeamt kann man allerdings bei der An- oder Ummeldung widersprechen – da gibt es ein Formular für (auf Nachfrage). Müsste auch nachträglich mögich sein.

  5. Luto am 6. Juli 2009 um 17:15 Uhr

    Ja, die Daten kommen ziemlich sicher vom Einwohnermeldeamt. Ob das mit dem Widerspruch gegen die Weitergabe bei der GEZ klappt bezweifle ich, hat diese doch einen “staatlichen Auftrag”. Zumindest mein Widerspruch hat nichts genutzt und die GEZ hat mich doch bald wieder auf dem Radar gehabt. Und keine Sorge, ich bin braver Gebührenzahler.

  6. Andreas am 6. Juli 2009 um 17:33 Uhr

    Einwohnermeldeamt. In meinem Fall sehr schnell. 14 Tage nach Anmeldung lag das Schreiben der GEZ im Briefkasten.

  7. Kid vom Kiez am 6. Juli 2009 um 19:17 Uhr

    GEZ? Was issen das???

  8. Pixel am 6. Juli 2009 um 19:23 Uhr

    Was mich am meisten an der GEZ gestört hat:
    Ich hatte als Zivi brav meinen Radiowecker angemeldet.
    Doch das genügte denen nicht.
    Mehrmals wurde nachgehakt, ob ich wirklich keinen Fernseher habe. Immer schön mit Drohkulisse, was passiert, wenn man falsche Angaben macht.

    Dann zog ich um zum Studieren.
    Und natürlich folgte der obligatorische Brief.
    Aber ich hatte tatsächlich keinen Fernseher und kein Radio.
    Nein, auch nicht im Auto. Und Radiowecker futsch.
    Also, ich brav geantwortet: Habe nix.

    Aber auch hier wieder innerhalb der nächsten Wochen ein Hinweisschreiben.
    Sind Sie wirklich sicher, dass Sie nichts haben?
    Auch Radio im Auto gehört dazu bla bla. Und seitenweise Drohung und Paragrafe und so weiter.
    Dieses habe ich ignoriert.
    Hallo! Ich hatte geantwortet!
    Das zweite genauso.
    Das dritte auch.
    Danach war Pause.
    Dann kam jedes Jahr oder so eine Erinnerung.

    Erst als ich dann endlich Job, Auto, Radio und Fernseher hatte und brav mich angemeldet hatte, hörte der Terror auf.
    Was da allein durch die GEZ an Portokosten durch die Lande gejagt werden, ist echt krass…

  9. Arnulf am 6. Juli 2009 um 21:01 Uhr

    Auch in diesem Fall hilft ein Blick ins Gesetz ungemein bei der Rechtsfindung, Für den NDR regelt die Weitergabe von Daten an die GEZ z.B. der entsprechende Rundfunkstaatsvertrag: http://sh.juris.de/sh/RdFunkSt....._SH_P2.htm

    Und wenn es ganz, ganz dumm läuft, klingelt an der Tür von Alfonsens Nachbarin demnächst nicht nur der GEZ-Mann, sondern auch noch der örtliche Pfarrer. Laut Gesetz dürfen die Meldedaten (wenn man nicht widerspricht) sogar an die Kirche weitergegeben werden: http://www.gesetze-im-internet.....G000402320

  10. Doc Holiday am 6. Juli 2009 um 21:20 Uhr

    Vielleicht gibts ja wieder den guten alten Blockwart.

    Ski Heil !

  11. Spießer Alfons am 6. Juli 2009 um 21:28 Uhr

    Ich werde eine Gesetzeslücke ausnutzen und meine Nachbarin heiraten. Dann kann sie meine Radios und Fernsehapparate kostenlos mitbenutzen, und die GEZ schaut in die Röhre! ;)

  12. Marxty am 6. Juli 2009 um 21:39 Uhr

    Die GEZ ist da die falsche Adresse, die mache nur das, wozu sie vom ortlichen öffendlich rechtlichen Sender beauftragt wird. Nicht mehr und nicht weniger. Sie ist nur das Inkassounternehmen derern

  13. Doc Holiday am 6. Juli 2009 um 21:52 Uhr

    Aber hallo, in gratuliere schon mal zum Junggesellenabschied !

  14. vader am 7. Juli 2009 um 08:56 Uhr

    > Die GEZ ist da die falsche Adresse, die mache nur das, wozu sie vom ortlichen öffendlich rechtlichen Sender beauftragt wird.

    Ja, bestimmt. Und der nötigende Tonfall und ein Argumentationsstil, der bar jeder Vernunft ist, wird natürlich auch vom “ortlichen öffendlich rechtlichen Sender” vorgegeben.

    Man darf wahrscheinlich schon froh sein, wenn die nötigenden Episteln der GEZ orthographisch korrekt geschrieben sind…

    Grüsse an ihre Kollegen.

  15. Nüggi am 8. Juli 2009 um 09:26 Uhr

    Von der Post.
    Dank meinem Nachsendeantrag war das GEZ-Schreiben sogar
    2 Tage vor mir am neuen Wohnort.

  16. Lin am 8. Juli 2009 um 17:10 Uhr

    Ganz klar: Einwohnermeldeamt. Auch bei mir, keine 2 Wochen nach Anmeldung hatte ich den großartigen Schreib im Briefkasten…

  17. Mike am 10. Juli 2009 um 10:44 Uhr

    Naja … ich habe geheiratet und wir haben unsere Namen behalten. Es dauerte insgesamt drei Jahre, bis die Heinis endlich anerkannten, dass ich jetzt auch nicht mehr für mein Autoradio zahlen will.

    Der Briefwechsel war interessant und ging soweit, dass sich sogar eine Vollstreckungsbeamtin bei mir meldete wegen 130 Euro (die GEZ braucht dafür keinen Titel, weil sie öffentlich-rechtlich ist). Sie sagte mir lapidar, dass ich ihr einfach schreiben solle, dass ich verheiratet bin und sie schickt den Kram an die GEZ in Köln zurück. Sie fühle sich bei der GEZ eh „als Büttel“. Der NDR, in dessen Einzugsgebiet ich wohne, versuchte das dann ein Jahr später noch einmal.

    Noch mal ein halbes Jahr später kam dann von denen mal ein Schreiben, dass ich keine separate GEZ mehr zahlen brauche. Allerdings auch nicht ohne den Hinweis und der Drohung, dass ich jede familiäre Veränderung anzuzeigen hätte … lol

  18. Spießer Alfons am 10. Juli 2009 um 13:11 Uhr

    Um nicht missverstanden zu werden: Selbstverständlich muss jeder, der Rundfunk und Fernsehen hat, Gebühren bezahlen. (Ich bezahle sogar zweifach, weil ich auch Radio und TV im Arbeitszimmer habe.) Mich stört nur, dass jemand, der kein Radio oder TV hat, zurückschreiben soll, dass er kein Radio und kein TV hat und dafür auch noch 55 Cent Porto bezahlen muss. Wenn in dem Brief gestanden hätte: Wenn Sie kein Radio oder TV haben, müssen Sie nicht antworten, dann wäre die Sache erledigt gewesen. Genauso, wenn der Rückumschlag frankiert gewesen wäre.

    Dass mir die Schnüffler-Methoden der GEZ suspekt sind, kommt hinzu. Aber jetzt habe ich die Typen reingelegt und meine “Untermieterin” gestern einfach geheiratet. :)

  19. Peter am 13. Juli 2009 um 00:57 Uhr

    Das Einwohnermeldeamt kommt als Quelle nicht immer in Betracht. Als ich vor zwei Jahren ausgezogen bin hatte ich mich nicht umgemeldet (da nur 4km Luftlinie von daheim entfernt, war mir der Aufwand zu groß). Mein Adresse hatte ich nur bei Arcor angegeben für den DSL Anschluss. Prompt kam 3 Wochen später das Schreiben der GEZ. Also doch Stasi-hafte Verhältnisse. Aber da ich eh schwerhörig bin, bin ich von der GEZ Gebühren zum Glück befreit :-)

  20. sohnes am 13. Juli 2009 um 16:53 Uhr

    Ich habe eine ähnliche, aber nicht so starke Erfahrung gemacht. Außer dem Einwohnermeldeamt weiß offiziell niemand von meinem Zweitwohnsitz, bis auf das Studentenwerk. Die haben mir auch den 1. Brief ever geschrieben und der zwote kam *da-daaa* von der GEZ. Noch nicht mal ein Schild an der Klingel oder am Briefkasten, die sind guuut.

  21. Jenny am 15. Juli 2009 um 21:24 Uhr

    Jaja ich in meine erste eigene Bude gezogen, nach 1 Woche sogar schon Post.

    Voller Freude an den ersten eigenen Briefkasten gehüpft und was war drin:
    Post von der GEZ

    NIEMAND hatte davor meine Adresse außer nahe Verwandte/Freunde.

    Der zweite war von der Kirche (ich Dussel hab meine Konfession angegeben).

    Hab nie geantwortet (GEZ), da ich weder Fernseh, noch Radio besitze. Ich wäre zwar befreit, aber da ich eh nix hab, hat die das auch nicht zu interessieren!

    Achja, nachdem ich die Ausbildung angefangen habe, hat mich kaum 1 Woche nach dem Unterzeichnen des Vertrags ein Versicherungsheini (Freiberufler, wollte nicht mal seine Adresse rausgeben) angerufen. Die Nummer steht nicht im Telefonbuch.

    Das tolle: er wusste sogar was für ne Ausbildung ich mache etc.
    TOTAL krass! Fand ich noch schlimmer als GEZ.

    Ich drucke mir glaube ich ein allgemeines Dokument, in dem ich in allen Fällen auf Weitergabe meiner Daten an Dritte widerspreche und schicke das JEDES MAL mit, egal wo ich Daten rausgebe.

  22. SnowInChina am 2. August 2009 um 20:02 Uhr

    Was ich persoenlich eine Unverschaemtheit finde ist die Tatsache das man nun auch GEZ Gebuehren bezahlen muss wenn man einen PC besitzt.
    Die oeffentlich Rechtlichen stellen also ihr Radio nun im Netz zur verfuegung und wollen dafuer im Gegenzug von allen Deutschen Gebuehren. Wie kann so eine Praxis rechtmaessig sein ?

    Ich denke ich werde bald ein paar Duftspender in Deutschland aufstellen und dann von jedem Buerger gebuehren verlangen.
    Immerhin atmen sie meine Duftstoffe.

  23. Kid vom Kiez am 19. August 2009 um 19:42 Uhr

    Die Unverschämtheit der GEZ ist ja nicht, dass sie die Gebühren für Rundfunk und Fernsehen einziehen – die Unverschämtheit ist , dass jemand, der weder Rundfunk noch Fernsehen hat, 55 Cent bezahlen soll, um der GEZ mitzuteilen, dass er weder Rundfunk noch Fernsehen hat. Wenn die drauf schreiben würden “Gebühr bezahlt Empfänger”, dann wäre das m. M. nach okay.

  24. ThorstenH am 26. August 2009 um 11:12 Uhr

    Woher genau die Daten im Einzelfall kommen ist wohl nicht nachzuvollziehen. Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass die GEZ “freie Mitarbeiter” hat, die in Gebieten mit hoher Einwohner-Fluktuation von Haus zu Haus gehen und die Klingelschilder mit Listen von GEZ-”Kunden” abgleicht. Findet sich auf den Klingelschildern ein Name, der noch nicht angemeldet ist, wird nachgefragt…..

    Ich weiss allerdings nicht, wie verbreitet diese Praxis ist.

ivw