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Vodafone – Stenz, Status, Stuss

15. Juli 2009
von

Ich habe lange über einem fundamental sachlichen Artikel über Fehler, Lehren und Optionen aus dem Vodafone-Debakel gegrübelt.

Doch sachlich geht nicht. Meine fundamental subjektive Meinung über die Marke hat sich längst festgesetzt

Wozu auch grübeln, wenn selbst Markenhüter sich im Wortgeklimper verheddern und nicht so recht zu wissen scheinen, wofür die Kampagne steht, wofür die Marke steht und bei mir final den letzten Rest an Glaubwürdigkeit mit Definitions-Akrobatik verspielen.

Da wird es vermutlich wenig helfen, wenn, wie gemunkelt wird, die Kampagne noch mal nachbearbeitet werden soll. Vielleicht wird am Spot geschnibbelt, vielleicht kommt nach dem Sommer ein ganz neuer Film, der dann als geplanter zweiter Flight verkauft wird. Mir ist es gleichgültig. Ich weiß auch nicht, wie das Bild, das die Kommunikation der Marke in den vergangenen Tagen im Netz abgegeben hat, auf Benutzer von T-Online-Startseiten abfärben wird.  Ich weiß nur, was ich T-Online-Startseiten-Nutzern über Vodafone sagen werde. Keine Zeit, keine Zeit. .

In meinen Kopf ist Vodafone, wenn ich die Marke mal (jenseits aller Lobofonigen-Testimoinals, an die hier nicht gedacht ist) nur so als Gedankenspiel als reale Person, als „Mr.Vodafone“ begreife, inzwischen zu einer Gestalt herangewachsen, die mehr Schein als Sein ist.

Ein Stenz, der sich mit Statusymbolen schmückt, dann aber immer noch weiße Socken und Slipper trägt.

Ein Streber, der sich mal schnell ein paar hippe Band-Namen merkt, um bei den coolen Jungs auf dem Pausenhof mitreden zu können, und dennoch weiterhin keinen abschreiben lassen will.

Ein Neureicher, der sich für moderne Kunst begeistert, solange sie zu seiner Laura-Ashley-Möblierung passt.

Er ist ein Protzer, wie man sie sonntags reihenweise auf der „Kö“ sieht, wenn sie ihren Kaschmirmantel spazieren tragen, der danach schleunigst wieder im Kleiderschrank von Mann Mobilia verschwindet.

Wäre M. Vodafone eine Frau, hätte sie Finger voller Goldschmuck, bestellt bei Tchibo, und trüge die YSL-Tasche vom Fälscher-Flohmarkt und wüsste wahrscheinlich selbst nicht mehr, ob die langen Haare nun Extensions sind und wie ihre Naturfarbe eigentlich aussah.

Wäre Mr Vodafone eine Frau, sie würde vermutlich Orgasmen vortäuschen und dies auch als eine Form von Authentizität definieren.

Dazu passt eine Anzeige, die von Scholz & Friends für das Recruiting unter anderem via Twitpic verbreitet wurde. Zugegebenermaßen bereits vor dem Start der Kampagne. Sie sagt aber eigentlich alles über mein Bild der Marke:

vodafone_edel.jpg

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Kommentare zu “ Vodafone – Stenz, Status, Stuss ”

  1. kawumm am 15. Juli 2009 um 17:19 Uhr

    ich verstehe die anzeige ehrlich gesagt nicht ganz. aber ich kann mir auch düsseldorf nicht vorstellen.

  2. Raphael Brinkert am 15. Juli 2009 um 18:55 Uhr

    Ob man die Anzeige mag oder nicht, sie hat uns vor allem eines beschert: viele gute Bewerbungen – nicht nur aus Köln. ;)

  3. Doc H. am 15. Juli 2009 um 23:14 Uhr

    Je öller, je döller – endlich widder jeck.

  4. nilsn am 16. Juli 2009 um 00:52 Uhr

    Ich such noch Blogger, die sich alles vorstellen können. Sogar Objektivität.

    [Ist nicht ganz ernst gemeint, aber irgendwie doch ...]

  5. olafkolbrueck am 16. Juli 2009 um 08:44 Uhr

    @Raphael Brinkert
    Kölner, die sich in Düsseldorfer bewerben, haben genau die Grundvoraussetzung, die Werber brauchen: keinen Funken Selbstachtung. ;-) *duckundwech*

    Spaß Beiseite. Ist doch schön. Werbung funktioniert. Und (von den Düsseldorfern mal abgesehen, hihi) ist S+F ja eh ein attraktiver Arbeitgeber. Egal wie die Anzeige aussieht.

    Olaf
    Ex-Kölner

  6. Goldhirsch am 16. Juli 2009 um 13:09 Uhr

    “Kölner, die sich in Düsseldorfer bewerben, haben genau die Grundvoraussetzung, die Werber brauchen: keinen Funken Selbstachtung.”

    Touché! ;D

    Wir kennen übrigens genau EINEN Kölner Kreativen, der sich bei S&F D’dorf beworben hat. Auf den trifft obiges exakt zu.

  7. @MarSti am 16. Juli 2009 um 13:32 Uhr

    Liebe Leute,

    ich werde es wohl nicht mehr verstehen, warum ihr euch derzeit so auf die Vodafone Kampagne stürzt… Es gibt meiner Meinung nach viele andere Kampagnen die völlig Sinn befreit sind und mich nerven oder extrem aufregen.
    Hätten Vodafone und S&F diese Kampagne nicht so umfangreich angekündigt und fokussiert, dann würde sich kein Mensch darüber aufregen.

    Vodafone hat sich nun etwas anders positioniert, was sie wohl auch mussten, und eine neue oder andere Zielgruppe angesprochen. Findet ihr euch da nicht wieder, dann seid ihr vielleicht nicht die Zielgruppe oder es ist für euch die falsche Ansprache.
    Auch hinter dieser Kampagne stehen Menschen und keine Maschinen. Wenn es hier an einigen Stellen zu Fehler gekommen ist, dann ist dies menschlich und normal.

    Wenn ihr alle bessere Ideen habt, dann bewerbt euch in einer entsprechenden Agentur, oder gründet am besten gleich selber eine. Ich freue mich schon auf die erste Kampagne die alle lieben und jedem gefällt…

    Ich finde die Kampagne gut (auch nicht alles, aber das gab es bisher noch bei keiner Kampagne) und daher geht ein großes Lob an den Mut von Vodafone und die Arbeit von S&F.

  8. kawumm am 16. Juli 2009 um 13:41 Uhr

    lieber raphael,
    ich glaube vor allem die wirtschaftskrise sorgt momentan für die große anzahl von bewerbungen. aber wenn ihr viele bekommt, bekommen andere noch mehr.

    und glaub mir: die wirklich guten kreativen interessieren sich weder für scholz, noch für nrw.

  9. Peter am 16. Juli 2009 um 13:57 Uhr

    “Findet ihr euch da nicht wieder, dann seid ihr vielleicht nicht die Zielgruppe oder es ist für euch die falsche Ansprache.”

    naja, richtige Zielgruppe und falsche Ansprache ist doch aber auch schrottig, oder? :-)

    Vllt. bin ich da auch etwas altmodisch, aber hinter der Werbung, ob jetzt schrottig oder nicht, sollte erstmal das passende Produkt stehen und wenn Vodafone die äh Generation Upload (die Musik- und Filmindustrie würde eher Generation Download sagen :-) ) hat sollte Vodafone auch passende Produkte dazu haben, was sie imho nicht hat, warum also eine Zielgruppe ansprechen, die man eh nicht adäquat bedienen kann?

    Und dann noch jemanden als Testimonial verpflichten der bei jeder passenden oder unpassenden Gelegenheit erzählt, dass er 4 Iphones hat, was bedeutet, dass er guter Vertragskunde bei der Konkurrenz ist… Das finde ich irgendwie nicht sehr clever…

    “Wenn ihr alle bessere Ideen habt”
    Ich würd als Testimonial den Wagner nehmen, auf BILD wird seine Kolumne geändert in Vodafone-Voicemail von Wagner, das hat Reichweite, die Zielgruppe ist größer und gratis gibts noch den Spiesser dazu, der muss dann seine Blogs auch in Vodafone-Voicemail an Wagner umbenennen, damit bekommen sie dann auch noch die intellektuellen otr-leser ;-)

  10. Goldhirsch am 16. Juli 2009 um 14:11 Uhr

    “kawumm”, der zweite Teil deines Statements ist so dämlich, dass man darauf eigentlich überhaupt nicht antworten sollte, aber ich frage dich trotzdem mal: ist dir klar, wie viele Canneslöwen-, ADC-Nagelgewinner usw. du damit als nicht wirklich gute Kreative abqualifizierst?

  11. smu1401 am 16. Juli 2009 um 16:09 Uhr

    wenn sie die kreativen gefunden haben, können sie das ganze ja nochmal überarbeiten mit der subline: “wir haben zum glück kreative gefunden, die sich das anders vorgestellt haben. auch düsseldorf.”

  12. Blogger-Stalingrad am 18. Juli 2009 um 22:07 Uhr

    [...WEB 2.0-ABENTEUER
    Vodafones Blogger-Stalingrad...]

  13. whatever am 20. Juli 2009 um 14:03 Uhr

    @OlafKolbrücke

    so ein kurzes stück text mit so viel menschenhass habe ich noch nie geselen. sehr merckwürdig, dass es sich dabei um eine firma handelt

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