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Spießer Alfons: Wenn Werber ein Ding drehen

28. Juli 2009
von

Chesterfielddrei.jpgEin Citylight-Poster der Zigarettenmarke Chesterfield. Wir sehen die Packung und ein grünes Label mit dem Hinweis „17 Zigaretten 3,80 €“. Und daneben die versale Headline: „Aller guten Dinge sind drei achtzig“ — siehe die Abbildung!

Was will uns der Werbedichter damit sagen…?

Zuerst mal kennen wir den Spruch: „Aller guten Dinge sind drei“. Dieses Wort gab es schon bei den alten Germanen, wo man sagte: „Aller guten Thinge sind drei“. Und ein Thing war eine Ratsversammlung, bei der auch Recht gesprochen wurde. Und wer sich etwas hatte zuschulden kommen lassen, der hatte drei Chancen, sich nach seiner Anschuldigung den Richtern zu stellen. Tat er das nicht, wurde er am dritten Thing in Abwesenheit verurteilt und dingfest gemacht.

Der Spruch bedeutet also: Du hast drei gute Chancen; wenn Du auch die dritte nicht nutzt, hast Du verloren.

Und was bedeutet: „Aller guten Dinge sind drei achtzig“…? Es bedeutet: Rauchen kann tödlich sein.

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Kommentare zu “ Spießer Alfons: Wenn Werber ein Ding drehen ”

  1. Lars am 28. Juli 2009 um 08:44 Uhr

    nur ein spießer macht sich so viele gedanken zu einer anzeige wie dieser. das freut den texter und chesterfield. allen anderen ist es ziemlich wurscht!

  2. Dierk am 28. Juli 2009 um 09:16 Uhr

    Wobei ich die Chesterfield Kampagne ganz lustig finde. Irgendwie erscheint es mir auch einsichtig, dass der Hersteller nicht ausgerechnet die negativen Eigenschaften seines Produkts in den Mittelpunkt der Anzeige stellt. Hätte er das getan, wäre der spießige Kommentar ohnehin gewesen: ‘Abgekupfert – von dieser englischen Totenkopf-Marke*.’

    *K.A., ob die ‘nen Namen hatte. Gibts’ die noch?

  3. eigenart am 28. Juli 2009 um 09:16 Uhr

    Ach, Germanen …
    Das hat der Kunde so nicht gelernt.

  4. Monik am 28. Juli 2009 um 10:22 Uhr

    Tja das ist ja mal wohl die versteckte Version davon…

  5. holladiewaldfee am 28. Juli 2009 um 10:44 Uhr

    Die Anzeige macht Sinn. Der krasse Typomix lenkt enorm vom “Rauchen ist schädlich”-Dings ab. Daher gelungen.

  6. Axel Porsch am 28. Juli 2009 um 10:49 Uhr

    @ Lars. ja leider wird es den Konsumenten „Wurscht“ sein. Sinnfreie Copy und typografisch geradezu unterirdisch (hatten die „GestalterInnen“ nicht noch mehr unterschiedliche Fonts auf ihrem Komputa?)

    PS es ist übrigens keine Annonce sondern ein Citylight-Poster

  7. kawumm am 28. Juli 2009 um 19:37 Uhr

    Ich finde die Line nicht sonderlich toll, sehe aber täglich auch noch viel schlechteres. ist handwerklich in ordnung.

  8. Heinrich Böll am 29. Juli 2009 um 20:25 Uhr

    @axel porsch: Könnte es nicht eher ein angeleuchtetes Plakat sein?

ivw