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Posterous – Die bequeme mediale Wollmilchsau

29. Juli 2009
von Olaf Kolbrück

Der “Digital Native” twittert, bloggt, friendfeeded, facebooked und fragt sich zurecht, wie denn ein Dienst aussehen könnte, der ihn neu begeistert. Vielleicht, wenn er etwas darüber hinaus bietet. Vielleicht sogar, wenn er irgendwie genau zwischen Blog, Microblogging und Community liegt, wo man eigentlich keinen Platz mehr vermutet, es sei denn der Dienst vereinigt das beste aller Welten. Vor allem auf eine charmante und einfache Art.

So wie Posterous, das ich seit gestern mit einem eigenen Blog teste. Dieser Dienst ist in der Handhabung so bestechend einfach gestrickt, dass er die asymmetrische Bedrohungslage durch die Heerscharen privater Content-Produzenten für klassische Inhalteanbieter nochmals verschärfen könnte.

Zunächst einmal verringert Posterous die Einstiegshürden dramatisch, setzt sie quasi auf Null. Kein Software-Download, kein eigener Server nötig, nicht mal eine Registrierung . Einfach eine Mail an den Dienst schicken — fertig. Und das ist der zweite bestechende Aspekt. Der Nutzer muss sich nicht mit umständlichen Eingabemasken für seine Texte herumquälen, sondern schreibt den Text schlicht in ein Mailprogramm, kann dort sogar Fotos und Videos anhängen die dann automatisch in den Blogbeitrag eingepasst werden. Auf Wunsch kann dann natürlich der Beitrag auf der Plattform selbst nachbearbeitet werden.

Ach ja, automatisch. Eigentlich macht der Dienst so ziemlich alles automatisch oder zumindest instant-easy. Ein Beispiel: Das Instant-Blogging wird noch durch ein kleines Feature für die Toolbar des Browsers weiter vereinfacht. Über dieses Feature kann ich Bilder oder Videos von Drittseiten per Mausklick direkt auf den eigenen Posterous-Blog einbinden. Kein herunterladen, kein Hochladen, kein weiteres Einbetten mehr nötig.

posterous.jpg

Vernetzung? Ein Kinderspiel. Mit ein paar einfachen Klicks auf der Website kann ich die Inhalte auf alle weiteren Dienste wie Facebook oder Twitter weiterverbreiten. Bei klassischer Blogsoftware muss ich da häufig noch umständlich weiter Plugins installieren. Vor allem aber unterstützt Posterous nahezu alle gängigen Dienste. Neben Twitter und Facebook beispielsweise auch Friendfeed und Flickr sowie —hihi, diverse Blogsysteme.
Und weil das alles so einfach ist, kann man auch gleich andere Menschen am Blog mitschreiben lassen. Email genügt.

Weitere Einzelheiten zu Posterous beim Stylespion. Klaus Eck widmet sich der Funktion für das Information Management

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Kommentare zu “ Posterous – Die bequeme mediale Wollmilchsau ”

  1. Martin Oetting am 29. Juli 2009 um 15:18 Uhr

    Ich hab’s ja auch grade für mich entdeckt. Was ich supercool finde: ich glaube, damit kriege ich sogar meine Mutter zum Bloggen. Eingerichtet ist ihr Posterous schon, jetzt muss ich ihr nur noch meinen alten Mac geben und schon kommen ihre Buchrezensionen per E-Mail auch ins Internet.

  2. Stephan Noller am 29. Juli 2009 um 15:21 Uhr

    Auch gerade ausprobiert – ist wirklich faszinierend einfach. Ich bin mir sicher dass ich darüber meine Frau zur Bloggerin machen werde.
    Vielleicht ist das die richtige Lösung zwischen klassischen Blog-Systemen und Twitter…

  3. Matthias Zellmer (@Zellmi) am 29. Juli 2009 um 15:35 Uhr

    Wenn ich das richtig verstehe, dann ist doch Posterous tumblr.com und soup.io sehr ähnlich, oder?!

  4. Tapio Liller am 29. Juli 2009 um 15:38 Uhr

    Sag ich doch! :-) Posterous eignet sich wunderbar als Quasi-Lifestream für alles, was man im Netz so findet, aber was nicht zwingend einen ausführlichen Text dazu braucht. Ich nutze zum Befüllen viel das Firefox-Plugin Share-a-holic, das auch Posterous versorgen kann. Meine Fund-, Bruch- und Lachstücke aus dem Netz gibt’s hier: http://nebelhorn.posterous.com

  5. Simon am 29. Juli 2009 um 15:55 Uhr

    Ja, interessant wie einfach es geht. Aus Usability Sicht toll. Leider habe ich keine Dinge zu berichten, die die Welt interessieren könnten:

    http://simonbolz.posterous.com/

    ;-)

    Beste Grüße
    Simon

  6. Walter Matthias Kunze am 30. Juli 2009 um 11:14 Uhr

    Klingt ja alles sehr schön und gut mit Posterous.
    Aber irgendwie finde ich das Ganze doch etwas seltsam, und nur weil’s online und “Social Media” ist, denkt da irgendwie keiner dran:
    Ich stelle mir vor, da spricht mich jemand wildfremdes auf der Straße an: Und der schlägt mir vor, dass ich ihm eine Auswahl meiner Schlüssel als Zweitschlüssel gebe – am Besten sogar alle Schlüsselkopien.

    Für meine Wohnung, meinen Briefkasten, mein Handy, mein Auto und mein Büro sowie auch gleich mein Tagebuch und sonstwofür – ich soll ihm einen Zweitschlüssel (-Zugang) geben, damit er sich dann immer stets um Infos für mich kümmern kann – direkt aus meiner Wohnung, meinem Briefkasten, meinem Haus und von meiner Anrufbeantwortermailbox beispielsweise. News und Info aus persönlichen oder beruflichen Briefen, Zeitungsabos, Nachbarschaftsklatsch, etc.
    Der legt mir die Zeitung und ggf. offene Post sogar stets dahin, wo ich sie haben will, ins Café, Auto oder Büro, etc. …

    Toller Service! Das ganz besonders Tolle daran ist: Der mir bis dato völlig Unbekannte will noch nicht mal Geld dafür – obwohl er Zeit, Geld und Infrastruktur in die Betreuung meiner persönlichen bis beruflichen News und Kommunikation steckt. Er sagt: “Irgendwann später biete ich dir auch Dienste an, die dann ein bisschen etwas kosten – aber erstmal (fürs erste Jahr?) mach ich gern einfach so für dich. Weiol ich so nett bin – auch wenn du mich ja noch nicht kennst. Aber ich bin so …”

    Hallo? Ich finde das Ganze doch etwas strange: Und nur weil es eben nicht der unbekannte Vertreter von der Straße ist sondern eine hübsch aussehende Website geben wir plötzlich alles an Kommunikationsdaten frei und lassen diese über ein einziges Unternehmen laufen…

    Ist euch das nicht etwas zu offen – oder vermögt ihr rigoros Privatsphäre und öffentliche Einträge und Kommunikation zu trennen?

    Just my 2 cents…
    Matthias

  7. Rita am 30. Juli 2009 um 14:40 Uhr

    Naja, das klingt schon sehr interessant.Wie es also aussieht , ist es nicht so scher….danke für den Bericht.Schöner Blog, gefällt mir schon.

  8. Holger A. am 30. Juli 2009 um 14:52 Uhr

    Schon wieder so’n Social-Media-Kram – auf den ersten Blick. Aber wer es ausprobiert, wird überzeugt sein :-)
    Obgleich sich jeder Gedanken machen muss, was er alles einbinden will. Siehe die Bedenken von WMK.

  9. olafkolbrueck am 30. Juli 2009 um 16:20 Uhr

    @walter matthias kunze
    Klar, die alte Frage, wie viel Vertrauen will ich für den möglichen Nutzen investieren. und wie schädlich könnte es werden, wenn eines die Konnektierung missbraucht (Datensammlung )oder hackt. Soweit es mich angeht, trenne ich schon bewusst zwischen sensiblen persönlichen, privaten inhalten und den veröffentlichbaren bei Twitter, Facebook und co.

    @Rita
    Willkommen

  10. Chris am 30. Juli 2009 um 16:35 Uhr

    …mmh…ich sehe da nun keine wirklich stattfinde “Vernetzung”. Zumindest nicht mehr als mit meinem ollen Blog und den Plugins/Services die dranhängen.

    Meine Suppe (http://chrisheil.soup.io/) ist mir da ehrlich sympathischer…, das Dingens hier finde ich nicht besser oder schlechter.

    Eine Gefahr “meine virtuellen Autoschlüssel” zu verlieren, sehe ich in beiden Diensten definitiv nicht. SOLLTE mal so ein Dienst in dieser Richtung Mist machen; passiert das eh nur einmal.

    So far,..

  11. Frank Schenk am 30. Juli 2009 um 21:50 Uhr

    Danke, das ist genial, sofort registriert, auch wenn ich nicht immer was weltbewegendes zu sagen habe :)

    Endlich Twittern, postern und mein eigenes Blog mit Leben füllen und das alles auf einmal und sensationell einfach!

    gruß, Frank

  12. Fletcher am 30. Juli 2009 um 23:37 Uhr

    Was auch sehr cool ist:

    Wenn man eine Email-Benachrichtigung von einem Kommentar erhält (egal ob beim eigenen Posterous oder bei einem anderen, wo man kommentiert hat), kann man einfach einen erneuten Kommentar abgeben, indem man diese Email beantwortet und abschickt. Genial.

  13. ramses101 am 31. Juli 2009 um 02:01 Uhr

    Ich finde Dienste, bei denen ich mich nicht anmelden muss (bedeutet: Keinen Account und damit: keine Verwaltungshoheit) eher abschreckend. Aber wahrscheinlich bin ich auch wieder viel zu 2.0

    Aber ernsthaft: Kann es sein, dass die Entwicklung im Kreis läuft und alles auf das gute alte Adressbuch hinsteuert? Als ultimative Onlineanwendung? Mit einem Klick alle Dateien an alle senden? Nur muss ich natürlich vorher allen den Link schicken, den ich aber noch nicht kenne, wenn ich eine Mail an post(at)posterous schicke.

    Also schicke ich den Link rum, wenn ich die Bestätigung erhalten habe. An den gleichen Adresskreis, an den ich sonst die Datei, die ich geposteroudingst habe, direkt geschickt hätte.

    Lasst mich kurz nachdenken: Nö. Nächste große Dinger sehen anders aus.

  14. Nicole am 31. Juli 2009 um 09:59 Uhr

    Wunderbar simple – klasse für Einsteiger. Und toll, dass die verschiedenen Dienste gleich so einfach mit zu beschicken sind.
    Und daaaann lese ich beim Stylespion, dass es nur dieses EINE Layout vorerst gibt.
    Also doch nix für meine Schwiegermutti. Schade.

  15. jonas28 am 31. Juli 2009 um 12:11 Uhr

    Im Gegesatz zu posterous bietet meiner Meinung nach tumblr genau das richtige Mischverhältnis aus einfacher Bedienung und Erweiterbarkeit:

    * eigene Themes auch ohne tiefgehende stylingerfahrung machbar (tumblr.com/docs/custom_themes)
    * fast 200 Themes aus der Community (tumblr.com/themes/)
    * Über das Theme kannn man dann auch Google Analytics, Feedburner, und Disqus-Kommentarsystem einbinden.
    * Es gibt mehrere iPhone-Apps (Tumblr, Tumble, The Tumbler)
    * Das Finden von anderen interressanten Tumblelogs finde ich irgendwie einfacher (posterous.com/explore vs. tumblr.com/popular oder auch tumblr.com/directory )
    * für Bastler: Die API von tumblr scheint etwas mehr zu bieten als die von posterous.

    Ich finde tumlr ist das bessere posterous!

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