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Spießer Alfons: Werbekrüppel mit Krücken im Gehirn

31. Juli 2009
von

Vorab bemerkt: Ist eine Werbeidee auch noch so grausam und kreatief — es gibt immer wieder Kunden, die ihrer Agentur sogar geistigen Sperrmüll abkaufen!

Ein Mensch, der auf Krücken durchs Leben gehen muss, hat Probleme mit seinen Beinen. Kurzum: Er ist körperlich behindert. Früher nannte man einen Behinderten auf Krücken einen Krüppel, was heute nicht mehr korrekt ist, weil es als Schimpfwort angesehen wird. So wie Neger für einen Menschen mit schwarzer Hautfarbe.

Visakr__cken.jpgWer an den Beinen behindert ist, humpelt auf Krücken durchs Leben. Wer im Kopf behindert ist, macht Werbung für Visa!

In einem TV-Spot von Visa geht ein junger Mann an Krücken. Er ist aber nicht behindert — jedenfalls nicht mit den Beinen — sondern er spielt nur mit den beiden Gehhilfen. So humpelt und hampelt er durch die Stadt, geht mit seiner Visa-Karte in einen Laden, wo er ein Skateboard kauft, auf dem er dann mit seinen Krücken davonfährt. Ein Kasperle aus dem völlig ausgebrannten Oberstübchen sogenannter “Kreativer”, die nicht mehr normal denken können.

Und der Zuschauer erfährt staunend: “Visa. Und das Leben läuft leichter.”

Als Alfons diesen Spot das erste Mal wahrgenommen hatte, da glaubte der Spießer, ein Trugbild auf seinem Fernseher zu sehen. Was will uns der Spot(t) sagen? Dass ein Behinderter es mit einer Visa Card leichter im Leben hat, weil er mit der Kreditkarte ein Skateboard kaufen kann …? Wer denkt sich eigentlich so etwas Perverses aus? Und in der nächsten Episode fährt dann ein Blinder im Rollstuhl die Rolltreppe rauf, kauft sich mit seiner Visa- Karte einen Blindenhund, den er vor seinen Rollstuhl spannt, um damit durch die Stadt zu fahren, damit jeder sehen soll, dass das Leben mit Visa leichter läuft …?
Werbewirkung: Spießer Alfons hat seine Visa Card zurückgegeben und zahlt jetzt mit Mastercard.

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Kommentare zu “ Spießer Alfons: Werbekrüppel mit Krücken im Gehirn ”

  1. kawumm am 31. Juli 2009 um 10:01 Uhr

    Wer solche Gehhilfen benutzt, ist doch eher nur kurzfristig behindert. Ich denke eher an einen verstauchten Knöchel.

  2. kawumm am 31. Juli 2009 um 10:03 Uhr

    Aber um deine Frage zu beantworten “Wer denkt sich eigentlich so etwas Perverses aus?”:

    SAATCHI & SAATCHI London

  3. Max am 31. Juli 2009 um 10:06 Uhr

    Hier in Frankfurt hat einer solche Krücken, um zu betteln. Er läuft normalerweise ohne Krücken rum und schließt sie mit einem Fahrradschloss ab. Wenn er sich an die Straße zum Betteln stellt, nimmt er die Krücken aber.

    Was die Umstellung von Visa auf Mastercard betrifft: Das hat die Lufthansa für mich automatisch gemacht ;-)

  4. PickiHH am 31. Juli 2009 um 10:13 Uhr

    mmh. Ich dachte, die Teile gehören zum Sportgerät. Solche “Krücken” mit runden Füssen habe ich zumindest noch nie gesehen…

  5. Ralf am 31. Juli 2009 um 10:15 Uhr

    Ich hatte nicht den Eindruck, dass mit dem Krückenmann ein “echter” Behinderter gemeint war, sondern eher ein Street-Artist, der tolle Dinge mit seinen Krücken anstellt, zu denen selbst unversehrte Gehwegbenutzer nicht in der Lage sind. Hm. Halt mich nicht für pervers, aber ich fand den Typ unterhaltsam anzuschauen und in keinster Weise bemitleidenswert oder gar behindert. Der Claim ist in seiner Kalauerigkeit allerdings unangemessen bis superdoof. Chance auf echte Größe verpasst.

  6. Webfraeulein am 31. Juli 2009 um 10:20 Uhr

    Bill Shannon, nicht übermäßig schwer zu googeln: http://en.wikipedia.org/wiki/Bill_Shannon

    Vielleicht macht die Werbung mit diesem Hintergrund mehr Sinn:
    http://www.speakoutnow.org/use.....38;uid=132

  7. Nicole am 31. Juli 2009 um 10:28 Uhr

    Oh Alfons, hoffentlich kommt dabei kein ewiger Wechsel von Karte zu Karte heraus.

    Da war doch auch mal so ein Griff unter die Gürtellinie von Mastercard. Zwar witzig und nicht so fies wie dieser Visa-Spot, aber schon auch eklig.

  8. Biskaya am 31. Juli 2009 um 10:38 Uhr

    Danke Webfräulein,
    hier ist Bill Shannon in einem meiner Lieblingsvideos… Visa scheint eine Anleihe daran genommen zu haben. http://www.youtube.com/watch?v=WZmgZN1umsM
    @Spießer Alfons vielleicht doch wieder zurück zu Visa? Aber eigentlich eh egal… ist eh alles das Paylife ;)

  9. Kid vom Kiez am 31. Juli 2009 um 10:44 Uhr

    Dass es kein echt Behinderter ist, wird ja wohl jedem klar. Und mag der Mann als Artist auch noch so gut sein: Der Visa-Spot ist voll daneben. Was hat die Handlung mit der Kreditkarte zu tun???? Und der Slogan ist in diesem Zusammenhang geradezu eine Katastrophe.

  10. Peter am 31. Juli 2009 um 10:53 Uhr

    Lieber Spiesser. Dein Blog ist jetzt mal so richtig spiessig, sorry. Ich finde den Spot ziemlich gut, bis auf den Claim, da hat Ralf vollkommen recht.

    Warum kein Behinderter als Testimonial? Oder taugen Deiner Meinung nach Behinderte nur für Dokus?

  11. lokalreporter am 31. Juli 2009 um 11:05 Uhr

    die krücken sehen aus wie elektronische sperren in kaufhäusern, an dem visaisten ist irgendwie nichts krüppelhaftes [heller/qualtinger-song: krüppel.. ham sowas rührendes] – nur der abbinder..

    sich ungewöhnlich fortbewegen, konsumieren/mit karte bezahlen, das paradoxe als normal sehen – egal wies läuft, denk’ nicht drüber nach..

    solide gebauter clip, n alter schuh – spießig..

  12. Dierk am 31. Juli 2009 um 11:08 Uhr

    @Peter
    Weil’s kein Behinderter ist.

  13. Peter am 31. Juli 2009 um 11:27 Uhr

    @Dierk

    Zitat aus Wikipedia (Link von Webfraeulein)
    “…Born with a degenerative hip condition…”

    Für mich ist das behindert :-)

  14. Arnulf am 31. Juli 2009 um 12:50 Uhr

    Ist halt Kunst, Street Art, aber davon versteht der Spießer offenbar noch weniger als von Werbung. Im Englischen lautet der Claim übrigens: “Life flows better with Visa”.

  15. Kid vom Kiez am 31. Juli 2009 um 13:09 Uhr

    @ Arnulf

    Ach so, Du meinst, es handelt sich hier gar nicht um Werbung, sondern bloß um Street Art, sprich. Kunst? Na, dann ist ja alles paletti. Und ich lach mich schlapp über solche Kommentare wie Deinen!

  16. andi am 31. Juli 2009 um 13:23 Uhr

    Leute Leute, wo ist das Problem? Der Bill macht in dem Spot nix anderes wie sonst auch. Natürlich hat er eine Behinderung! Aber vermutl. schaut er euch nicht behindert genug aus, was!?

    Trotz seiner Behinderung kommt er (physisch) “leicht” durchs Leben – mit gewissem flow. Das ist die Assoziation zu VISA. Für mich funktionierts!

  17. Ex M am 31. Juli 2009 um 14:17 Uhr

    Spießer, lies was die Leute hier geschrieben haben, nimm VERDAMMT NOCH MAL DIE FAKTEN ZUR KENNTNIS und dann korrigiere endlich den beleidigenden Unsinn, den du in deinem Kommentar verzapft hast.

    Noch mal: Bill Shannon ist ein behinderter Künstler.

    Wenn du ihn nicht krüppelig genug findest, sagt das eher eine Menge über dich und dein Weltbild aus (jaja, war eben doch eine schöne Zeit, als ein Neger noch ein Neger war, und Behinderte in der Werbung nichts zu suchen hatten, wie?)

    Wie kann man bloß gerade bei einem solchen Thema einfach so eine Tirade losseiern, ohne vorher mal kurz zu googeln, ob es mit dem “Kasperle” vielleicht doch etwas anderes auf sich haben könnte?

  18. Dierk am 31. Juli 2009 um 14:30 Uhr

    Danke, Peter!

    Macht die Idee auf jeden Fall erträglicher. Ob allerdings ausgerechnet eine Kreditkarte das Leben von Behinderten besser macht …

  19. kawumm am 31. Juli 2009 um 14:39 Uhr
  20. kawumm am 31. Juli 2009 um 14:49 Uhr

    der spießer hätte auch nur noch auf das von youtube dazu empfohlene making-of klicken müssen um mehr zu erfahren:

    http://www.youtube.com/watch?v.....re=related

    @ Ralf

    du hast recht, der claim passt hier nicht so schön. das problem dabei ist, dass es ja kein extra für den film geschriebener satz ist, sondern der markenclaim von visa. den kann man nicht ändern. und wenn man dann internationale spots adaptieren lässt, werden eben keine passenden filme zum adaptierten claim geschrieben. meistens passt es dann doch — hier nicht ganz so.

  21. Ex M am 31. Juli 2009 um 14:50 Uhr

    @ Dierk

    Es geht in dem Spot nicht darum, dass eine Kreditkarte das Leben von Behinderten besser macht. Es geht darum, dass die Kreditkarte das Leben von Menschen besser macht.
    Und der Mensch ist in diesem Fall zufälllig ein Behinderter, der geile Sachen mit seinen Krücken macht und sich ansonsten das Recht rausnimmt, den selben Spaß zu haben wie andere Menschen auch.
    Die Frage, ob “allerdings ausgerechnet eine Kreditkarte das Leben von Behinderten besser macht” ist insofern daneben.

  22. Peter am 31. Juli 2009 um 14:59 Uhr

    @Dierk
    “Macht die Idee auf jeden Fall erträglicher. Ob allerdings ausgerechnet eine Kreditkarte das Leben von Behinderten besser macht …”

    Naja, diese Frage kannst Du bei jedem Werbespot stellen. Macht Ariel das Leben für Hausfrauen besser? Macht Vodafone das Leben für Blogger besser? Macht Axe das Leben für Männer besser? wohl kaum, ist halt Werbung…

    Ich finde das von VISA jedenfalls mutig, leider kackt der Spot dann beim deutschen Claim ziemlich übel ab…

    Aber noch mehr kackt des Spiessers Headline ab… da könnte man, wenn man böse genug wäre auch so manches reininterpretieren, was ich nicht mache, weil ich des Spiesser Elaborate eigentlich sehr schätze und den Spiesser für alles andere als spiessig halte…

  23. kawumm am 31. Juli 2009 um 15:50 Uhr

    stimmt. das ist ja wirklich sehr lustig :-)

    “Spießer Alfons: Werbekrüppel mit Krücken im Gehirn.”

  24. smu1401 am 31. Juli 2009 um 15:53 Uhr

    Auch ein Spiesser ist nicht perfekt, aber wer kann das schon von sich sagen (außer WAGNER natürlich)…
    Es ist natürlich übertrieben, daraufhin sein VISA-Karte zurückzugeben (eigentlich ist das wirklich spießig), Simyo France und Orange CH (nur als jüngere Beispiele) haben auch schon mit Behinderten gearbeitet, hab aber nichts davon gehört, dass erboste Bürger ihre Handys/Natels zurückgeschickt haben? Warum auch? Weil man Behinderte als Teil der Gesellschaft zeigt. Weil unser Behinderter im Spot Spaß hat am Leben? Ist doch auch richtig so. Eingliedern statt ausschliessen! Ausserdem ist eine VISA-Card beim Skaten nicht so hinderlich wie die Taschen voller Kleingeld. Und das nicht nur bei Behinderten. Mag der deutsche Claim auch noch so besch****n sein, aber ohne Recherche sollte man so einen Artikel nicht posten, geschweige denn schreiben.

  25. Spießer Alfons am 31. Juli 2009 um 16:28 Uhr

    Diskussion ist immer gut und kann nur bei Pro- und Contra-Meinungen passieren.

    Zu dem Spot: Wie viele von den Fernsehzuschauern kennen den Artisten…?

    Und mal ein Gleichnis: Morgen kommt ein Werbungtreibender auf die Idee, ein siamesisches Zwillingspaar zu holen, das in einem Zirkus auftritt, stellt es mit dieser Nummer vor die Kamera und danach den Abbinder: Doppelherz mit der Kraft der zwei Herzen.

    Ich würde solche Nummer genauso aufspießen wie den Visa-Spot.

  26. Dierk am 31. Juli 2009 um 16:46 Uhr

    Na ja, der Film steht ja nicht alleine, dann wäre er nur ein nettes Filmchen eines interessanten Sportlers/Künstlers. Da er aber Werbung sein will, steht am Ende eine Botschaft – die für sich genommen auch vollkommen i.O. ist. Beide zusammen, Film und Claim, bilden den Werbe-Spot.

    ‘Visa. Und das Leben läuft leichter.’ macht aus einer im Grunde guten Nummer ein problematisches Stückchen, u.a. drängt es [mir zumindest] die Assoziation auf: [Nur] Mit VISA hat’s der Behinderte einfach im Leben.

    Um wirklich grenzwertig zu sein, fehlt dann wieder der Witz, so was wie Brösels ‘Hat’s hier gebrannt?’ …

  27. kawumm am 31. Juli 2009 um 16:49 Uhr

    @ Spießer

    was ist das denn für ein dummer vergleich? da muss man sich wirklich fremdschämen, wenn man deinen mist liest.

  28. Peter am 31. Juli 2009 um 16:57 Uhr

    @Dierk
    “[Nur] Mit VISA hat’s der Behinderte einfach im Leben.”

    Irgendwie ist doch genau dass das Ziel von Werbung, oder? Nur Ariel wäscht nicht nur sauber sondern rein, nur mit Axe bekommt jeder Vollhonk die Sahneschnittchen ab etc…
    Ich weiss nicht, ich persönlich seh den nicht als Behinderten, vllt. weil ich auch keinen Unterschied zwischen Behinderten unf nicht behinderten sehe… und mit dem Original-Claim funktioniert der Spot ganz gut… die deutsche Ubersetzung lässt da halt leider Interpretationsmöglichkeiten zu…

    @Spiesser
    Autsch… ich will Dich nicht missionieren, aber Dein Vergleich hinkt ganz gewaltig… Für mich ist das schon ein Unterschied, ob ich eine Welt zeige in der Behinderte genauso Spaß haben wie Alle oder eine Welt in der Behinderte gerade mal als Attraktion im Zirkus taugen…

  29. Spießer Alfons am 31. Juli 2009 um 17:30 Uhr

    @ Peter

    Verstehe ich nicht, wieso Du einen Unterschied machst zwischen einem behinderten Artisten, der auf der Straße auftritt, und zwei behinderten Artisten, die in einem Zirkus auftreten. Und dann noch so herablassend bezüglich der Zirkus-Artisten!

  30. Peter am 31. Juli 2009 um 18:18 Uhr

    @Spiesser

    Tja und ich verstehe nicht wieso Du einen Unterschied machst ob jemand mit oder ohne Krücken auf’m Skateboard duch die Straßen hoppelt…

    Ich verstehe Dich nicht und Du mich nicht… das ist das Dilemma. Vllt. müssen wir beide warten bis Wagner einen Brief an den Mann im VISA-Spot schreibt um Erleuchtung zu erlangen… oder auch nicht :-)

  31. Webfraeulein am 31. Juli 2009 um 18:20 Uhr

    “Life flows better with VISA” heißt der englische Claim. Da passt das Ganze eher, denn Flow hat der Herr wirklich.
    Einigen wir uns auf: begabter Kerl in Spot mit unglücklicher Werbebotschaft?

  32. Ralf am 31. Juli 2009 um 18:29 Uhr

    Ich möchte nicht, dass einer meiner Lieblingsblogs zu einer Gegenseitigpersönlichanmachplattform wie SpOn verkommt. Kann man sich mal etwas mäßigen, die Herren? So viel Wut… Is’ doch bloß Werbung. Wie heißt es so schön? Die Wahrheit liegt im Augen des Betrachters…?
    In diesem Sinne: schönes Wochenende! :) )

  33. seven am 31. Juli 2009 um 20:11 Uhr

    Recht hatter, der Ralf. Kommt ma runter, Leute.

    Was den Spot angeht, muss ich dem Spießer ausnahmsweise Recht geben.
    Der Film ist schick, die Moves sind geil. Weiß man, dass der Typ wirklich gehbehindert ist, ist die Werbebotschaft OK: Visa ist die Karte für Leute, die sich durch nichts behindern lassen.

    Nur leider kennt diesen Typen zumindest in D kaum einer, das Testimonial / Endorsement funktioniert nicht. Vielmehr bekommt die Botschaft einen unmoralischen Dreh: wenn man davon ausghehen muss, dass der Artist ein Nichtbehinderter ist, der Krücken als Hilfsmittel benutzt wie der o.g. unehrliche Bettler, heißt das:
    VISA behauptet, dank VISA können Lahme gehen! Hey, Gehbehinderte, bleibt mal locker und holt Euch VISA. Und DAS ist zynisch und beleidigend.

    Das youtube weiterhilft, kann für einen TV-Spot kein Kriterium sein…

    Und ja ich weiß: Behindert ist man nicht, behindert wird man.

  34. Belladonna am 31. Juli 2009 um 20:54 Uhr

    @ seven – danke! Gerade wollte ich hier meinen Kommentar abgeben, da sah ich, dass Du bereits geschrieben hast, was ich schreiben wollte. Also unterstreiche ich es noch einmal.

  35. Doc Holiday am 31. Juli 2009 um 20:59 Uhr

    Warum so Bierernst allerseits ? Ist doch nur ein Spot. Zugegeben ein sehr spritziger. Ob behindert oder nicht, seit langer Zeit mal ein echter hingucker. Apropos Lieblingsblog, wie ich sie liebe, die Ausdrucksweise des Spießer Alfons. Immer wieder echt amüsant.

  36. Heinrich Böll am 1. August 2009 um 01:30 Uhr

    Nu lasst doch mal den Spießer in Ruhe – der hat schließlich lange in der Marketing- und Werbebranche gearbeitet. Er kann nichts dafür, so wird man da zwangsläufig.

  37. Andreas am 1. August 2009 um 09:02 Uhr

    Vorab – nein ich bin nicht rechts orientiert.

    Was mir nur immer wieder in .de auffällt.
    Neger ist nicht Nigger
    OK – der Begriff Neger scheint vorbelastet, kein Thema.
    Das zweite N-Wort ist es ganz sicher.

    Jetzt komm ich aber zu meinem Problem.
    Aus meinen Urlaubsreisen habe ich erfahren, das ein Schwarzer sich unheimlich aufregt, wenn er als Farbiger “beschimpft” wird. Ähnlich war es mit Farbigen die als Schwarze “beschimpft” wurden. Über das Gutmenschenwort “Extrempigmentierter” will ich mich nicht auslassen. Die Reaktion darf jeder selbst gerne testen :-)
    Leider ist es nicht immer so leicht zu erkennen, ob man einen Schwarzen oder einen Farbigen vor sich hat. Afrikaner trifft es ja wohl auch nicht, da dies ja auch die Weißen mit umfasst.

    Vielleicht hat ja hier in diesem Umfeld jemand eine Idee mir mit einem passenden Begriff aus diesem Dilemma zu helfen. (Ist aber für mich kein Problem, auf der menschlichen Seite konnte ich alle Mißverständnisse bisher klären, nur das Extremwort und das zweite N-Wort vermeide ich konsequent)

    http://de.wikipedia.org/wiki/Schwarze
    http://de.wikipedia.org/wiki/Coloured
    http://www.duden.de/deutsche_s.....geschlagen

    Ich würde mich über sinnvolle Vorschläge freuen.

  38. emanuela am 1. August 2009 um 15:06 Uhr

    Anfangs dachte ich auch, dass dieser Mann behindert ist und finde es immer noch furchtbar, dass er mit Krücken durch den Spot tänzelt.

    Die Werbeagentur kann doch nicht automatisch davon ausgehen, dass jeder diesen “Performancekünstler” kennt (ich habe erst in diesen Kommentaren erfahren, dass der Mann nicht wirklich behindert ist) und das ganze so richtig lustig und kreativ findet.

    Ich finde den Spot jetzt noch viel schlimmer, ein Schlag ins Gesicht für alle “echten” Behinderten, die eben nicht durchs Leben tanzen/rollen können, selbst mit Visa nicht.

    Aber klar, spießig ist, wer nicht darüber lacht.

  39. emanuela am 1. August 2009 um 15:08 Uhr

    @Andreas

    Ich lebte einige Zeit in Florida und nach anfänglichem politisch korrektem Rumgeiere sagte eine schwarze Freundin: it´s “black”. Just call us “black”. Alles andere ist doch albern ;)

  40. Peter am 1. August 2009 um 15:15 Uhr

    “ich habe erst in diesen Kommentaren erfahren, dass der Mann nicht wirklich behindert ist”

    was man hier so alles erfährt… ist fast wie bei der Sendung mit der Maus :-)

    Nochmals, extra für Dich, der Mann braucht tatsächlich seine Krücken, er lässt sich davon nur nicht behindern.
    http://en.wikipedia.org/wiki/Bill_Shannon

  41. emanuela am 1. August 2009 um 15:23 Uhr

    Dafür “mag” ich Wikipedia und nutze lieber andere Quellen:

    “Shannon has been on crutches since he was five years old. Now 31, he can put weight on his feet and walk”

    http://tinyurl.com/3ragzr

    Mir geht es auch eher um die Wirkung, aber vielleicht bin ich tatsächlich zu spießig (ernst gemeint!), so dass ich Behinderte, die mit Visa viel “einfacher durchs Leben laufen” nicht wirklich toll finden kann.

    Den Typen finde ich dagegen wirklich toll, habe gerade ein Paar seiner Performances auf youtube gefunden – Respekt :)

  42. Ex M am 2. August 2009 um 13:49 Uhr

    @ emanuela

    Ich hatte mich gewundert , warum dein Zitat ohne Satzzeichen aufhört. So wäre es dann komplett, mit dem nicht ganz unwichtigen letzten Halbsatz.

    “Shannon has been on crutches since he was five years old. Now 31, he can put weight on his feet and walk, but can not “go for a walk” without the aid of his crutches.”

    Schäm dich.

  43. emanuela am 2. August 2009 um 16:01 Uhr

    Du brauchst dich nicht zu “wundern”, dafür habe ich ja die Quelle angegeben.

    Und für Behinderte “läuft” es immer noch nicht leichter, trotz deiner Visa-Promotion. Allein das Wort “laufen” ist blanker Hohn, vor allem mit den Krücken im Spot.

    Aber ich seh schon, dich nimmt das Ganze ziemlich mit – deshalb bin ich aus dieser Diskussion raus, obwohl ich das Thema spannend finde.

  44. Ex M am 2. August 2009 um 17:27 Uhr

    @ emanuela

    Stimmt, dummdreist falsche Behauptungen aufstellen und die dann mit verstümmelten Zitaten “belegen” nimmt mich wirklich ziemlich mit.

    Noch mal:
    “Shannon “can not “go for a walk” without the aid of his crutches”.

    Das ist das von dir weggelassene Ende des Satzes, den du zitiert hast. Und das qualifiziert (für mich jedenfalls) Shannon als Behinderten.

    Oder etwa nicht?

  45. Ex M am 2. August 2009 um 17:29 Uhr

    “but can not go “for a walk” without the aid of his crutches”,

    muss es natürlich heißen, was aber ansonsten rein gar nichts ändert.

  46. Hans P. am 3. August 2009 um 12:10 Uhr

    Das Problem ist nicht der Spot an sich, sondern der Claim. Und der wiederum ist bestes Beispiel für die grassierende Behämmertheit der ach-so-hip-und-cool sein wollenden Werberei. Ein winziger – bzw. zum Beispiel für Personen wie mich überhaupt nicht vorhandener – Nutzenvorteil wird zur einschneidenden, lebensverändernden Erfahrung hochstilisiert. Allein schon für sowas meide ich entsprechende Produkte, wo es nur geht – denn ich lerne daraus nur, dass die mich offensichtlich hinter’s Licht führen wollen. Insofern hat die Werbung auch was Gutes, zeigt sie mir doch, wes Geistes Kind die Verkäufer sind, und dass ich mit solchen Leuten tunlichst keine Geschäfts- oder sonstwie Beziehung eingehen möchte. Solche Produkte kommen trotz der Werbung unter die Leute, nicht wegen.

  47. kawumm am 3. August 2009 um 14:29 Uhr

    @ Hans P.

    noch mal: der claim wurde nicht für diesen spot geschrieben, den gab es bereits davor. es ist der aus dem englischen adaptierte markenclaim. da auch die filme adaptiert werden, man aber den markenclaim nbicht ständig änder kann/sollte, kmommt halt so ein kruder mist raus. ist halt der nachteil an der vermeintlich günstigen lösung adaption.

  48. mieser am 4. August 2009 um 20:18 Uhr

    zum leidigen thema spießer (femdschämen, schlechte wortwitze etc) bzw. wie man damit am besten umgeht:

    “es ist zweckdienlicher, dem kinde bei erwünschter handlung positiv bestärkende resonanz zuteil werden zu lassen, als es für verfehlungen übermäßig zu tadeln.

    das kind sucht die aufmerksamkeit seiner bezugspersonen und wird ihm diese nicht in positiver weise zuteil, so wird es sich diese zu erhaschen suchen durch dissoziales und provokantes verhalten und jeder tadel wird wirkungslos sein, da der zweck der handlung gerade in diesem erfüllung findet.

    dem kinde ist durch positive bestärkung langsam und behutsam der weg in ein ausgeglichenes selbstbild zu ermöglichen, welches ihn von dieser form der aufmerksamkeitssuche zu befreien im stande ist. dem kinde ist damit geholfen wie auch seiner umwelt. es gilt daher, die dem verhalten zugrunde liegende suche nach liebe und aufmerksamkeit zu erkennen und klare handlungslinien für sich abzuleiten.

    diese können nicht darin bestehen, dem kinde durch nachgeben des ersten impulses – schimpfen – eine weitere konditionierung seiner verhaltensweise aufzuerlegen, der ausweg aus diesem muster ist für den erwachsenen menschen mühselig und seiner umwelt, z.b. in internetforen, beschwerlich. übet beharrlich.”

ivw